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Die Häntzschelstiege in der Sächsischen Schweiz

Bei den Affensteinen in der Sächsischen Schweiz befinden sich zwei Stiegen, die Zwillingsstiege und die Häntzschelstiege. Beide Stiegen liegen nah beieinander. Und während die Zwillingsstiege zu den exponierten Stiegen zählt, ist die Häntzschelstiege die am Besten abgesicherte Stiege in der Sächsischen Schweiz und somit auch gut geeignet für Anfänger.

Zustieg zur Häntzschelstiege

Absperrung aus Holz zwischen Bäumen

Über diesen Zugang kommt man zur Häntzschelstiege und Zwillingsstiege

An sonnigen Tagen kann es an der Häntzschelstiege zu längeren Wartezeiten kommen. Denn aufgrund ihrer Popularität versuchen sich an dieser Stiege viele Besucher. Zu der Stiege gelangt man über denselben Weg, den man auch zur Zwillingsstiege nimmt. Kurz vor dem Hinweisschild zur Zwillingsstiege, folgt man jedoch den linken Bergpfad, auf dem man nach wenigen Metern vor der Einstiegstafel der Häntzschelstiege steht.

Schwarze Pfeilmarkierungen für Kletterzugänge in Sächsischer Schweiz

Oberhalb des Pfades teilt sich dieser und man hält sich links wenn man zur Häntzschelstiege möchte.

Von diesem Schild aus kann man den Weg bis zum Einstieg der Häntzschelstiege nicht mehr verfehlen. Über steile Holztreppen und Holzleitern geht es straff den Fels hinauf. Kurz vor dem Einstieg befindet man sich noch einmal auf einen kleinen Vorplatz, auf dem man notfalls seine Sicherungen anlegen kann.

Hinweistafel zur Häntzschelstiege neben Felsen

Der Zustieg der Häntzschelstiege ist gut ausgeschildert.

Aufgrund der guten Sicherung der Häntzschelstiege kann man hier sehr gut mit einer Klettersteigausrüstung agieren. Gerade bei Ungeübten eignet sich diese Ausrüstung am Besten.

Die Häntzschelstiege

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Schwer aber nicht gefährlich
  • Für Hobbywanderer und Kinder nicht geeignet
  • Ausreichend Sicherungen vorhanden
  • Besteigen mit Klettersteigausrüstung
  • Öffentlich zugängliche Stiege auf Bergpfad
  • Nur im Aufstieg zu begehen

Hinweis: Bei den Stiegen in der Sächsischen Schweiz handelt es sich um keine Klettersteige (Via Ferrata). Die folgende Einteilung ist nur eine Orientierung für Klettersteig-Fans.

  • Schwierigkeit: KS2-0
  • Kletterskala: I
  • Höhe: 420m

Erstes Teilstück

Die ersten paar Meter de Häntzschelstiege überwindet man mit etwas Kletterei. Auch hier, wie so oft in der Sächsischen Schweiz, möchte man unerfahrenen Übermütigen den Einstieg erschweren.

Nach wenigen Metern kann man die erste Eisenkrampe ergreifen und sich anschließend schnell in das Stahlseil einhängen. Dem Seil folgt man anschließend, welches an den schwierigen Stellen immer vorhanden ist. Man gelangt nach der ersten Senkrechte auf einen kleinen Felsgrat und von dort aus auf die nächste Ebene der Stiege.

Steile Felswand mit künstlichen Eisentritten und Stahlseil

Auf den ersten Metern befinden sich an der Felswand viele Eisenkrampen.

Nach dem Felsgrat wird es etwas exponierter, wobei man immer gut gesichert ist und sich notfalls an dem dicken Stahlseil festhalten kann.

An der Außenseite einer Felswand geht es auf schmalen Tritten zu einer Ecke. Hat man die Ecke umschritten hat, ist das schwierigste Stück des unteren Teil der Häntzschelstiege überwunden.

Nun braucht man nur noch, zwischen den Felsen, den gut gesicherten Weg nach oben folgen. Auch dieser ist mit Eisenkrampen und einem Stahlseil gesichert.

Künstliche Klettertritte mit Stahlseil an schräger Felswand

Auch weiter oben im ersten Teilstück findet man wieder viele künstliche Tritthilfen.

Oben angekommen hält man sich nach rechts in Richtung der kleinen Eisenleiter. Über diese geht es zum zweiten Teil der Häntzschelstiege, die besser gesichert und spektakulärer ist.

Blickt man oberhalb der Eisenleiter leicht nach links, entdeckt man in dem Felsmassiv einen großen schmalen Spalt. Dies ist das nächste Ziel, denn in diesem Spalt beginnt der zweite Teil der Häntzschelstiege.

Hinweis:  Über den Bergpfad der oberen Affensteinpromenade kommt man ebenfalls zum Einstieg des oberen Teil der Häntzschelstiege. Dieses erreicht man bequem per Wanderung vom oberen Teil der Wilden Hölle oder über den Ausstieg der Zwillingsstiege.

Zweites Teilstück

Felsspalt in einer Sandsteinwand

Auch wenn der Felsspalt unscheinbar ist, aber in diesem geht es zum 2. Teilstück der Häntzschelstiege.

In einem unscheinbaren Felsspalt geht es weiter. In den Spalt muss man sich hinein zwängen. Am Ende sieht man bereits die Eisenkrampen, welche die Felswand steil hinauf führen.

Mit einmal kräftig antreten überwindet man die ersten zwei Meter, auf denen keine Eisenkrampen zu finden sind. Danach geht es gemütlich, wie auf einer Leiter, hinauf.

Danach folgt man links der Eisenleiter hinauf zu weiteren Krampen in den Felsen. Hier kommt anschließend ein kleiner Spreizschritt.

Fels und Blick in Sächsische Schweiz

Sobald man die Felsschluchten durchquert hat kann man diesen Blick geniesen.

Jetzt geht es auf der anderen Felswand weiter hinauf zu dem oberen Plateau der Affensteine. Man folgt weiter den Sicherungen bis man sich komplett auf dem Plateau befindet.

Auf dem Plateau sollte man eine Pause einlegen und den schönen Rundblick zum Falkenstein und zum Kuhstall genießen. Hier oben gibt es genügend Platz, auch wenn sich auf den Felsen schon anderer Stiegenbezwinger niedergelassen haben sollten.

Panoramablick auf Sächsische Schweiz mit Wolken

Besonders spektakulär ist der Blick von der Häntzschelstiege am Morgen, wenn noch Wolken in der Sächsischen Schweiz hängen.

Letztes Teilstück

Im Abschluss der Häntzschelstiege muss man wieder mutig sein. Viele Menschen macht die Höhe in Verbindung mit den fehlenden Sicherungen, in Form von Stahlseilen oder Geländern, immer wieder zu schaffen.

Felsplateau der Häntzschelstiege mit Bäumen

Das Plateau der Häntzschelstiege ist zwar ungesichert aber bietet viel Platz

Auf den letzte Metern muss man noch einmal ein wenig frei hinab klettern oder mit einem großen Schritt eine Spalte überwinden. Anschließend folgen noch drei Eisenkrampen über die man die Häntzschelstiege abschließt.

Danach beginnt der Bergpfad des Langen Horn. Diesen Pfad folgt man immer geradeaus bis zu einem querliegenden Holzbalken. Dahinter befindet sich der Reitsteig, ein breiter gut ausgeschilderter Wanderweg, der mit einem blauen Streifen auf weißen Grund markiert ist.

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Über Ronny Siegel

Ich bin Ronny und ich liebe die Höhen, egal ob Berge oder Wolkenkratzer, Geschichte und Fotografieren. Deswegen findest du in meinen Beiträgen auch viele Fotos, Panoramas und Landschaftsbilder. Gerne kannst du mir auch immer ein Feedback zu meinen Beiträgen geben oder Fragen in den Kommentaren stellen, wenn du welche haben solltest. :)

Kommentare

Hast du Fragen? Dann poste diese doch bitte einfach hier in die Kommentare. Ich beantworte diese gerne.

  1. Hallo Ronny,

    das ist wirklich eine sehr schöne Wanderstrecke. Wir hatten keine Ausrüstung dabei und sind einfach wie normale Wanderer drauf los gelaufen. Mir als total Ungeübte kam das Herz ganz schön ins Klopfen und man dachte: "Was mache ich hier überhaupt?". 😉

    Aber wir haben es bis nach ganz oben geschafft und sind auch gut wieder unten angekommen.

    Auf dem Rückweg gibt es noch einen anderen Pfad, die "Wilde Hölle". Der Weg macht seinen Namen alle Ehre und den würde ich nicht jedem empfehlen! Er liegt im Schatten und ist deswegen teilweise sehr glitschig und nass. Da es aber eine Kombination aus Wald und Felsen ist, gibt es hier auch diese Eisenstangen auf die man treten soll. [b]Mit nassen Schuhen wirklich gefährlich!!![/b]

    Liebe Grüße,
    Susann

    1. @Susann: Schön das ihr gesund wieder runter gekommen seit.

      Die "Wilde Hölle" ist in der Tat ein schöner Rückweg, wenn es nicht so steil nach unter gehen würde. Aber im Vergleich zur Häntzschelstiege dürfte dies doch nur noch eine Kür gewesen sein, oder?

  2. Den Aufstieg fand ich sehr schön. Ich habe mit Höhen keine Probleme und finde es auch schön, mal am Rand eines Abhangs ungesichert zu stehen. 🙂

    Aber der Abstieg war am schlimmsten. Die Kräfte ließen nach, die Beine fingen an zu zittern, die Sohlen waren nass und wenn man nicht aufpasste, rutschte man auf den Eisenstangen ab. Ich persönlich würde nicht noch einmal durch die Hölle gehen.

    Dafür hatten wir aber ein schönes Erlebniss welches uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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