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Valletta

Eines der Februarhöhepunkte auf Malta ist der Karneval in Valletta. Bunte Kostüme und jede Menge Tanzeinlagen sorgen für eine aufregende Stimmung in der Hauptstadt der kleinen Insel. Jedoch toben sich die Karnevalisten nur in einem kleinen Teil der Stadt aus. Die restlichen Gassen und Straßen sind ruhig und somit auch während der Karnevalsumzüge, bedenkenlos für Touristen zu erkunden. Auch außerhalb der Karnevalssaison ist Valletta einen Besuch wert. Neben den vielen historischen Gebäuden, gibt es auch unbekannte Wege, die ihre Reize besitzen.

Karneval in Valletta

Der Karneval auf Malta ist ein Erlebnis, welches man nicht so schnell vergisst. Malta ist bekannt für seine schrillen Kostüme und die großen Trucks, die von jeder Gemeinde Maltas bunt gestaltet und ausgestattet werden. Eine ganze Woche fahren diese Boliden durch die engen Gassen von Valletta und sorgen mit ohrenbetäubender Musik für eine zweite Loveparade. Am Ende ihrer Tour vollführen die Wagen auf dem eigentlichen Showgelände noch eine Rundfahrt, währenddessen sie von Tänzern in überdimensionierten oder knappen Kostümen umsprungen werden.

Wer eine dieser Shows erleben möchte, kann sich im Vorfeld eine Karte organisieren. Jedoch ist dies nicht empfehlenswert, da im Februar Malta des Öfteren noch von kleinen Regenschauern heimgesucht wird und die Sitzplätze leider nicht überdacht sind. Tickets gibt es für jede Show zudem immer noch am Tag der Veranstaltungen. Selbst an den Haupttagen, dem Wochenende, konnte man noch Eintrittskarten erwerben. Die Preise bewegten sich hierbei um die zehn Euro.

Uferpfad am Fort St.Elmo

Fernab vom Touristentrubel und den Kutschern, die versuchen die Touristen von einer Vallettarundfahrt zu überzeugen, gibt es einen schmalen Weg, der sich am Mittelmeer an der Mauer des Fort St.Elmo entlang zieht. Gleich neben der Malta Experience Show, führt eine Treppe hinab zu diesem Pfad. Anschließend erlebt man eine Seite von Valletta, die nicht von jedem Touristen entdeckt wird. Unterhalb des Forts, bewegt man sich wie ein Pirat an der dicken Mauer entlang und entdeckt auf diesem Weg, neben Piratenzeichen auch Meeresfossilien.

In der Ferne sieht man einen verrosteten Pfeiler aus dem Meer ragen. Vor vielen Jahren war dies einer der Stützen einer Brücke, über die man zum Leuchtturm St. Elmo gelangte. Doch dieser Weg versank in der Zwischenzeit in den Tiefen des Ozeans und nur noch eine Treppe zeugt von dem ehemaligen Zugang zu dieser Verbindung zwischen Festland und dem Leuchtturm. Auf dem Weg entlang der Mauer, bewegt man sich mit vorsichtigen Schritten auf dieses Konstrukt zu. Immer wieder muss man sich vor den heran brechenden Wellen in Acht nehmen, um keine nassen Füße zu bekommen. An einer Stelle, gelangt man nur mit Hilfe einer Eisenbrücke über eine Schlucht, unter der sich das Wasser aufbäumt. In der Mauer des Forts St. Elmo entdeckt man immer wieder kleine schmale Gänge, bei denen man nur rätseln kann, wozu sie einmal dienten. Aufgrund ihrer Höhe, könnten dies Notausgänge oder Noteingänge gewesen sein. Wahrscheinlicher ist jedoch, hier handelt es sich um die alte Kanalisation von Valletta.

Durch die nicht vorhandene Popularität dieses Weges, geht es hier unten zudem eher ruhig zu und wer sich ein paar entspannende Minuten gönnen möchte, könnte sich bei schönem Wetter entspannt auf einen der großen Steinblöcke legen, die ins Meer ragen.

Mc Donalds mit Warteschlange

Ich konnte es nicht fassen, doch in Valletta entdeckte ich einen Mc Donalds, bei dem man einen Platz zugewiesen bekam. Der erste Hinweis hierauf, waren die Wartenden Menschen vor der Mc Donalds Filiale. Da ich diesen jedoch keine Beachtung schenkte, ging ich ohne weitere Rücksicht in das „etwas andere Restaurant“. Erst nachdem ich in der Filiale Platz nahm, bemerkte ich den Einweiser, der vor der Filiale stand und sich ständig in Verbindung mit dem Filialleiter befand. Je nachdem wie viele Plätze gerade frei wurden, ließ er weitere Gäste mit ihren Kindern die Filiale betreten. Diese wurden anschließend von einen der Mitarbeiter zu ihrem Platz geführt.

In der Filiale fühlte man sich, wie auf einem Indoorspielplatz. Kinder lachten, tobten und redeten wild durcheinander ohne dass die Eltern sich gestört fühlten. Überhaupt muss man sagen, die Malteser sind ein kindervernarrtes Völkchen. In der Karnevalszeit sind es ins besonders die Kinder, die kostümiert durch die Gassen rennen. Man hört nur wenige strenge Worte, um die Kleinen in die Schranken zu weisen. Alles ist irgendwie herzlich, fröhlich und ausgelassen und man scheint sich zu entspannen und die Zeit zu genießen.

Weitere interessante Orte auf Malta

Der Mann vom CIA

Eine etwas unglaublichere Geschichte erlebten wir in Valletta eher durch Zufall.  Als wir in einen der unzähligen kleinen Geschäfte etwas erwarben, unterhielten wir uns mit dem vermeintlichen Inhaber dieses Ladens. Der Mann fragte uns, woher wir kommen und natürlich erzählten wir ihn, aus welcher Region wir stammen. Daraufhin berichtet er uns, wie er sich in den Siebzigern mehrere Monate lang in der Region rund um Dresden aufhielt. Da es zur damaligen Zeit nur zwei Sorten von Westlern gab, die sich in Ostdeutschland aufhalten konnten, fragte ich natürlich scherzhaft nach, ob es sich bei ihm, um einen Spion handelt. Dies bejahte er indem er uns von seiner Geschichte beim CIA berichtete.

Auf der Suche nach den führenden Köpfen der Baader-Meinhof Gruppe, hielt er sich für mehrere Monate in der damaligen DDR auf, um Informationen über den Aufenthalt von Personen rund um diese Gruppe zu erhalten. Anschließend war er einer derjenigen, die den deutschen Behörden einen Tipp gaben. Dies führte letztendlich zur Verhaftung eines Teils der Gruppe in Hamburg. Als Beweis zeigte er uns diverse Verletzungen durch Einschüsse und Messerstiche, die er während seiner Zeit beim CIA davontrug.

Natürlich kann man nicht prüfen ob die Geschichte der Wahrheit entspricht. Doch stimmt zu mindestens die Aussage der Verhaftung von Personen der Baader-Meinhof Gruppe in Hamburg. Dort wurde 1972 Gudrun Ensslin geschnappt. Jedoch erzählte uns dieser vermeintliche CIA-Agent, der Tipp führte zur Verhaftung von Personen in einem Hamburger Restaurant. Laut den Informationen über Gudrun Ensslin, wurde diese allerdings in einer Boutique verhaftet.

Busse und der Busbahnhof auf Malta

Zum Schluss zu meinen Ausführungen über Malta, darf man natürlich nicht die Busse vergessen. Vor Valletta existiert der bekannte Busbahnhof, von dem aus, sämtliche Busse auf ihren Routen über die Hauptinsel starten. Vor fünf Jahren glich die Organisation der Fahrten mit diesen Bussen, noch einem wilden Abenteuer. Damals erhielt man nur eine schlechte Kopie des Busfahrplans und des Liniennetzes. Heute gibt es in jedem guten Hotel und natürlich am Busbahnhof, Hochglanzblättchen mit den wichtigsten Informationen in allen gängigen Sprachen.

Doch diese Infos sollte man nicht zu genau nehmen. Immer noch gewinnt man den Eindruck, die Busse fahren wie sie wollen. Zwar stehen auf dem Prospekt die Abfahrtszeiten, doch wenn sich nicht genügend Fahrgäste einfinden, könnte der Bus auch ausfallen. In dem Plan wird zudem auf die verschiedenen Fahrpreise hingewiesen. So lohnt es sich, wenn man sehr oft mit den Bussen fährt, sich ein Dreitages oder Wochenticket zu zulegen. Dieses sollte man dann auch immer beim Besteigen des Busses vorweisen, um nicht vom Busfahrer heranzitiert zu werden. Es kann aber auch passieren, das Ticket interessiert den Lenker des Busses überhaupt nicht. Doch dies weiß man vorher nicht. Ich ging am Ende dazu über, dem Fahrer das Ticket zu zeigen und gleichzeitig zu fragen, ob er in die Stadt in die ich möchte auch fahre. Denn dies ist ebenfalls eine Sache auf die man achten sollte.

An den Bussen gibt es Nummern die aber nicht alle im Busfahrplan verzeichnet sind. Wahrscheinlich werden immer wieder Busse eingesetzt, die als Lückenfüller dienen. Auch darf man den Ziffern nicht unbedingt Glauben schenken. Jeder Busfahrer besitzt immer eine ausreichende Anzahl an Einzelziffern, mit denen er kurz vor der Fahrt seinen Bus markiert. So sollte man sich nicht wundern, wenn man an einem Bus in Richtung Haltestelle vorbei läuft, der an einer Endhaltestelle steht und mit einer Nummer versehen ist, mit der man nicht fahren möchte. Da die Fahrer ihren Bus erst mit der richtigen Nummer identifizieren, wenn sie starten, sollte man diesen Bus beobachten, um nicht letztendlich nur seine Rücklichter zu sehen und festzustellen, dies wäre der richtige Bus gewesen.

Ein drittes Szenario welches wir ebenfalls erlebten war das Eintreffen eines Busses mit einer Nummer, die nicht einmal in das Nummernraster dieser Buslinie passte. Nachdem der Bus an uns vorbeifuhr, entdeckten wir auf der Rückseite des Busses eine komplett andere Nummer. Dies war jedoch die von uns ersehnte Busnummer. Deswegen lohnt es sich immer, den Busfahrer zu fragen, ob er zum gewünschten Ziel fährt. Viele Malteser handhaben dies auch so.

Zu den Bussen sei gesagt, viele dieser stammen aus den Sechzigern und Siebzigern und befinden sich im entsprechenden Zustand. Wenn man in einem Bus sitzt, sollte man auch die Einheimischen beobachten, um zu wissen wie man dem Fahrer signalisieren kann, wenn man aussteigen möchte. In den modernen Bussen, gibt es hierfür die auch hierzulande bekannten Knöpfe. In den älteren Bussen allerdings, zieht man an einer Schnurr, die an der Decke des Busses entlangführt. In manchen Bussen findet man zudem weder die eine noch die andere Variante. Dort könnte ein Hinweis eine schwarze Plastikverkleidung sein. Die komplette Unterseite der Verkleidung ist an dieser Stelle der Knopf für das Haltesignal. Auch Knöpfe an der Decke des Busses, sind keine Seltenheit.

Wenn man zudem nicht genau weiß, wo man aussteigen soll, lohnt es sich den Busfahrer darum zu bitten, einem mitzuteilen, wenn man das Ziel erreicht hat. Anschließend sollte man sich in die Nähe des Busfahrers setzen, da diese nicht durch den Bus brüllen. Jeder der Busfahrer, die wir um diesen Service baten, brachte uns zu unserem Reiseziel. Ich kann es nur jedem empfehlen auf ein Auto auf Malta zu verzichten. Zu schön sind die Geschichten, die man mit den Bussen erleben kann. Sobald man sich an die örtlichen Gegebenheiten gewöhnt hat, bereitet das Mitfahren auch keine Probleme mehr.

Hier findet ihr die neusten Infos zu den Busse auf Malta

Weitere Bilder von Valletta

Über Ronny Siegel

Ich bin Ronny und ich liebe die Höhen, egal ob Berge oder Wolkenkratzer, Geschichte und Fotografieren. Deswegen findest du in meinen Beiträgen auch viele Fotos, Panoramas und Landschaftsbilder. Gerne kannst du mir auch immer ein Feedback zu meinen Beiträgen geben oder Fragen in den Kommentaren stellen, wenn du welche haben solltest. :)

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