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Hagar Qim und Mnajdra Tempel auf Malta

Mit einigem Erstaunen musste ich die Überdachung beider Tempelanlagen feststellen, welche vor fünf Jahren noch nicht vorhanden war. Auch baut man gerade ein neues Besucherzentrum, indem die zu erwartenden Besucherströme abgefertigt werden sollen. Ich gehe ebenfalls davon aus, dass nach Fertigstellung des neuen Empfangszentrums die Anlage noch einmal in einem anderen Umfang eingezäunt werden wird und sich dann auch im Sommer die Öffnungszeiten ausdehnen werden. Leider gehört mit der Überdachung und der zusätzlich Eingrenzung der Anlage, eines der schönsten Fotomotive des Hagar Qim Tempels der Vergangenheit an. Jedoch besitzt die neue Schutzmaßnahme zwei große Vorteile. Bei Regen schützt sie und in den heißen Monaten ist man unter dem Dach vor der Sonneneinstrahlung sicher.

Der Mnajdra Tempel

Schnecke auf Steinplatten

Der Weg zum Mnajdra Tempel, auf dem sich eine Schnecke befindet.

Zu den beiden Tempeln kann man nur sagen, der interessantere Tempel ist der Mnajdra Tempel. Dies liegt an den Möglichkeiten den Tempel zu erkunden. Während im Hagar Qim Tempel nur die Umrundung der Anlage möglich ist und man auf einen direkten Weg hindurch laufen kann, darf man den Mnajdra Tempel in verschiedenen Abteilungen besichtigen. Allerdings muss man auf die Umrundung der Mnajdra Anlage verzichten, sofern man sich nicht außerhalb der Absperrung bewegen möchte.

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Der Hagar Qim Tempel

Haupteingang des Hagar Qim Tempel

Der heutige Eingang des Tempel mit den schweren Steinplatten.

Beim Hagar Qim Tempel sieht man, dass der Verfall weiter fortgeschritten ist. Während man vor fünf Jahren noch die einzelnen Räume der Anlage betreten konnte, sind diese heute für den Besucher gesperrt. Sicherlich liegt dies an der wieder entdeckten Popularität der Anlage und der damit verbundenen erhöhten Besucheranzahl. Unzählige Platten werden im Haqar Qim Tempel heute abgestützt, während man im Mnajdra Tempel noch keinen derartigen Verfall entdecken kann, bis natürlich auf die allbekannten Verfallserscheinungen.

20 Tonnen schwere Steinplatten

Die Reste des Mnajdra Tempel

Die Reste der Tempelanlage, welche überdacht wurden.

Das Besondere an diesen beiden Tempeln ist zum einen das Alter, welches mit über 7.000 Jahren geschätzt wird, und zum Zweiten, dass man kaum etwas über diese Hochkultur weiß. So wird auch hier, wie schon beim Hypogeum, nur gemutmaßt wie man diese Anlage erbaute. Wenn man die Steinmenschen auf den Tafeln sieht, die gerade einen zwanzig Tonnen schweren Stein aufrichten, fragt man sich warum diese Menschen im Kampf um ihr tägliches Überleben, diese Leistung vollbracht haben sollten. Auch wirft die Anlage weitere Fragen auf, die man nicht sofort erklären kann.

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Kurios: Zwei verschieden Arten von Durchgängen

Eine Steintür bestehend aus 3 Steinplatten im Mnajdra Tempel

Eine Steintür, bei der 2 Steine senkrecht aufgestellt und eine Steinplatte quer gelegt wurden.

Mir sind beim Rundgang und der nachträglichen Betrachtung der Bilder insbesondere die Durchgänge aufgefallen. Davon gibt es zwei Versionen. Die erste Variante besteht aus drei Steinen. Zwei Steine stehen links und rechts und der dritte liegt auf diesen Beiden und rahmt den Durchgang ein. Die zweite Variante ist jedoch nur eine Wand aus einem ganzen Stein, durch die ein nahezu quadratisches Loch getrieben wurde. Wozu diesen Aufwand, fragt man sich. Auch ist bei manchen dieser Durchgänge eine Art von Rahmen erkennbar. Viele Durchgänge besitzen zudem an einer Seite zwei Vertiefungen, als ob in diesen einmal die Scharniere für eine Tür eingelassen waren. Manche Durchgänge sind zudem eingerahmt von Steinen, auf denen das typische Lochmuster prangt.

Weitere Infos zu den Tempeln Hagar Qim und Mnajdra – Stand 2013

Das Besucherzentrum war bei unserem letzten Besuch 2013 fertig gestellt. Will man die beiden Tempel besuchen, kann man in dem Besucherzentrum die Tickets dafür lösen. An jedem Tempel gibt es zudem weitere Kontrollen, bei denen man die Tickets vorweisen muss. Zudem findet man im Besucherzentrum weitere Informationen zu den Tempeln und kann auch eine der Steintüren durchschreiten.

Die beiden Tempel Hagar Qim und Mnajdra wurden unterdessen für die Besucher weiter eingeschränkt. Zusätzliche Absperrbänder ermöglichen kaum noch ein aktives Erkunden der beiden Tempel. Wer somit die Tempel für sich entdecken möchte, sollte nicht allzuviel Entdeckungseuphorie mitbringen. Die Zeiten in denen man in den beiden Tempeln ohne Aufsicht umhersteigen konnte, sind endgültig vorbei.

Zwischen den beiden Tempeln gibt es zwei Wanderwege, die man auch ohne Eintrittskarten erkunden kann. Man geht hierfür einfach links neben dem Zaun an dem ersten Tempel HagarQim vorbei und findet die beiden Abzweigungen zu den Wanderwegen auf den Verbindungsweg zwischen den beiden Tempeln.

Zwischen den beiden Tempeln findet man jede Menge alte Gebäude, in denen früher Vogelschützen saßen. Auf diese muss man nicht mehr achten, denn seit 2008 herrscht in dieser Gegend ein Schießverbot. Ob dieses auf die gesamte Insel ausgeweitet wurde, haben wir jedoch nicht herausgefunden.

Über Ronny Siegel

Ich bin Ronny und ich liebe die Höhen, egal ob Berge oder Wolkenkratzer, Geschichte und Fotografieren. Deswegen findest du in meinen Beiträgen auch viele Fotos, Panoramas und Landschaftsbilder. Gerne kannst du mir auch immer ein Feedback zu meinen Beiträgen geben oder Fragen in den Kommentaren stellen, wenn du welche haben solltest. :)

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