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Klettersteig Che Guevara auf den Monte Casale in der Nähe des Gardasees

Einstieg des Klettersteig Che Guevara über dem Tagebau.

Der Klettersteig Che Guevara gehört zu den konditionell schwierigsten Klettersteigen der Region des Gardasees. Mit insgesamt über 1.400 Höhenmetern zieht sich der Klettersteig an der Südseite des Monte Casale Massivs hinauf. An sonnigen Tagen sollten man den Che Guevara nicht unterschätzen, da die Sonne dauerhaft auf das Massiv eindrischt. Ebenfalls sollte man ausreichend Wasser mitnehmen, denn bis auf den Gipfel gibt es keine Möglichkeit Wasser nachzufüllen.

Gipfelkreuz auf dem Monte Casale am Klettersteig Che Guevara

Der Zustieg zum Klettersteig Che Guevara

Am Besten parkt man sein Fahrzeug in Pietramurata. Kurz vor dem Ortsausgangsschild, wenn man aus der Richtung Riva del Garda kommt, zweigt links eine Straße zu einem Steinbruch ab. Folgt man der Straße bis zum Ende, findet man ausreichend Parkplätze. Anschließend folgt man der Beschilderung zum Einstieg des Che Guevara. Auf dem Weg, welcher am Steinbruch vorbei führt, sollte man sich nicht wundern, wenn man Chemikalien riecht. Dies wird sich in ein paar Metern wieder bessern.

Nach dem Steinbruch führt der Weg durch einen kleinen Wald. Jetzt muss man nur noch rund 100 Höhenmeter bis zum Einstieg überwinden. Hat man die ersten Seillängen erreicht, vermitteln diese nicht den Eindruck, dass man sich am Klettersteig befindet. Stattdessen könnte man meinen, es handelt sich um Unterstützuungsseile für den schmalen Weg. Wenige Meter später steht man jedoch vor einer Wand, an der das Seil hinaufführt. An dieser Stelle findet sich noch ausreichend Platz, um sein Klettersteigset anzulegen.

Steinbruch in Pietramurata vom Klettersteig Che Guevara

Klettersteig Che Guevara – erster Teil

Der Klettersteig unterteilt sich in drei Abschnitte. Im ersten Teil des Klettersteigs Che Guevara geht es steil nach oben. Man überwindet auf den ersten Metern ein paar senkrechte Wände, die jedoch nicht überstehend und immer mit ausreichend Trittmöglichkeiten und Griffen versehen sind. Immer wieder quert man zudem den Felsen, mal nach links und mal nach rechts und überwindet das eine und andere kleine Plateau. Dazwischen befinden sich auch immer ein paar Stellen, bei denen man frei und ohne Sicherung nach oben klettern darf.

Eine durchgehende Seilführung vermisst man am Che Guevara. Nachdem man ein Plateau mit ein kleinen Baumgruppe gequert hat und anschließend in freier Kletterei einen kleinen Felsen überwinden durfte, steht man vor einer Tafel auf welcher der Che Guevara erstmalig als Name erwähnt wird. Man befindet sich an dieser Stelle auf 600 Metern über den Meeresspiegel.

Beginn des zweiten Teilstücks des Che Guevara

Klettersteig Che Guevara – zweiter Teil.

Wahrscheinlich beginnt erst bei der Tafel der eigentliche Klettersteig. Von hier an geht es weitere 500 bis 600 Meter in die Höhe. Unterwegs findet man immer wieder Höhenmarkierungen, die einem bis 950 Meter die aktuelle Höhe verraten. Der zweite Teil beginnt an einer Wand, die man gut gesichert und mit scharfen Antritten schnell überwindet. Anschließend folgt dasselbe Szenario wie im ersten Teil. Man steigt steil hinauf um anschließend rechts oder links zu queren. Erst im oberen Teil wird der Klettersteig etwas entschärft. Dann findet man immer wieder künstliche Tritte, die einem den Aufstieg erleichtern. Auf den letzte einhundert Meter folgt man diesen Tritten über mehrere Bergkuppen. Der Weg zieht sich bereits an dieser Stelle gewaltig in die Länge.

Das Gipfelbuch versteckt sich unterhalb der letzten großen Felswand in einer kleiner Baumgruppe. Nachdem man die letzten Sproßen überwunden hat, läuft man entlang der Wand genau auf das Gipflebuch zu. Wer hier bereits Probleme mit seiner Kondition hat, dem können wir nur den Spruch aus unserem Gipfelbuch weitergeben, welchen wir in diesem vorfanden. „Kondition ist, wenn man nicht mehr kann, aber weiter geht.“ Treffender kann man den bisherigen Aufstieg des Che Guevara nicht beschreiben.

Blick vom Klettersteig Che Guevara nach Sarche

Klettersteig Che Guevara – dritter Teil

Wer meint er habe jetzt das gröbste überstanden, der irrt sich gewaltig. Noch einmal liegen rund 400 Höhenmeter vor einem, die es in sich haben. Der letzte Teil des Che Guevara führt links um das Massiv des Monte Casale herum. Dabei findet man immer wieder Seilsicherungen, die zum Teil aber aus dem Fels gerissen oder streckenweise so lang sind, dass sie kaum sicheren Halt bieten. Jedoch gibt es auf den letzten 400 Metern auch einen großen Vorteil. Statt sich permanent in der Sonne zu befinden, läuft man durch verschiedene Baumgruppen, die immer wieder Schatten spenden. Problematisch wird der Weg allerdings, wenn es regnet. Dann findet man auf dem nassen Felsen nur schwer einen sicheren Tritt.

Kurz vor dem endgültigen Ausstieg gibt es noch einmal zwei senkrechte gut gesicherte Wände die man nach oben klettern muss. Danach läuft man einen Wiesenpfad hinauf, bis man endlich die rund 1.400 Höhenmeter hinter sich lassen darf. Oben wird man von einer riesigen Wiese erwartet, über die man in knapp einer Minute zum Rifugio Don Zio gelangt. Dabei ist aber zu beachten, wochentags wird man hier nur mit Glück jemanden antrefen. Das Rifugio hat dafür am Wochenende regelmäßig geöffnet.

Am Klettersteig Che Guevara

Abstieg und zusätzliche Infos zum Klettersteig Che Guevara

Wir können nur jedem empfehlen irgendwie ein zweites Fahrzeug in die Nähe des Rifugios zu parken, mit dem man nach der Tour wieder zum Ausgangspunkt zurück gelangen kann. Alternativ kann man natürlich auch am Rifugio nachfragen ob jemand der Anwesenden einen mit in das Tal nehmen kann. Die Hüttenwirtin kann hierbei vielleicht helfen, da sie über ganz gute Deutschkenntnisse verfügt.

Ansonsten bleibt einen nur der Abstieg zu Fuß, der sich sehr lang hinziehen kann. Wir haben einmal aufgrund mangelnder Kondition den Abstieg über Comano gewählt und umwanderten anschließend das Felsmassiv des Monte Casale auf der Straße. Dafür benötigten wir rund sechs Stunden. Ein weitere Weg soll der Weg 427 sein, für den man aber ebenfalls rund 4 Stunden einplanen sollte.

Technisch ist der Klettersteig eine Wonne. Man findet immer wieder gute Griffe und schöne Tritte, mit denen man sich nach oben vorarbeitet. Konditionell ist der Klettersteig dafür ein Kracher. Wer es nicht gewöhnt ist in einem Ritt 1.400 Höhenmeter zu überwinden, sollte aktiv darüber nachdenken, ob er sich an dieses Experiment wagt. Der Che Guevara kann einem auch die letzte Motivation rauben, die man jedoch benötigt, wenn man dieselbe Höhe noch absteigen muss. Für Anfänger ist der Klettersteig deswegen aus unserer Sicht nicht geeignet.

Letzten Meter kurz vor dem Gipfelbuch des Klettersteig Che Guevara

 

Über Ronny Siegel

Ich bin Ronny und ich liebe die Höhen, egal ob Berge oder Wolkenkratzer, Geschichte und Fotografieren. Deswegen findest du in meinen Beiträgen auch viele Fotos, Panoramas und Landschaftsbilder. Gerne kannst du mir auch immer ein Feedback zu meinen Beiträgen geben oder Fragen in den Kommentaren stellen, wenn du welche haben solltest. :)

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