| Hochwasserkatastrophe in Brisbane oder die katastrophale Berichterstattung der deutschen Medien |
| Geschrieben von: Ronny Siegel |
| Mittwoch, den 12. Januar 2011 um 15:57 Uhr |
Es ist Regenzeit in Australien. Eigentlich nichts Besonderes, wenn da nicht die Wassermassen wären, die sich derzeit über die Ostseite von Australien ergießen. Von einer Jahrhundertflut wird gesprochen, obwohl die letzte Flut im ähnlichen Ausmaß nicht einmal 50 Jahre her ist. Aber bekanntlich klingt alles interessanter, wenn es umso katastrophaler erscheint. Eine Katastrophe für die Menschen in Australien, aber auch eine Katastrophe für viele Menschen hierzulande. Denn jedes Jahr pilgern unzählige Jugendliche nach Australien für ein „Work and Travel“ Jahr. Ein Großteil dieser Jugendlichen befindet sich derzeit inmitten dieser Fluten. Für die Daheimgebliebenen eine nervliche Zerreißprobe. Schließlich ist durch die Fluten auch der Kontakt zu Angehörigen abgebrochen. In vielen betroffenen Teilen wurde der Strom abgestellt und einige Menschen werden bereits vermisst. Wer dazu zählt, weiß keiner. Eigentlich könnten die Medien an dieser Stelle unterstützend eingreifen. Doch stattdessen werden nur Bilder von überfluteten Gebieten gezeigt und, und dies ist das eigentliche Manko, Deutsche, die sich in Australien befinden unvollständig zitiert. Einer von ihnen ist Torsten Schmidt, Betreiber von unserem Namensvetter ploynt.de. Auf seinem Blog veröffentlicht er derzeit Flutbilder aus Brisbane und berichtet live vor Ort, was sich in der Millionenstadt gerade ereignet. Die deutsche Presse entdeckte gestern diesen für sie wichtigen Kontakt und setzte sich mit Torsten in Verbindung. In einem Telefoninterview, ließ sich die dpa von Torsten berichten, wie die Lage vor Ort aussieht. Aus diesem fünf bis sechsminütigen Interview wurde nur eine Passage zitiert „Es gibt kein Toastbrot mehr in der Stadt“. Torsten hätte sich stattdessen gewünscht, die Medien hätten die Menschen darüber informiert, es bricht keine Panik in Brisbane aus. Die Stadt informiert die Menschen nämlich regelmäßig per Fernsehen und Radio über die Situation. Und dies schnell und umfassend. Sicherlich sind solche Informationen für die Angehörigen relevanter, als ob es noch Toastbrot in Brisbane gibt. Zudem berichtete mir Torsten, viele Menschen aus Deutschland haben sich aufgrund seines Blogeintrages mit ihm in Verbindung gesetzt und ihm für die objektive Berichterstattung gedankt oder den Kontakt zu Angehörigen in Brisbane vermittelt. Problem ist nur, wer den Blog von Torsten nicht kennt, weiß auch nicht, wie man ihn kontaktieren kann. Denn sämtliche deutsche Medien haben nur die dpa Meldung übernommen und keine Quellenangabe zum Blog von Torsten hinterlegt. Dabei wäre die Sucheingabe so einfach gewesen. Bereits mit der Kombination „Torsten Schmidt Brisbane“ findet man bei Google nicht nur sämtliche deutsche Presseorgane mit seinem Zitat, sondern auch seinen Blog. Aus diesem Grund noch einmal an dieser Stelle für alle, die derzeit Angehörige in Brisbane in Australien haben, der Link zum Blog von Torsten mit den aktuellsten Infos zu den Geschehnissen. Beispiele von zitierter dpa Meldung ohne weitere Hinweise in den deutschen Medien: welt.de, stern.de, focus.de, zeit.de, n24.de |
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Diese Art von Berichtnichterstattung wird immer mehr zur Regel auch und gerade in den sogenannten Qualitätsmedien dieses Landes. Jüngstes Beispiel ist die Medienkampagne um den Bundespräsidenten Wulff. Was da alles interessierte:
Hat Wulff ein Privatdarlehen von einem Unternehmer bekommen?
Hat Wulff dieses Privatdarlehen in einen Privatkredit zu außergewöhnlich vorzüglichen Konditionen umwandeln wollen?
Hat Wulff dem Chefredakteur der Bild-Zeitung die Veröffentlichung von Informationen verbieten wollen?
Zwei Fragen interessierten nicht:
Wer will Wulff abschießen?
Warum will man Wulff abschießen?
Wozu auch? Schließlich gibt es in Brisbane kein Toastbrot mehr.