| Die Science Busters und ihre Stippvisite im Dresdner Wechselbad |
| Geschrieben von: Ronny Siegel |
| Montag, den 18. Oktober 2010 um 05:30 Uhr |
Es ist Samstags Abend. Der Saal des Wechselbades füllt sich allmählich. Noch wenige Stunden zuvor schien es, als ob ein Großteil des Saales leer bleiben würde. Doch diese Bedenken zerstreuen die vielen Besucher die langsam ihre Plätze einnehmen. Heute steht jedoch kein Theater auf dem Programm, sondern eine Mischung aus Kabarett und Wissenschaft. Dementsprechend wirkt auch das Publikum wissenschaftlich interessiert und vermittelt den Eindruck von noch Studierenden und Denjenigen, die schon lange keinen Hörsaal mehr zu Gesicht bekamen. Die Science Busters sind dagegen eine ganz spezielle Formation, die es in dieser Form bisher im deutschsprachigen Raum noch nicht gab.Ein bisschen Interesse für die Wissenschaft sollte man schon mitbringen, wenn man dem Programm der Science Buster folgen möchte. Allerdings ist dies auch die einzige Grundvoraussetzung, denn sonstige Kenntnisse werden jedes Mal aufs Neue auf der Bühne dem Publikum näher gebracht. Aus vier Mitgliedern bestehen die Science Busters. Dabei teilt sich Wissenschaft und Humor zu fünfzig Prozent. Durch die beiden Physikern Professor Heinz Oberhummer und Werner Gruber erfolgen die wissenschaftlichen Abhandlungen der verschiedenen Themen. Für den Spritzer Humor ist Martin Puntigam verantwortlich. Den vierten Mann im Team kann man nur kurz während der Pause sehe, wenn er die Wasserressourcen auf der Bühne auffüllt. Ansonsten versteckt sich Christian Gallei hinter seinem Mischpult und vermittelt dem Publikum visuell, was die drei Anderen auf der Bühne von sich geben. Und gerade diese Mischung ist für den Erfolg der Science Busters verantwortlich. Dabei sind die beiden Physiker zu jeder Zeit authentisch, wie mir Christian nach der Show versicherte. Denn auch wenn es derzeit ein sogenanntes Programm gibt, kann man von einem eigentlichen Programm nicht sprechen. Die Show entwickelt sich erst auf der Bühne, je nachdem welche Richtung die Wissenschaftler gerade einschlagen. Insgesamt stehen Christian 27 verschiedene Themenbereiche zur Verfügung, von denen er in Dresden alleine zwölf Stück bereit hielt. Von diesen wurden in Dresden vielleicht fünf oder sechs präsentiert. Der Rest landete erneut in der Schublade. Dies ist auch der Grund, warum man in der eigenen Heimatstadt Wien, 150 Fans um sich scharen konnte, die zu jeder Veranstaltung der Science Busters pilgern. Bisher, so versicherte mir Christian, gab es keinen einzigen Auftritt der sich komplett wiederholte. Auch für ihn gab es heute neue Informationen, die er noch nicht kannte. Die Idee zu dieser Form der Wissensvermittlung kam Professor Heinz Oberhummer. Es muss kurz nach seiner Pension gewesen sein, als Heinz Oberhummer seine ersten Erfahrungen auf diesem Gebiet sammelte. Laut Christians Aussagen durften sich seine Studenten sogar einmal im Hörsaal den Film „Terminator“ ansehen. Danach folgte eine zweistündige Abhandlung darüber, welche Dinge aus dem Film, in Realität nicht funktionieren würden. In einem Gespräch mit seiner Friseurin wurde Heinz Oberhummer dann letztendlich auch bewusst, welche Ängste die meisten Menschen vor Physik hatten. Dies war der Anstoß dafür, einen Kabarettisten in das Konzept mit einzubeziehen. Die Science Busters waren geboren. In der Zwischenzeit ist das Programm im Wechselbad der Gefühle im vollen Gange. Martin ist warmgelaufen und die beiden Physiker befinden sich komplett in ihrem Element. Gerade eben entzündete Werner Gruber ein Streichholz auf zwei Meter Entfernung mit seinem Speziallaser. Mit diesem könnte man auch einen Menschen auf einer Entfernung von bis zu zehn Kilometer zum Erblinden bringen, so Werner Gruber in seinen weiteren Ausführungen. Allerdings versagte der Laser bei einem grünen Luftballon in Form eines Hundes. Warum dies geschehen musste, auch dafür gab es eine wissenschaftliche Erklärung. Als schließlich Werner Gruber diesen Laser durch seine Schutzbrille auf das Publikum richtete, war mir nicht ganz wohl zu Mute. Die Information, der Laser könnte zur Erblindung führen, befand sich schließlich noch in meinem Kopf und irgendein Licht kam doch schließlich trotzdem durch die Brille? Werner Gruber sah dies gelassen, denn schließlich war dies der Beweis dafür, irgendwann kann ein kleiner Teil von allem, jedes Hindernis überwinden. Dass er damit auch Menschen meinen könnte die durch Wände gelangen würden? Aber das war ein anderer Part des Programms. Weitere Links: sciencebusters.at, Wikipedia - Science Busters, Videos der Science Busters auf onestepahead.at, aktuelles Buch der Science Buster |
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