| Bilder vom Flashmob in Dresden. Sächsische Schüler rebellieren gegen geplante Schulkürzungen |
| Geschrieben von: Ronny Siegel |
| Freitag, den 01. Oktober 2010 um 00:14 Uhr |
Rund 3.000 Dresdner Schüler und Lehrer versammelten sich gestern in einer Flashmobaktion vor dem Sächsischen Landtag, um gegen die geplante Kürzung bei freien Schulen zu demonstrieren. Sachsen möchte im kommenden Haushaltsjahr 10 Millionen Euro bei den Schulen in freier Trägerschaft einsparen. Die Flashmobaktion vor dem Sächsischen Landestag sollte ein erstes Zeichen setzen, in Sachsen darf es keine Kürzungen geben.Der Wirbel um die zukünftigen Kürzungen scheint berechtigter denn je. Überall im Land wird immer wieder darauf hingewiesen, die Zukunft von Deutschland liegt in der Ausbildung unserer Kinder. Dass gerade Sachsen als eines der Bundesländer mit den besten Durchschnittsnoten jetzt gegen diesen Trend antreten möchte, ist unverständlich. Gespart werden soll vor allem bei den freien Schulen, die Schulen, die sich in den letzten zehn Jahren in Sachsen immer weiter etablierten und auf denen sich in der Zwischenzeit 7,6 Prozent der sächsischen Schüler befinden. Da wundert es nicht, wenn der Sachse gegen diese Sparmaßnahmen rebelliert. Schließlich würden diese Einsparungen, sozial schwache Familien treffen. Laut den Aussagen von Konrad Schneider, dem Sprecher der freien Schulen in Sachsen, existieren im Freistaat freie Schulen, auf denen nahezu jeder zweite Schüler auf das Schulgeld vom Land angewiesen ist. Würde an dieser Stelle gekürzt, würden sich diese Familien eine freie Schule nicht mehr leisten können. Dabei sind die Vorteile von freien Schulen nicht von der Hand zu weisen. In den meisten dieser Schulen, ist das Lernklima deutlich besser, wie auf einer staatlichen Schule. Dies liegt zum Einen daran, die Klassengröße auf diesen Schulen ist kleiner, so dass man auch individuell auf Lernschwächen von Schülern eingehen kann. Zum Zweiten sind aber auch ein Großteil der Eltern aktiv in den Schulprozess mit integriert und engagieren sich für ein ordentliches Lernumfeld. Unterdessen scheint sich aber auch in den Regierungsparteien von Sachsen Widerstand gegen die geplanten Einsparungen zu regen. Christian Piwarz, sächsischer Landtagsabgeordneter der CDU, äußerte sich in einem Interview beim MDR Info wie folgt: „Sicherlich ist Diskussionsbedarf bei den bestehenden freien Schulen. Das wird auch in der Fraktion ganz offen diskutiert. Aber was neue freie Schulen betrifft, dort werden sicherlich wieder härtere Maßstäbe gelten als bislang.“ Die Abstimmung über die Kürzungen erfolgt am 14. und 15. Dezember. Bis dahin will das Bündnis „Ja zu Freien Schulen“ weitere Aktionen durchführen und auf die Problematik hinweisen. Dresdner Schüler versammeln sich im Zwinger zum geplanten Flashmob. ![]() Selbstgebastelte Plakate für die sächsischen Abgeordneten. Der Mob formiert sich und marschiert zum Landtag. Einige Schüler wollen die vordersten Plätze erstürmen. Wenn dieser Hinweis stimmt, dann müsste die Protestaktion ein Erfolg gewesen sein. Rund 3.000 Schüler und Lehrer versammelten sich vor dem sächsischen Landtag. Ausgestattet mit bunten Luftballons, sollte den Abgeordneten die farbliche Vielfalt, der derzeitigen Schullandschaft, präsentiert werden. Für einige Schüler war das Sammeln der Luftballons ein erquickender Zeitvertreib. Die umliegenden Gebäudebestandteile des Landtages wurden zusätzlich mit den Ballons geschmückt. Die Aktion dauerte über eine Stunde. ![]() Für die Organisatoren war dieser Flashmob ein erster Erfolg. Quellen und Links: Audiobeitrag des MDR Info, Interview SZ-Online mit Konrad Schneider, Aktionsbündnis www.ja-zu-freien-schulen.de |
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