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Der PR2 - Ein Haushaltsroboter für schlappe 400.000 US Dollar
Geschrieben von: Ronny Siegel   
Montag, den 13. September 2010 um 05:13 Uhr
roboter_pr2_fr_den_haushaltEs ist erst ein paar Monate her, als das Unternehmen Willow Garrage seinen Roboter den PR2 der Welt präsentierte. In einer großen Show, verschenkte die Firma damals elf der edlen Teile an die Weltgemeinschaft, bevorzugt an Universitäten. Mit der zur Verfügung gestellten Open-Source Software sollte der Roboter die unterschiedlichsten Dinge erlernen. Welche dies seien, war den Universitäten frei gestellt. Da die Robotik ein von Männern durchsetzter Bereich ist, zielten die ersten Fähigkeiten im Besonderen auf eine häusliche Entlastung ab. Jetzt will  das Unternehmen den PR2 aktiv vermarkten und legte bereits einen Verkaufspreis fest.



Der PR2 ist schon eine niedliche Maschine, wenn man einen Roboter überhaupt als niedlich bezeichnen kann. Mit seinem unbekümmerten Aussehen, wirkt er eher harmlos, obwohl er in mehreren Experimenten schon so manche Tür zerkratzte. Den ersten Paukenschlag verübte der PR2 in einem Video, in dem zu sehen war, wie er selbständig Handtücher sortierte und diese zusammen legte. Diese Eigenschaft besaß zuvor noch kein anderer Roboter. Es schien, als ob Wissenschaftler über einen nützlichen Einsatz von Robotern im Haushalt nachgedacht hätten.


Der Roboter PR2 faltet und sortiert Handtücher


Danach erfolgte die pompöse Verteilung der insgesamt elf PR2s, die in die Welt versand wurden, um Dinge zu erlernen die kein Roboter zuvor beherrschte. An den Universitäten, an dem der PR2 zum Forschungseinsatz kam, ging es anschließend Schlag auf Schlag. Es dauerte nicht lange und man sah wie der PR mit einem Queue umgehen konnte und sich damit als Lieblingsspielpartner beim Billard, der dort ansässigen Wissenschaftler etablierte.


Der Roboter PR spielt mit einem Wissenschaftler Pool


Kurze Zeit später, folgte ein wichtiges Video des Unternehmen Willow Garage, in dem darauf hingewiesen wurde, was man dem Roboter zumuten konnte und wovon man die Finger lassen sollte. Denn aufgrund seiner nicht vorhandenen Beine, lässt sich der Roboter natürlich nur auf ebenen Flächen einsetzen. Seine Stärke liegt in seinem Kopf und seinem Armen. Gerade die Arme haben es den Wissenschaftlern angetan. Diese wurde so konzipiert, dass sie sich eben nicht wie menschliche Arme bewegen, sondern die Bewegungsfreiheit von Roboterarmen erhalten blieb. Auch wenn es in dem Video um ernstgemeinte Hinweise ging, war der Spaß den man mit dem Roboter hatte, nicht zu übersehen.


Wichtiger Sicherheitshinweis - Dies sollte man nicht mit dem Roboter PR2 machen!


Kaum war dieses Video veröffentlicht, folgte bereits die nächste Fähigkeit, die der Roboter erlernte. Gerade in Singlehaushalten oder Männer WGs könnte sich diese Fertigkeit als nutzbringend erweisen. Es war ja auch nicht anders zu erwarten, aber dem PR2 wurde beigebracht wie man eine Bierflasche aus dem Kühlschrank holte und diese geöffnet seinem Master servierte. Ob sich dafür natürlich die Investition von 400.000 Dollar lohnt, möchte ich hier einmal bezweifeln.


Der Roboter PR2 holt Bier aus dem Kühlschrank


Etwas sinnvoller scheint dagegen schon die Postsortierfertigkeit des PR2 zu sein. Ein anderes Team brachte dem PR2 bei, wie er eingehende Post sortieren soll und diese anschließend an die entsprechenden Mitarbeiter verteilt. Berücksichtigen muss man allerdings, es handelt sich hier nur um Testphasen. Ob sich der PR2 mit dieser Funktion auch in der Öffentlichkeit behaupten kann, muss er erst noch beweisen. Die Deutsche Post wird sicherlich keinen Bedarf an dem PR2 haben, denn diese verfügt bereits über Sortiermaschinen.


Der Roboter PR2 sortiert die Post


Erst letzte Woche folgte dann das bisher auch letzte veröffentlichte Video. Erneut stand eine Tätigkeit aus dem Haushalt im Fokus der Programmierer. Diesmal erlernte der Roboter, wie man Socken richtig herumdreht und diese anschließend sortiert. Bedenkt man hierbei, dass die meisten Fertigkeiten auf häusliche Arbeit abzielen, fragt man sich gleichzeitig, wer 400.000 Dollar für einen Roboter ausgeben würde, der einem die Bude auf Vordermann bringt. Würde man für dieselben Tätigkeiten eine Putzfrau auf 400 Euro Basis einstellen, könnte man diese mit dieser Summe 65 Jahre lang bezahlen. Aber vielleicht sinkt der Preis des PR2s in den nächsten Jahren doch noch auf ein erträgliches Niveau.


Der Roboter PR2 legt Socken zusammen


Links: willowgarage.com, robonews.de





 
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