| Neuste Erfindung der GEZ – Öffnungszeiten für das Internet |
| Geschrieben von: Ronny Siegel |
| Dienstag, den 03. August 2010 um 04:44 Uhr |
Würde man die Deutschen zum Thema GEZ befragen, würden sich die Antworten sicherlich immer wieder gleichen. Kaum eine andere Institution bietet mehr Gesprächsthema, wie diese. Durch ihre rigorose Vorgehensweise in den vergangenen Jahren, wurde sie zudem bei vielen zu einem beliebten Hassobjekt. Da halfen auch die gut inszenierten Werbespots wenig, die immer wieder zur Zahlung der Gebühr aufforderten. Doch auch bei der GEZ haben sich die Zeiten geändert. Wo früher Informationsmangel herrschte, versucht man sich derzeit zu öffnen. Manchmal auch mit etwas kurios anmutenden Versuchen.Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich vor Jahren meinen Fernseher bei der GEZ abmelden wollte. Die Suche nach einem Abmeldeformular endete in Frustration, da dieses nirgendwo auffindbar war. Am Ende half nur ein klassischer Brief mit dem Hinweis an die GEZ, es gibt ab sofort keinen Fernseher mehr. Zum Glück gehören diese Zeiten nun wirklich der Vergangenheit an. Wo früher auf der GEZ-Seite nur Anmelde- und Ummeldeformulare eindeutig zu finden waren, ist die Übersicht heute um die restlichen Informationen ergänzt wurden. Zudem wurde der Webauftritt der GEZ, um einiges aufgepeppt und zeitgemäß gestaltet. Ein Blick auf die Webseite zeigt jedem Beitragszahler sofort, hier wurde das Geld an der richtigen Stelle investiert. Denn schließlich erwartet man heutzutage auch schnelle und konkrete Informationen. Umso mehr verwunderte es mich als ich vor kurzem einen Werbebutton der GEZ im Internet entdeckte mit dem Slogan „Sagen Sie uns ihre Meinung“ Allerdings geschah bei dem Klick auf dem Button leider nichts, weswegen ich diesen ignorierte. Jedoch wäre die GEZ nicht die GEZ, wenn sie sofort aufgeben würde. Ein paar Tage später fordere mich die Werbung erneut dazu auf, meine Meinung kundzutun. Diesmal öffnete sich sogar ein weiteres Browserfenster und offenbarte mir ein zusätzliches Angebot der GEZ, das Meinungsforum. Gleich im ersten Satz auf der Webseite, wurde mir auch bewusst, warum ich beim ersten Versuch keine Chance auf eine Reaktion hatte. Das Meinungsforum der GEZ verfügt nämlich über Öffnungszeiten oder Moderationszeiten. Diese sind täglich außer an NRW-Feiertagen von Montags bis Freitags von 8 bis 22 Uhr. In den restlichen Zeiten bleibt das Forum geschlossen und kann nicht aufgerufen werden. Mein erster Versuch war sicherlich zu einen dieser Zeiten. Man kann jetzt geteilter Meinung über dieses Vorgehen sein. Ich vermute allerdings, die GEZ befürchtet außerhalb der Moderationszeiten eine Attacke von Meinungen, deren man nicht mehr Herr wird. Zu Gute halten muss man der GEZ aber, diesen Schritt überhaupt gegangen zu sein. Laut den Informationen der Presseabteilung der GEZ, sind gerade die Diskussionen, die seit längerem über den Sinn der Gebühren geführt werden, der Grund für die Etablierung dieses Angebotes gewesen. Der GEZ geht es laut eigenen Aussagen dabei nicht darum, die Nutzer dahingehend auszuspionieren, ob sie ihrer Zahlungspflicht nachkommen. Deswegen wurden auch die Anmeldeanforderungen möglichst gering gehalten. Neben einem virtuellen Benutzernamen, einer gültigen E-Mailadresse und dem Passwort werden keine weiteren Fragen gestellt. Auch die Verhaltensregeln für das Forum sind kurz und übersichtlich. Auch kann ich entgegen anderer Meinungen in dem Forum, keine ausartende Zensur erkennen. Zwar kritisieren User immer wieder, ihre Einträge werden gelöscht, doch sind die Diskussionen und die Informationen in dem Forum, teilweise sehr heftig. Die Glaubhaftigkeit solcher Aussagen ist damit anzuzweifeln, da man ansonsten davon ausgehen könnte, kaum negative Äußerungen vorzufinden. Bemängeln muss man allerdings, es findet sich auf der Hauptseite der GEZ kein Hinweis auf das Forum und wenn doch, ist dieses sehr gut versteckt. Wenn man ernsthaft daran interessiert ist, Meinungen einzuholen, sollte man nicht nur extern, sondern gerade über die eigene Homepage auf dieses Angebot hinweisen. Ansonsten kann man sich die Kosten für die Werbung sparen, zumal diese von dem Gebührenzahler finanziert werden. Zum Schluss noch ein paar Links, die sich mit der derzeit stattfindenden Änderung des Rundfunkstaatsvertrages beschäftigen. Aufgrund der schnellen Entwicklung, wurde es auch einmal Zeit diesen grundlegend zu überarbeiten. In Kraft treten soll der Staatsvertrag allerdings erst 2013. Bis dahin wird sich noch einiges ändern. Der erste Entwurf ist bereits verfügbar und sollte ausgiebig diskutiert werden. Das Forum der GEZ und andere Foren im Internet bieten dafür genügend Platz. Weiterführende Links: Presseerklärung der GEZ, GEZ-Hauptseite, GEZ-Forum, Verhaltensregeln im GEZ Forum, Neuer Rundfunkstaatsvertrag für 2013 (Entwurf), Rundfunkgebuehrenzahler.de |
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