| Großdemo in Berlin – Das war wohl nix |
| Geschrieben von: Ronny Siegel |
| Montag, den 14. Juni 2010 um 05:01 Uhr |
Es muss so gegen 14 Uhr gewesen sein, als wir vor dem Platz standen, auf dem ursprünglich einmal der Palast der Republik stand. An diesem Ort schossen mir sofort zwei Gedanken durch den Kopf. Ich stellte mir die Frage warum man das eigentliche Mahnmal zur Geschichte „40 Jahre geteiltes Deutschland“ überhaupt wegriss und wünschte mir dieses Objekt stände weiter an derselben Stelle. Es wäre an dem heutigen Samstag der ideale Kontrast zu der Demo gewesen, die ein paar Meter davon entfernt statt fand. Gleich neben dem Alex, vor dem roten Rathaus riefen mehrere Gruppen zu einer Großdemo auf, die mit dem Thema „Wir zahlen nicht für eure Krise“ überschrieben war. Die Verabschiedung des Sparpaketes der Bundesregierung in der vergangenen Woche, schien zudem eine gute Werbung für die Demo zu sein. Doch die Tatsachen sahen anders aus. Gefühlte 2.000 bis 3.000 Menschen versammelten sich auf dem Platz. Wenn man dabei berücksichtigt, es riefen 112 Gruppen zur Demonstration auf, dann kann man sich schnell selber ausrechnen, wie viele Mitglieder jede Gruppe zur Demo mitbringen musste, um die Anzahl zu erreichen. Dementsprechend wirkte auch auf mich die Organisation. Sofort nach dem Betreten des Platzes, fühlte ich mich wie auf einer großen Werbeveranstaltung diverser Splittergruppen, die auf der Suche nach neuen Mitgliedern und Spenden waren. Man kam kaum ein paar Meter weit, ohne dass einem nicht verschiedenste Werbeflyer, Zeitschriften oder anderes bedrucktes Papier entgegen gereckt wurde. Gefühlt jeder Zweite hielt in seinen Händen eine Fahne, ein Plakat oder ein Transparent seiner Organisation. Die paar Menschen, die nicht zu einen dieser Gruppierungen zählten, waren demnach auch die eigentlichen Opfer der Veranstaltung. Denn gerade auf diese Personen konzentrierte sich die geballte Agitation. Doch der eigentliche Würgreiz setzte bei mir zum Beginn der Veranstaltung ein. Die Parolen, die von der Bühne geträllert wurden, erinnerten mich sehr an meine Kindheit. Dass gab es doch schon alles einmal? Da wurde gegen den Kapitalismus gehetzt und Dinge in die Waagschale geworfen, die einem Geschichtsverständigen die Haare zu Berge stehen ließen. Da wurde geordnet, sortiert und dirigiert, in welchen Gruppen man die Marschroute zu bewältigen hätte. Da wurde man dazu genötigt sich an den Hände zu fassen, um Einheit zu demonstrieren. Was für Leute waren dies, die 40 Jahre DDR schienen vergessen zu haben und sich nicht mehr daran erinnern konnten, wie die Zustände in diesem Land waren? Hier kommen wir wieder zum Palast der Republik zurück, denn als wir uns vor dem ehemaligen Standort befanden, dachte ich mir „Vielleicht war es ein Fehler, den Palast wegzureißen.“ An diesem Tag hätte ich gerne die Demonstranten ein paar Mal um den Palast marschieren lassen, um ihnen anschließend die Parolen der SED-Regierung in diesem vorzuführen. Anschließend hätte man ihnen Filmdokumente der Großaufmärsche zum 1.Mai und 7.Oktober zeigen können. Ich denke danach wären einige Teilnehmer nicht nur ruhiger gewesen, sondern hätten ihr Handeln hinterfragt. „Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“, sagte einmal George Santayana. Nur kann man aus der Vergangenheit erst lernen, wenn man diese auch kennt. Man soll mich nicht falsch verstehen. Ich empfinde heute, das alte wie das neue System als Menschenunwürdig, Umweltfeindlich und zerstörerisch für unseren Planeten und damit auch unserer Nachkommen. Ich glaube fest daran, die Menschheit kann nur langfristig überleben, wenn sich das Wissen der einzelnen Menschen erhöht und die Menschen selber erkennen, inwieweit sie Mitschuld an den heutigen Zuständen tragen. Anti-Parolen und Schuldzuweisungen haben noch niemanden genützt. Die Menschen werden sich nicht dadurch ändern, indem man ihnen immer wieder sagt, was sie falsch machen und wie sie es richtig machen sollen. Andere Menschen zu finden und gemeinsam mit ihnen für eine Sache einzutreten, ist die Grundvoraussetzunge für das menschliche Zusammenleben. Dagegen eine Masse von Menschen als Waffe zu benutzen und diese zu lenken, ist nur ein Versuch der Ausübung von Macht und Kontrolle. Dies führte immer wieder zu Problemen und wird auch weiterhin für Probleme sorgen. Erst wenn wir erkennen, unsere Mitmenschen sind weder bösartig noch egoistisch und in ihrem Herzen wissen sie was richtig ist, können wir Vertrauen zu ihnen gewinnen. Götz Werner bringt es in seinen Vorträgen auf den Punkt: „Es gibt zwei Menschenbilder: Das von uns selbst ist das Humanistische. Das Zweite betrifft die Anderen.“ Quellen: kapitalismuskrise.org, Zitat George Santayana, Zitat Götz Werner Bilder von der Auftaktveranstaltung am Alex ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
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Grundsätzlich bin ich, obwohl ich von wenigen wirklich eine Ahnung habe, und ich möchte mich auch nicht wirklich mit irgendetwas Außeinandersetzen, erstmal gegen Alles. Wirklich gegen Alles.
Ich bin absolut total ANTI!
Wenn die Oberen mir aber mehr Geld geben und ich mehr Bier bekomme, muß kurz überlegen und mehr Geld für Urlaub, neuen Volkswagen und Klamotten und so, dann ist wieder alles gut. Dann kann ich auch die Oberen wieder leiden. Die sollen nur mal lieb sein und schön für mich weiterdenken. Ich glaube im Kommunismus wäre das nicht passiert. War bestimmt gut das alles damals. Richtig Klasse so. Da bekam jeder sein Stück vom Kuchen gleich groß.
Musste man nicht so tun als ob es einem um Weltverbesserung ging und Grundsätzliches. Jeder war gleich arm. Na gut, fast Jeder.
Komisch warums das nicht mehr gibt.