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Und auf einmal krachte es!
Geschrieben von: Ronny Siegel   
Dienstag, den 24. November 2009 um 18:49 Uhr

baum_sturmschaden-miniVor ein paar Jahren erzählte mir eine Bekannte eine schicksalhafte Geschichte. Dabei handelte es sich um den Todesfall ihrer Mutter, welche von einem Baum erschlagen wurde, als sie sich auf einer Wanderung durch ein Naturschutzgebiet befand. Die Geschichte ereignete sich in Deutschland und auf einen gut ausgebauten Wanderweg und ich dachte mir „So etwas kann dir nicht passieren.“ Seit kurzem weiß ich, es geht schneller als man denkt.


An diesem ereignisreichen Tag herrschte ein etwas stärkerer Wind. Allerdings würde ich nicht behaupten, dass der Wind schon Sturmstärke erreicht hätte.  Wir befanden uns gerade mit unserem Wagen auf einer Hauptstraße mitten in einem gut bebauten Stadtgebiet. An einem der Hänge, welche die Straße auf beiden Seiten eingrenzten, befanden sich einige Bäume. Plötzlich hörten wir ein kurzes lautes Knacken und anschließend sahen wir wie sich ein cirka dreißig Meter hoher Baum in Richtung Straße abwärts bewegte, genau auf die Straße zu auf der wir uns gerade befanden. Während seines Falls spaltete er eine Hütte und verteilte anschließend seine Äste auf der Straße. Wir schafften es unseren Wagen zwanzig Meter vor den letzten Astausläufern zum Stehen zu bringen.

Der gesamte Sturz ereignete sich in solch rasender Geschwindigkeit, dass wenn wir uns weiter in der Nähe des Baumes befunden hätten, ein Ausweichmanöver unmöglich gewesen wäre. Zwar wäre es nach unseren Berechnungen nur zu einem Schaden an dem Fahrzeug gekommen, aber auch dieser hätte für genügend Ärger gesorgt. Letztendlich sieht man auf den Bildern sehr gut, dass der Baum im unteren Teil einfach abgeknickt ist. Er wurde förmlich vom Wind gefällt. Den Sturz sehe ich immer noch wie in Zeitlupe vor mir und ich muss sagen, irgendwie war dies ein „prägendes“ Erlebnis. Mir wurde verdeutlicht, welchen Gefahren man gerade an windreichen Tagen in Wäldern oder in der Nähe von Bäumen ausgesetzt ist. Als wir das Brechen des Baumes hörten waren wir hundert Meter von dem Ort des Geschehens entfernt. Wenn man sich zu diesem Zeitpunkt unter dem Baum befunden hätte, wäre eine Flucht unmöglich gewesen.

Nachdem Ereignis stellten wir uns natürlich die Frage, wer haftet dafür wenn das Fahrzeug beschädigt gewesen wäre und wer ersetzt den Schaden an dem Haus, welches man auf dem Bild sieht. Ein guter Freund von mir ist Schadensgutachter und er teilte mir folgendes mit. Bei einem Sturm ist der Schaden bei dem Gebäude über die Sturmversicherung des Gebäudes und das Auto über die Teilkasko versichert. Wäre der Baum jedoch einfach so umgeknickt, würde es sich dabei um ein Schaden „höherer Gewalt“ handeln. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der Besitzer des Grundstückes nicht erkennen konnte, dass sich der Baum in einer gefährdeten Situation befindet. Der Schaden an dem Gebäude wäre somit nicht versichert, denn es gibt kaum eine Versicherung welche solch ein Risiko abdeckt. Schäden an dem Fahrzeug wären dagegen über die Vollkasko gedeckt. Am Ende würde man solche Schäden immer aus der eigenen Tasche bezahlen.

Wir waren jedenfalls froh, dass niemand verletzt wurde und es grenzt schon fast an ein Wunder, dass auf dieser reichlich befahrenen Straße kein größerer Schaden entstanden ist.

baum_sturmschaden

Auf der rechten Seite des Bildes, im oberen Teil, erkennt man sehr gut, in welcher Höhe der Baum abgeknickt ist.





 
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