Die Stärke einer Gesellschaft bemisst sich daran, wie diese mit den schwächsten Mitgliedern umgeht. Eine Gruppe schwacher Mitglieder sind in Deutschland zum Beispiel die Menschen, welche durch das soziale Netz gefallen sind. Natürlich spreche ich von Obdachlosen und in erster Linie von Bettlern. Diese Menschen scheinen ohne fremde Hilfe nicht zu Recht zukommen. Doch wie reagieren wir auf diese Menschen wenn wir sie sehen? Wie verhalten wir uns ihnen gegenüber? Und vor allem gewähren wir ihnen Unterstützung wenn diese Menschen, diese wirklich benötigen?
Bettelnde Menschen sind doch alles nur versteckte Millionäre!
Den richtigen Umgang mit Bettlern ist mir erst vor wenigen Monaten gelungen. Bis dahin hatte ich das Problem, dass ich nicht unterscheiden konnte, wer nur des Geldes wegen bettelte oder wer sich wirklich in einer notleidenden Situation befand. Die Bilder aus Fernsehen und Zeitungen prägten mein Bild von Bettlern, bei denen es sich um versteckte Millionäre handelte, die durch das Betteln nur noch reicher werden wollten. Oder es handelte sich dabei um Menschen, die man gemeinhin als Sozialschmarotzer bezeichnet und die sich scheinbar sorgenfrei und ohne Arbeit durch das Leben schlagen wollten. Realistisch betrachtet ist dieses Bild aber fern jeder Realität.
Wie kann man einem Bettler in Not von den Anderen unterscheiden?
Trotzdem ist mir bewusst, nicht jeder Bettler bettelt weil er Not leidet. Es gibt auch unter den Bettlern “schwarze Schafe”, also Menschen die nur auf der Suche nach dem schnellen Geld sind. Die Lösung die ich suchte war die Einen von den Anderen zu unterscheiden. In den letzten Jahren probierte und testete ich verschiedene Wege und stellte am Ende ein paar grundlegende Regeln für mich auf. Ich entschied, ich wollte keinem Bettler mehr direkt Geld geben. Statt dessen wollte ich bettelnden Menschen direkt mit den Dingen versorgen, welche sie benötigten.
Die erste Frage die ich somit jeden Bettler stelle ist, wofür er das Geld benötigt. Natürlich hat jeder Bettler auf diese Frage immer eine Antwort. Doch entscheidend ist, wie man mit der Antwort weiter verfährt. Ich handhabe dies wie folgt: Bittet mich ein bettelnder Mensch um etwas Geld, stelle ich ihm die bereits erwähnte Frage. Meistens kommt als Antwort, er möchte sich damit etwas zu Essen kaufen. Darauf erwidere ich ihm, ich würde ihm gerne etwas zu Essen kaufen, er müsste mir nur sagen was er denn möchte. Bettler die wirklich Hunger haben sagen einem sofort was sie sich zu Essen wünschen. Dabei habe ich erlebt, dass diese Menschen äußerst bescheiden bleiben. Mal ist es eine Portion Pommes, mal eine Kartoffelsuppe, halt nichts Außergwöhnliches.
Menschen in Not sind für jede Hilfe dankbar!
Menschen die stattdessen nur auf Geld aus sind, werden an dieser Stelle damit beginnen auszuweichen. Auch dies habe ich erlebt, allerdings viel seltener. Als Beispiel fällt mir sofort ein Mann vor einem Supermarkt ein. Dieser fragte jeden Passanten nach etwas Kleingeld. Auf meine Frage antwortete er ebenfalls, er möchte Essen für seine Familie kaufen. Ich bot ihm daraufhin an, mit ihm in den Supermarkt zu gehen und ihm die Nahrungsmittel zu bezahlen, die er für seine Familie benötigte. Sichtlich überrascht lehnte er dieses Angebot ab mit der Begründung, er könne seinen Platz vor dem Supermarkt nicht verlassen. Sorry, aber wenn meine Familie Hunger leidet, würde ich diesen Strohhalm doch sofort ergreifen. Oder?
Ich erkannte den Vorteil der Frage, die ich den Bettlern stellte. Durch die Frage hatte ich das Gefühl wirklich nur noch Menschen zu helfen, die Hilfe benötigten. Die zuvor immer wieder auftauchende Unsicherheit ob das Gespendete auch wirklich für den richtigen Zweck eingesetzt würde, verschwand mit dieser Vorgehensweise.
Und wie geht ihr mit bettelnden Menschen um? Ignoriert ihr diese oder helft ihr?



Ich halte es auch nicht für sinnvoll, Bettlern Geld zu geben. Meiner Meinung macht es mehr Sinn, das Geld an Organisationen zu spenden, die arme Menschen unterstützen. Ein Beispiel dafür wäre z. B. die Tafeln, die bedürftige Menschen mit übrig gebliebenen Lebensmitteln versorgt. Auch der Kauf einer Obdachlosenzeitung ist meiner Meinung nach eine gute Methode, um Obdachlose zu unterstützen.
Ignorieren – wenn sie keine Stahlkappenschuhe haben.