Manchen ist Isaac Asimov als der Begründer der Robotergesetzte bekannt. Ich nahm mir jetzt jedoch ein Buch von ihm vor, welches „Die Foundation“ heißt und vormals aus drei einzelnen Büchern bestand, die zeitversetzt erschienen. Die Foundation ist ein epische Geschichte, die sich über einen Zeitraum von über 500 Jahren erstreckt. Isaac Asimov benutzte als Grundlage für dieses Buch, aktuelle Entwicklungen in der Psychologie. Diese dienten als Basis für eine neuartige Wissenschaft, die Psychohistorik.
Die Idee der Psychohistorik
Der Meister der Psychohistorik im Buch ist Hari Seldon, der Begründer eines Plans, wie man das zukünftige Chaos zeitlich verkürzen könnte. Denn laut seinen Prognosen wird das bestehende Imperium, welches sich von einem Ende der Galaxie bis zum anderen Ende erstreckt, zusammen brechen. Sofern man jetzt nicht handelt, würde es 30.000 Jahre dauern, bis ein neues Imperium entstehen würde. Mit dem Plan von Hari Seldon könnte man diesen Zeitraum allerdings auf 1.000 Jahre verkürzen. Der Plan besteht darin, eine Foundation zu gründen, die Bewahrer der technischen Errungenschaften ist, welche in den Zeiten des Imperiums erschaffen wurden.
Die Geschichte der Foundation in fünf Epochen
The Foundation ist Unterteilt in fünf Epochen. Die erste Epoche handelt vom Plan, die Foundation zu gründen. In der zweiten Epoche muss sich die neugegründete Foundation erstmalig gegen äußere Feinde verteidigen. Hari Seldon, welcher diesen Zeitpunkt voraus sah, erscheint hierzu als ein Hologramm und erklärt was geschehen wird. Durch diese Erscheinung, welche sich in den nächsten 900 Jahren regelmäßig wiederholen wird, wird der Glaube der Foundationbewohner an die Unbesiegbarkeit der Foundation geboren.
Das Geheimnis der zweiten Foundation
Dieser Glaube wird nur zweimal erschüttert. Im vierten Abschnitt wird die Foundation von einem Mutanten besiegt und unterjocht. Zu dieser Zeit weiß man bereits von einer zweiten Foundation, welche von Hari Seldon als eine Art Absicherung am anderen Ende der Galaxie gegründet wurde. Der Mutant begibt sich nun auf die Suche nach der zweiten Foundation, um auch diese noch zu erobern. Doch der Plan misslingt, denn der Aufenthaltsort der zweiten Foundation kann nicht gefunden werden. Stattdessen dringen aber immer neue Informationen zu der ersten Foundation durch, nachdem die zweite Foundation, die Geschicke der ersten Foundation mittelbar beeinflusst. Nach dem Tot des Mutanten und der damit erfolgten Befreiung von der Tyrannei, sorgt diese Ungewissheit für die zweite Krise.
500 Jahre Geschichte und doch kein Ende?
500 Jahre nach der Gründung der Foundation, endet die Geschichte. Isaac Asimov überlässt es seinen Lesern, wie die Geschichte ausgehen könnte. Die Geschichte der ersten fünfhundert Jahre ist dafür Science Fiction in Reinheitsform. Sie zeugt vom Untergang eines Imperiums und von der Wiedergeburt einer Nation. Parallelen mit dem Untergang des römischen Reiches und den nachfolgenden Jahrhunderten des Chaos in Europa, sind dabei sicherlich beabsichtigt. Die Geschichte der Foundation kann aber auch als Mahnung interpretiert werden, dass nichts unvergänglich ist und nach jeder Ordnung, Chaos folgt.

Hab ich gelesen und fand die Odyssee rund um Hari Seldons Anliegen spannend und lehrreich wie kein anderes Buch. Vor allem die Idee mit Hilfe eines neuen Wissenschaftsgebietes, der Psychohistorik (in Anlehnung an Sigmund Freuds Psychohistorie) die Zukunft der Menschheit vorauszusehen, Einfluss darauf zu nehmen und Schieflagen wieder gerade zu biegen, fand ich sehr spannend.
Hari Seldon ging davon aus, dass all unsere Entscheidungen von statistischen und physikalischen Gesetzmäßigkeiten abhängen. Und setzt unser Verhalten mit dem von Gasmolekülen gleich. Das Verhalten einzelner ist damit nicht vorhersagbar, aber je größer eine Bevölkerungsgruppe ist, desto genauer ist auch deren Verhaltensmuster bestimmbar. Und um das Schicksal dieser Gruppen lenken zu können, dürfen diese nichts von ihrer Beeinflussung erfahren.
Ich kann mir vorstellen, dass es tatsächlich in Zukunft so etwas wie die Psychohistorik als Wissenschaft gibt, um unsere zivilisatorische Entwicklung in gewisser Weise vorherzuberechnen und zu steuern. Denn es ist abzusehen, dass in nicht allzuferner Zeit Computer solche komplexen Vorgänge schnell genug simulieren und auswerten können, um damit Ereignisse in der Zukunft abschätzen zu können.
Das Band baut seine Spannung auf vielerlei Ebenen auf. Es gibt da den Hauptfaden, nämlich die eine (später zweite) Foundation aufzubauen, die immer wieder in die Geschichte eingreift um die Brotkrumen zu einer neuen Zivilisation zu legen. Weiterhin ist die Geschichte in unterschiedliche Epochen unterteilt, in jeder gibt es eine Bedrohung (Tyrannen, Planeten, Mutanten) und in jeder gibt es auch einen Helden. Und die Helden in Asimovs Büchern sind keine Haudraufwienixe, sondern handeln durch politischen Scharfsinn und mit viel Herz. Es gibt Kriege wischen Planten, Raumschlachten. politische Attentate und auch sonst allerlei spannende Science-Fiction. Aber die Romane sind nicht nur etwas für Sci-Fi Fans, sondern bieten auch guten Stoff für jeden, der sich für Politik interessiert.
Apropos Science Fiction, ich bin gespannt, wann sie uns sie uns endlich einholt.
@Torsten: Danke für die schöne Ergänzung zu dem Text
Das Buch, die Foundation, enthält noch einen umfangreichen Anhang. In diesem geht Isaac Asimov darauf ein, wie er auf die Idee kam die Psychohistorik zu erfinden. Unzählige Statistiken zeigen schon heute, wie sich zum Beispiel neue Gesetze entwickeln und vergleichen diese Entwicklungen mit den Entwicklungen von Algenpopulationen in Seen.
Der Grundtenor ist dabei immer wieder derselbe, wie wir ihn heute auch in unserer Wirtschaft täglich beobachten können. Zum Beginn gibt es ein steiles Wachstum, welches anschließend immer weiter abflacht. Am Ende steht der Zusammenbruch.
Die für mich beeindruckendste Grafik war allerdings eine Übersicht über die Kriege in China der letzten 5.000 Jahre. Diese zeigte, in regelmäßigen Abständen gab es immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen. Zum Beginn eines großen Krieges waren dies nur kleine Scharmützel, die sich am Ende zu dem Krieg ausbreiteten.
Wie lang der Weg bis zur Entwicklung der Psychohistorik sein wird, dazu möchte ich mich nicht äußern. Ich gehe aber davon aus, durch die Bündlung weltweiter Informationen mit Hilfe des Internets, könnte die Idee der Psychohistorik in naher Zukunft Realität werden. Bestes Beispiel dafür ist Google, die bereits heute wissen, welche Ereignisse in den nächsten Tagen in den Fokus der Menschen rücken werden, alleine durch die Entwicklung der Suchanfragen im Internet.
Hi Ronny, wenn Du einmal angefangen hast, solltest Du dir vielleicht noch die spätere Foundation-Bücher von Asimov reinziehen. Dann würde deine Rezension sogar in dein Robo-Blog passen – aber lass Dich überraschen. Ich bin jetzt bei Band 4. Stilistisch find ich die Bücher nicht so prickelnd, aber interessant mit Blick darauf, wie sich Asimov mit jedem Buch immer mehr von der klassischen SciFi löst und die Fragen nach einem unausweichlichen Fatum wie auch nach Gründungsmythen diskutiert.