Ich komme gerade aus der bayrischen Landeshauptstadt, München. Wie bei jeder Fahrt in die Landeshauptstadt, gibt es immer wieder Dinge die mir auffallen und bei denen ich mich frage, was sich die Macher hierbei gedacht haben. Diesmal sind es die Toiletten des Unternehmens Sanifair, welche mit umweltfreundlicher Technologie werben. Sorry, aber was ich in München erlebte empfand ich zwar als umweltfreundlich aber nicht menschenfreundlich.
Das Unternehmen Sanifair dürfte vor allem denjenigen ein Begriff sein, welche in den letzten Jahren öfters einmal eine Raststätte auf den Autobahnen aufsuchten. Das Prinzip von Sanifair ist dabei ziemlich einfach. Wenn man die Toiletten von Sanifair benutzen möchte, muss man dafür eine Nutzungsgebühr entrichten. Dafür erhält man einen Bon, den man anschließend wieder mit Einkäufen in der Raststätte verrechnen lassen kann. Will man nach der Benutzung der Toilette nichts einkaufen, kann man diese Bons auch sammeln und zu einem späteren Zeitpunkt an einer Raststätte verrechnen lassen, die mit Sanifair kooperieren.
Vorteil dieses Systems ist, in den meisten Fällen sind die Toiletten wirklich sauber, was man von so mancher Raststätte nicht behaupten kann. Der Nachteil ist natürlich, man muss meistens erst auf Toilette nachdem man etwas zu sich genommen hat. Also entweder kommt man zu der Raststätte und trinkt einen Kaffee und geht anschließend auf die Toilette, wo man dann einen Bon erhält, den man zuvor hätte mit dem Kaffee verrechnen lassen können. Oder aber man besucht die Toilette, erhält den Bon und will danach aber nichts kaufen. Bei Wenigfahrern wie mir, sammeln sich dann die Bons und man vergisst diese irgendwo zu verrechnen. Letztendlich hat man somit für die Benutzung der Toilette bezahlt, obwohl man nur einem grundmenschlichen Bedürfnis nachgegangen ist.

In München entdeckte ich jedoch eine weitere Sanifair-Toilette, die sich jedoch diesmal nicht in einer Raststätte, sondern in einer Einkaufsgalerie befand. Ich finde dies mehr als bedenklich, zumal sich in jeder Einkaufsgalerie immer auch mehrere Imbissbuden befinden, wodurch natürlich der natürliche menschliche Drang nach sanitären Einrichtungen verstärkt wird. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass dieses bei den Nutzern der Örtlichkeiten auf Zuspruch stoßen wird. Denn bereits auf den Raststätten nervte es ungemein, wenn man bei der Benutzung einer Toilette nach Kleingeld suchen musste. Für jemanden mit einer gut gefüllten Blase sind diese Augenblicke ein echter Horrortrip.
Noch ein Problem kommt hinzu. Familien mit Kindern. Kinder dürfen bis zu einer bestimmten Größe die Toiletten von Sanifair kostenfrei benutzen. Was ist aber wenn die Kinder noch nicht alleine auf dieToilette gehen können, sondern die Unterstützung der Eltern benötigen? In diesem Fall, wie live geschehen, darf man als Erwachsener bezahlen, auch wenn man gar nicht die Toilette von Sanifair benutzen möchte. Anschließend wollten wir den Sanifairbon in einen der Geschäfte einlösen, wie man es bei den Raststätten gewohnt ist. Doch Fehlanzeige. Eine Verrechnung des Bons war nicht möglich. Letztendlich blieben wir auf dem Bon sitzen und dürfen uns jetzt überlegen wo wir unsere Toilettengebühr wieder zurück bekommen.
Bilder by flickr.com: Startbild by t3mujin, Toi Toi by valeblos

…. die Toilette vielleicht nicht ganz so zu hinterlassen, wie ich sie vorgefunden habe. Für fast 1€ wird es vielen irgendwann wohl ziemlich egal, man denkt an sich selbt und sein Geld, nicht an andere Nutzer. Warum auch, man hat ja bezahlt…