| Besuch im Dresdner Zoo – Sind Zoos moralisch noch vertretbar? |
| Geschrieben von: Jens |
| Freitag, den 25. Juni 2010 um 05:09 Uhr |
Ich mag Tiere sehr gerne. Fast alle. Schädlinge wie Ratten gehören freilich nicht zu meinen bevorzugten Spezies. Doch wird sich die in ihrer Weisheit nicht zu schlagende Evolution, auch bei deren Schaffung kaum geirrt haben. Um so mehr freute ich mich, als ich kürzlich eine Jahreskarte für den Dresdner Zoo geschenkt bekam.Der Zoo Dresden gehört nicht zu den größten Einrichtungen seiner Art. Dafür ist er sehr schön innerhalb des Großen Gartens zu Dresden gelegen. Dieser innerstädtische Barockgarten von bemerkenswerten Abmessungen, bietet neben dem Zoo noch andere Attraktionen. Da wären eine dampfbetriebene Parkeisenbahn, das Palais, sowie einige Teiche und schön gelegene gastronomische Einrichtungen. Der Park bietet sich zum laufen, skaten und picknicken wunderbar an. In Steinwurfreichweite befindet sich auch die Gläserne Manufaktur des Volkswagen Konzerns und das Hygienemuseum, mit seinen immer wieder spannenden Ausstellungen. Der Zoo nimmt in diesen Anlagen eine wichtige Rolle ein. Einen Spaziergang im Großen Garten mit dem Zoobesuch zu verbinden, bietet sich nach geradezu an. In den letzten Jahren wurde im Zoo sehr viel investiert, um die veralteten Anlagen auf Vordermann zu bringen. Auf Grund der Lage ist es jedoch kaum möglich, riesige Freigehege anzulegen, um den Tieren großzügige Auslaufmöglichkeiten anzubieten. Ins Gerede kam der Dresdner Zoo vor einigen Monaten, als eine Tierpflegerin von einem Elefanten attackiert wurde. Mit diesen Wissen im Hinterkopf, ging ich sehr sensibilisiert durch die Anlagen. Gleich am Eingang findet man den „Zoo unter der Erde“. Eine gute Idee, die ich mir trotzdem ersparte, da mir die dort lebenden extrem hässlichen Nacktmulle unheimlich sind. Das zu den Lieblingsspeisen der Biester Kot gehört, schreckt mich von ihrem Besuch völlig ab. ![]() Die Kattas zu beobachten war mir eine große Freude. Die trolligen Halbaffen aus Madagaskar leben in einem sehr offenen Freigelände. Zwar kann ich nicht einschätzen, ob diese Flächen genügen um ihnen ein halbwegs akzeptables Leben zu gewährleisten, doch sahen diese Wichte erstaunlich gut gelaunt aus. Und den anwesenden Pfau zu ärgern, machte ihnen ganz offensichtlich diebisches Vergnügen. ![]() Anders das Bild im Elefantenhaus. Ich wage mir nicht mich zu erdreisten, die Ausmaße der Anlage in Frage zu stellen. Obschon sie mir trotz Neubau nicht sehr groß erscheinen. Spätestens bei den zirkusartigen Kunststückchen, die mit den Elefanten von den Pflegern veranstaltet wurden, stellten sich mir Fragen. Bin ich in einem zoologischen Garten oder in einer Vorführung des Zirkus Sarrasani? Wieso wurden die Elefanten von den Pflegern genötigt Kunststückchen vorzuführen? Danach ging es ab in die Wassergrube. Obwohl die Tiere das seichte Gewässer nach kurzer Zeit verlassen wollten, wurden sie von den Pflegern wieder und wieder zurückgetrieben. Das Plantschen war natürlich ein toller Spaß für die Zuschauer. ![]() Ein besonders trauriges Kapitel des Dresdner Zoos war für mich immer das Raubtierhaus. Eine schrecklich hässliche Anlage, die nun neu errichtet wurde. Die Löwin Sarah beließ man trotzdem in der bisherigen Installation, damit sie sich auf ihre alten Tage nicht mehr umgewöhnen muss. Die Löwendame zu beobachten, kann für einen Menschen mit Herz unmöglich ein erfreuliches Bild sein. Die neue Anlage wurde deutlich auf Savanne getrimmt. Ansprechend gemacht. Nur lese ich, das ein Löwe im Schnitt ein Gebiet von 350 Quadratkilometern bewohnt. Wie wird sich das stolze Tier wohl in dieser lächerlich kleinen Anlage fühlen? Das letzte Trauerspiel an diesem Tag begegnete mir im Orang-Utan Gehege. Diese Affen sind natürlich toll und eine der beliebtesten Attraktionen. Nun hatten sie sogar Nachwuchs. Phlegmatisch bewegen sich die Tiere durch ihre Welt aus Beton und Gitterstäben. Als der junge Affe einem Elternteil die Hand reichte und dabei aufblickte, hatte diese sehr berührende Geste etwas von einem Hilferuf. Ich sah in dieser Bewegung und seinen Augen die Frage: „In was für einer schrecklichen Welt muss ich hier nur leben?“ ![]() Schön und gut. Ich habe keine Ahnung von artgerechter Haltung und wie man mit Elefanten oder Orang-Utans am besten umgeht. Was ich habe, ist eine gute Portion gesunden Menschenverstand und Mitgefühl für andere Lebewesen. Außerdem wollen wir nicht vergessen, es gab Zeiten, in denen wurden Schwarze, Indianer und andere Angehörige exotischer Völker in Zoos ausgestellt. Eine Vorstellung die uns heute völlig fremd erscheint. Wie verhält es sich mit Tieren im Zoo? Heute halten wir sie zu Millionen in engen Käfigen eingesperrt, weit entfernt von ihrem eigentlichen Lebensraum. Wenn wir uns unsicher sind ob es sich dabei um eine zu vertretende Handlungsweise handelt, dann ist es zwangsläufig richtig, die Haltung von Tieren im Zoo generell einzustellen. Ich persönlich kann diese Art der Zurschaustellung von Lebewesen nicht mehr gut heißen. Mit dem Einsperren von fühlenden und ihre Freiheit gewohnten Tieren, vergeht sich die Menschheit an diesen Geschöpfen. Ob sie intelligent sind oder nicht, spielt dabei nicht die geringste Rolle. Quellen: 20 minuten Online: Ausgestellt: Menschen als Affen im Zoo Only-apartments.com: Menschenzoo |
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Da kann ich nur sagen: Volle Zustimmung! Zoos sind nicht mehr zeitgemäß und wenn Tierarten vor dem Aussterben gerettet werden müssen, dann bitte in ihrer Heimat. Nicht die Wirkung bekämpfen, sondern die Ursache! Alles andere ist nicht effektiv.
Seit Jahren gehe ich nicht mehr in Zoos, leider musste ich im Harz voriges Jahr zwei Raben in einem Minikäfig sehen, das machte mich so wütend und ich hätte sie ab liebsten freigelassen!
Ansonsten, sehr guter Artikel!