| Deutsche Post - Nimm das Konto Du Luder |
| Geschrieben von: Jens |
| Donnerstag, den 25. Februar 2010 um 07:28 Uhr |
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Unumstößlicher Fakt ist: Das Versenden von Briefen und Paketen klappt beim Deutsche Post Konzern nach geradezu exquisit. Was wurde da jahrelang gemeckert und gescholten. Fast ausnahmslos erreichen aufgegebene Sendungen Ihren Empfänger schnell und zuverlässig. Respekt. Eine logistische Leistung die Anerkennung verdient. Offensichtlich war man mit der neuen Zufriedenheit des Kunden noch nicht ganz glücklich. So gibt man sich die allergrößte Mühe, das neu gewonnene Vertrauen konsequent weiter auszubauen. Die zu diesem Zwecke ersonnene Geheimwaffe hat einen Namen: „Postbank Finanzcenter“. Zur Klärung der Begrifflichkeiten. Was ist eigentlich eine Postfiliale? Nun, dies ist ein Ort, an dem man seine wie auch immer gearteten Postsendungen in die zuverlässigen Hände eines Postangestellten gibt. Sonst passiert dort so gut wie nichts. Wir wollen zugeben, im Zeitalter von „Cross Selling“ und „Bespaßungskonsumption“ eine dünne, langweilige Nummer. Problem erkannt und konsequent gebannt. Kompliment an die Konzernzentrale nach Bonn. Bis Ende 2011 sollen alle verbliebenen Postfilialen geschlossen werden. Es folgt jetzt das „Postbank Finanzcenter“. Eine Bank mit angeschlossener Gemischtwarenhandlung und Postentgegennahme. Ein echter Mehrwert. Der bei der Abgabe eines Paketes an Tante Erna nun endlich erlebbar werden soll. Schon seit einiger Zeit kann man Pakete und Briefe in „Shop im Shop“ Läden abgeben. Also beispielsweise der Postfiliale im Supermarkt oder der Drogerie. Das völlig anspruchslose Versandgeschäft wickeln dort die Mitarbeiter des Geschäftes ab. Warum auch nicht? Den kleinen Zusatzaufwand nimmt die gelangweilte Kassenkraft vom Supermarkt um die Ecke sicher gerne in Kauf. Praktisch, das ich mir bei solch einem Gang gleich eine neue Flasche Radeberger Pils besorgen kann. Damit nicht genug der schönen neuen Servicewelt. Möglichkeit Zwei ist der Besuch des erwähnten „Postbank Finanzcenter“. In der Regel sind dies frühere Postfilialen. Äußerlich nur wenig verändert, wurden viele von ihnen mittlerweile in Banken umgewandelt. Ich kann jedem nur eindringlich raten, das „Finanzcenter“ in seiner Nähe so häufig wie möglich zu besuchen. Auch wenn es einmal nichts zu verschicken gibt. Betritt man ein solches Gebäude, so ist unschwer am vorhanden Geldautomaten zu erkennen, hier geht nun endlich mehr als dröges Briefe versenden. Nach wenigen Schritten in den Verkaufsraum, sehen wir uns einer gottgefälligen Warenwelt gegenüber. Allerlei Papier und Umschläge stehen neben Tesafilm und Handys. Dass die Beschriftung der Geräte nicht immer ganz passgenau ist, stört niemanden. Handys kann schließlich jeder Achtklässler verkaufen. Die Mär vom Tarifdschungel und immer komplizierterer Bedienung glaubt doch längst niemand mehr. So ein Telefon ist, ohne viel Erklärung, schnell an Oma Krause über die Ladentheke gereicht. Das kunterbunte Sortiment und die Werbetrailer auf dem installierten LCD Bildschirm, lassen uns die lange Warteschlange vorm Schalter voll Dank zur Kenntnis nehmen. Das der Kunde vor mir genauso verzweifelt wie ich nach einem Paketschein sucht, ist Nebensache. Denn neben uns dürfen wir Zeuge einer lustigen Verkaufsshow werden. Im nicht ganz schalldicht abgegrenzten Beratungsraum wird ein, offensichtlich uneinsichtiger Kunde, endlich einmal gründlich aufgeklärt. Wieso will der alte Sturkopf aber auch keinen Bausparvertrag abschließen? Und das mit der Riesterrente sieht er auch nicht ein. Am liebsten würde ich der Angestellten bei der Beratung zu Hand gehen. Oh. Ich bin jetzt schon an der Reihe und darf vortreten. Schade. Hätte zu gerne gewusst, ob Fritz Müller schlau war und in 10 Jahren ins eigene Heim zieht. Zwei Einschreibebriefe sind schnell aufgegeben. Gerade noch liegt mir die Frage nach dem Porto für mein Großpaket auf der Zunge, da werde ich freundlich angesprochen, ob ich für mein Girokonto Geld bezahle. Freilich tue ich dies seit Jahren schon nicht. Trotzdem bin ich froh, dass mich jemand an diesen Vorteil erinnert. Gut. Also das Porto für das Paket. Das wollte ich noch erfragen. „Einen Moment noch“, bittet mich die nette Dame am Schalter. „Haben Sie schon von unserem neuen Sparbuch gehört? Mit Supersonderzins? Lassen Sie sich das nicht durch die Lappen gehen!“ Peinlich berührt gestehe ich, im Moment über keinerlei freie Mittel zu verfügen, die mir eine solch hochinteressante Anlage gestatten könnten. Ich entschuldige mich demütigst, dieses attraktive Angebot nicht wahrnehmen zu können. Also zurück zum Paketporto. Noch nicht ganz! Meine Armut sei kein Problem wird mir erläutert. Denn da bin ich ja genau der richtige Mann. Jetzt ist der perfekte Moment mit Sparen anzufangen. Denn auch mit kleinen monatlichen Raten, die mir nicht weh tun, kann ich den Supersonderzinsbonus nutzen. Das ist toll. Darüber lass ich mich gelegentlich beraten. Doch erstmal das Paketporto: „Werte Frau Postbeamtin, ich habe da noch eine Frage.“ „Gerne beantworte ich Ihnen diese sofort. Doch vorab: Woher bekommen Sie eigentlich Ihren Strom?“ Die Post macht jetzt also auch in Strom? Das lob ich mir. Flexibilität ist in diesen Tagen so wichtig. Mit meiner stolzen monatlichen Stromrechnung von € 18,-, welche ich pünktlich an die Dresdner Stadtwerke überweise ( zugegeben ich bin eine simpel gestrickte Natur, die lediglich Kühlschrank, Herd, Notebook und EU - Sparlampe besitzt), ist eine Kostenreduzierung an dieser Stelle dringend angeraten. Zumal mir erläutert wird, dass eine Suche nach günstigem Strom im Internet völlig unergiebig ist. Nur der Strom der Deutschen Post wird mir mit einem einmaligen und grandiosen Zusatzbonus geliefert. Was hier nicht alles möglich ist. Ich werde mir fürs nächste Mal sehr viel mehr Zeit zum Pakete und Briefe versenden einplanen. Dann kann ich mir in Ruhe alle Produkte anschauen. Beim Warten in der Schlange. Gleichzeitig lasse ich mich zu Bonusstrom, Bonussparen, Superriester und Autoversicherung beraten. Da alle Menschen in der Filiale der Aufklärung im Beratungszimmer zuhören, kann ich sicher sein, das hier nichts Unrechtes geschieht. Mein Paket noch mal. Es war etwas übergroß. Schwieriger Fall. Wie konnte ich mir nur wagen, dem Bankangestellten, Stromexperten, Versicherungsfachwirt und Handyverkäufer in Tateinheit, die Frage nach dem Porto zu stellen? In so einer Situation entsteht schon einmal peinliche Schweigsamkeit. Welcher Dummkopf will auch schon in einer Bank Pakete versenden? Trotzdem wurde sich bemüht. Flyer, Internet und Kolleginnen zur Hilfe gerufen. Man schätzte den Preis auf ca. € 35,-. Gut. Das klingt fair. Glücklich und bestens informiert verließ ich das „Postbank Finanzcenter“. Fad wird einem in diesen herrlichen neuen Läden auf keinen Fall. Toll gelöst das alles. Das Paket nahm dann übrigens die Wäscherei nebenan entgegen. Hermes nannte sich der Service. € 8,90 wurden fällig. Mir war's recht.
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sobald einer von den Schaltermenschen ansetzt zu: "Kennen Sie schon...", schaue ich freundlich lächelnd auf und sage: "Bitte kein Verkaufsgespräch, danke."
Und Zack, Ruhe.
Gute Anmerkung und völlig korrekt. In der Regel verhalte ich mich genau so. Und doch ist dies opportunistisch. Die Post steht doch hier nur stellvertretend für unzählige andere Unternehmen, die Ihre bedauernswerten Mitarbeiter unter Druck setzen. Um vom immer kleiner werdenden Kuchen Kaufkraft ein Stück abzubekommen. Hier manifestiert sich nichts anderes, als ein generelles gesellschaftliches Problem.
Hierzu verweise ich auch auf andere Artikel auf Ploync wie beispielsweise:
http://www.ploync.de/geld/95-sind-wir-diener-des-geldes
Desweiteren ist es einfach unmöglich, das sich ein Konzern wie die Post Bank keine vernünftigen Beratungszimmer leistet und Wartende in der Schlange an intimen Beratungsgesprächen mit Kunden teilhaben lässt. Das ist Datenschutzseitig äußerst bedenklich und für die beratenen Kunden eine unmögliche Zumutung.
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Dieser Story kann ich nur beipflichten. Wer einmal ein Postbank-Finanzcenter besuchte, wird ähnliches erleben, sofern die Anweisung an die Angestellten lautet. „Wir brauchen Stücke!“. Dann nehmen diese keine Rücksicht auf weitere Wartende und bequatschen wirklich jeden mit ihrem Mist. Irgendwann reißt dann auch dem Letzten der Geduldsfaden, wenn man bei vier Wartenden, sich eine halbe Stunde die Beine in den Bauch stehen muss.