| Invasion der Superäpfel |
| Geschrieben von: Jens |
| Sonntag, den 31. Januar 2010 um 17:20 Uhr |
Ging es Ihnen nicht auch schon so? Gut gelaunt und frisch gestylt gehen Sie auf eine Party. Voller Vorfreude der Mittelpunkte des Abends zu sein. Doch was passiert? Der unattraktive Nerd in der Ecke zieht die gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Ist es vielleicht wieder einer dieser Typen mit iPhone?Steve Jobs katapultierte uns mit dem iPhone 2007 in ein neues Zeitalter. Endlich gab es das Internet für unterwegs. Es war nicht nur smart zu bedienen. Nein, auch die Hosentasche wurde nur in absolut erträglichen Rahmen ausgebeult. Was keinesfalls, ja überhaupt gar nicht beabsichtigt war, das Gerät entwickelte sich zum Lifestyle Gadget mit maximalen Profilierungsfaktor. Jeder der etwas auf sich hielt, telefonierte jetzt mit dem Apfel am Ohr. Doch oh Schreck, welch Schicksalsschlag ereilte uns in Deutschland. Ausgerechnet die gute Tante Telekom, mit Ihrem etwas angestaubten Image, erhielt das exklusive Vertriebsrecht für die kleine Wunderkiste. Jahre schmerzhaften Verzichts folgten für viele trendbewußte Bürger unseres Landes. Damit ist nun endgültig Schluss. Das brandneue iPad soll für alle da sein. Hoffen wir. Mit dem iPad kann man natürlich nicht telefonieren. Wen sollte das auch im Entferntesten stören? Durch seine praktische Bemessung im A4 Format und das geringe Gewicht, ist es leicht transportabel. Trotzdem lässt es sich auf dem Restauranttisch gut sichtbar drapieren. Man kann jedem Gastwirt nur raten, frühzeitig die „App“ für seine Speisekarte in Cupertino einzureichen. Die Papierversion wird schon in wenigen Jahren niemand mehr lesen wollen. Wäre ja auch sehr yesterday und viel zu schnöde. Da war doch noch was? Ach ja. Das iPad soll eine Art Computer sein und die unangenehme Lücke zwischen Smartphone und Notebook endlich schließen. Habe ich diese Lücke schon mein ganzes Leben lang gespürt? Wenn ich darüber nachdenke, ja, da war etwas. Und dieses Empfinden wächst immer mehr, je länger ich darüber sinniere. Richtig toll wäre, wenn ich jetzt endlich auf einem kleinen Gerät zum Beispiel Bücher lesen könnte. Von so etwas habe ich noch nie gehört. Es soll doch jetzt diese elektronische Tinte geben. Hervorragend lesbar. Oh, das iPad hat ein konventionelles Display mit Hintergrundbeleuchtung? Wie in meinem Netbook. Da wird das Lesen auf Dauer anstrengend. Also dafür kann es nicht gemacht sein. Oder? Bestimmt erfindet Apple so etwas in naher Zukunft. Man könnte es dann eBook Reader nennen. “Pad“, was heißt das noch mal? Slipeinlage oder doch Notizblock? Wahrscheinlich das Letztere. Ich stelle mir vor in meiner Küche zu stehen. Öffne die Textverarbeitung, um mir ein paar Notizen zu einem Kochrezept aufzuschreiben, das ich im Internet gefunden habe. Das kann mein Netbook zwar auch, doch das wirkte immer so langweilig auf dem teueren Einbaumobiliar. Was passiert jetzt? Irgendwie will mir der Sprung zwischen dem Webbrowser und der Textverarbeitung nicht gelingen. Zwei Programme gleichzeitig laufen lassen, das geht also nicht? Wenn ich mir es recht überlege, die Küchendämpfe wären ohnehin nicht so gut für das feine Designerstück. Im Internet surfen. Überall und zu jederzeit. Das müsste doch funktionieren? Ich kann dann meine Lieblingsvideos ansehen und mir Fernseher und Co. sparen. Die Geräte waren sowieso viel zu groß und die Surroundanlage störte nur die Nachbarn. Kein Flashplayer im Pad eingebaut? Was solls. Apple hat sicher schon ein neues Vidoformat erfunden. In spätestens 2 Wochen Standard im Internet. Mein Netbook nehm ich sicherheitshalber trotzdem bei ebay wieder raus. Ein „must have“ ist das knuffige Teil in jedem Fall. Ich will mir da gar keine Gedanken machen, für was ich es benötige. Sicher wird der Steve aus Silicon Valley uns bald verraten, wieso sein Elektronotizblock für uns alle unentbehrlich sein wird. Bis dahin suche ich für mein neues Schmuckstück schon mal den besten Platz im Wohnzimmer. |
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