Kostenfalle SMS-Flatrate

sms_e75_miniDas Versenden von Kurznachrichten (SMS) kann schnell recht teuer werden. Waren zu Beginn der Mobilfunkära SMS noch kostenlos, so erkannten die Netzbetreiber schnell deren Potential und führten Gebühren ein. In manchen Ländern wird sogar der Empfang in Rechnung gestellt. Die seit einiger Zeit angebotenen „SMS Flatrates“ und „Pakete“ scheinen hier Abhilfe zu bieten. Wie ich aus eigenem Erleben weiß, ist bei Ihrer Benutzung Vorsicht geboten.







Um eine  SMS absenden zu können, muss in jedem Handy eine so genannte „Mitteilungszentrale“ eingerichtet werden. Dies ist nichts anderes als eine Telefonnummer der Netzbetreiber, über welche letztlich die Nachricht an den Empfänger verschickt wird. In den meisten Geräten ist diese bereits voreingestellt. Der Benutzer muss sich mit diesen technischen Details in der Regel nicht beschäftigen. Er wünscht ja einfach nur ein Gerät, das die von Ihm gewünschten Services bietet.

Innerhalb des vodafone Netzes sind hier jedoch ganz erhebliche Fallstricke aufgebaut. Persönlich wurde mir dies zum Verhängnis bei der Firma mobilcom-debitel. mobilcom-debitel ist ein Serviceprovider und besitzt kein eigenes Mobilfunknetz. Er vertreibt Mobilfunkanschlüsse für T-Mobil, E-Plus, vodafone und O2. Innerhalb des vodafone Netzes existieren dabei, zumindest ist dies bei mobilcom-debitel so,  mehrere unterschiedliche Nummern für „Mitteilungszentralen“. Je nachdem welchen Vertrag man nutzt oder in welches Netz man seine Nachricht verschickt, ist die Nummer anzupassen.

Im Sommer 2009 buchte ich einen Vertrag bei mobilcom-debitel für das vodafone Netz. Er beinhaltete auch eine SMS Flatrate für alle Kurznachrichten, welche ich innerhalb des vodafone Netzes versende. Dies gilt auch für Nachrichten an Nutzer, welche Ihren Vertrag nicht bei mobilcom-debitel abgeschlossen haben. Dazu erwarb ich ein Mobiltelefon Nokia E75. Kurze Zeit nach erstmaliger Benutzung des neuen Gerätes, erhält man eine Mitteilung, in seinem Gerät eine bestimmte „Mitteilungszentrale“ einzuprogrammieren. Nur über diese spezielle Nummer ist das Nutzen der Flatrate für SMS möglich. Dies war eine kleine Mühe und schnell erledigt.

Umso größer die Verwunderung, als mit der ersten Rechnung eine beachtliche Anzahl von Kurznachrichten in das vodafone Netz in Rechnung gestellt wurden. Ein Anruf bei der zuständigen mobilcom-debitel Hotline erbrachte den Hinweis, die Nummre der „SMS Zentrale“ doch einmal zu prüfen. In der Tat war diese nicht korrekt eingetragen. Das war merkwürdig. Ich nahm es hin und dachte einen Bedienfehler gemacht zu haben. Weiterhin meinte man, bei Nokia Geräten gebe es da „manchmal Schwierigkeiten“.

Ein Monat verging. Zu meinem abermaligen Erstaunen wurden mir wieder SMS „nach vodafone“ in Rechnung gestellt. Noch größer die Überraschung als ich feststellte, die „Mitteilungszentrale“ ist schon wieder falsch eingetragen. Nun testete ich ein wenig das Telefon. Schnell war die Ursache ausgemacht. Bei jedem Neustart des Gerätes wird die von mir eingetragene „richtige Mitteilungszentrale“ gegen eine andere, kostenpflichtige Nummer automatisch  ausgetauscht.

Nun halte ich mein Handy nicht permanent in Betrieb. Schalte es in der Regel nachts ab. Auch passiert es, daß tagsüber schlicht einmal der Akku leer ist. Da ich monatlich zwischen 300 bis 1000 SMS versende, sind mir bei einem Stückpreis von € 0,19 hier empfindliche Kosten entstanden. Schriftliche Nachfrage bei der Firma mobilcom-debitel führte zu dem Ergebnis, das mir kulanterweise für zwei Monate besagte SMS Kosten erstattet werden. Außerdem wurde darauf hingewiesen, daß mein Nokia Mobiltelefon defekt sein müsse und weitere Erstattungen nicht erfolgen. Ein Gefühl sagte mir, das kein Defekt vorliegt. Da mich die Angelegenheit genauer interessierte, schrieb ich nun auch Nokia an.

Dies erbrachte folgende Aussage des Nokia Costumer Care: Im Nokia E75 ist eine automatische Funktion implementiert. Bei jedem Neustart des Gerätes, wird die auf der „SIM Karte“  gespeicherte „Mitteilungszentrale“ des Netzbetreibers automatisch ins Gerät geschrieben. Vorher gespeicherte Nummern werden überschrieben. Damit entstehen dem Nutzer einer SMS Flatrate die gleichen Kosten, wie einem Kunden der Selbige nicht gebucht hat. Es steht die Frage, wie vielen Nokia Nutzern mit mobilcom-debitel Vertrag dies vielleicht gar nicht auffällt, da Sie deutlich weniger SMS als ich verfassen.

Ich nenne dies eine Funktion die dafür sorgt, den Umsatz der Mobilfunkbetreiber künstlich zu erhöhen. Ob es sich dabei um Vorsatz oder technisch bedingte Einschränkungen handelt, kann und will ich nicht beurteilen. Es kann jedoch nicht zumutbar sein, das der Inhaber eines modernen Mobiltelefon mit zugehörigem aktuellen Vertrag permanent angehalten ist, die Korrektheit der Konfiguration zu prüfen. Das mindeste was hier zu erwarten wäre, ist das Netzbetreiber wie auch Händler den Nutzer über solche absurden Funktionen aufklären. Es ist schwer vorstellbar, daß die Situation im Hause mobilcom-debitel unbekannt ist.

Übrigens: Kürzlich war mein besagtes Nokia E75 zu einer Garantiereparatur. Wegen Versagen der Tastatur. Nach Rückerhalt des Gerätes stellte ich fest, das nun auch das automatische Umprogrammieren der Mitteilungszentrale nicht mehr stattfindet. Wie interessant.

Bildquelle: flickr.com by The Lightworks





3 Gedanken zu “Kostenfalle SMS-Flatrate

    • Hallo Karlo,

      sicher ist das möglich.

      Die oben angesprochene Situation bezieht sich auf Nutzer des vodafone Netzes. Hier solltest Du unbedingt aufpassen, die richtige Mitteilungszentrale Deines Providers ins Handy einzupflegen. Frage am besten die Hotline und notiere Dir, wann Du mit wem gesprochen hast.

      Die angesprochene Situation, mit dem sich selbst umprogrammierenden Nokia E75 ist insofern interessant, als das es sich um den größten Handyhersteller handelt. Wieviele Geräte sind noch davon betroffen? Zwischenzeitlich weiß ich aus eigenem Probieren, das auch andere Nokia E75 ohne Softwareupdate, beim Neustart ungefragt die Mitteilungszentrale von der SIM Karte "ziehen" und Deine Einstellung überschreiben.
      Also generell aufpassen, wenn Du ein Gerät der Finnen nutzt. Regelmäßig die Mitteilungszentrale checken.

      Ein weiterer Punkt der zu beachten steht, ist die Art Deiner Flat. Wenn Sie sich nur auf ein Netz bezieht, frage am besten nach, in welchem Netz sich die Personen bewegen mit denen Du schreibst. Das Netz des Angeschriebenen ist durch die mögliche Rufnummernmitnahme bei Anbieterwechsel seit einigen Jahren nicht mehr sicher an der Nummer erkennbar.

      In der Region Dresden hat vodafone einen extrem hohen Marktanteil. Eine Flat für dieses
      Netz genügt also oftmals. Kommst Du aus einer Gegend wo auch T-Mobile, O2 und E-Plus (jetzt Base) ein Wörtchen mitzureden haben, würde ich mir überlegen, eine Flat für alle Netze zu buchen

      Hoffe ich konnte ich Dir etwas helfen.
      Jens

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