Am Ende des 17. Jahrhunderts muss es heiß hergegangen sein, im Umland von Eppingen. Von 1695 bis 1697 erfolgte der Bau einer langen Verteidigungslinie zwischen Weißenstein bis Neckargemünd, um französische Raubzüge zu unterbinden. Für die Errichtung der Verteidigungsanlage wurden von den Dörfern, welche vor und hinter der zukünftigen Anlage lagen, sogenannte Schanzer herangezogen. Ein Teil dieser Schanzer konnte aufgrund der Lage ihrer Dörfer nur zwischen dem sicheren Tod oder dem sicheren Tod wählen.
Für viele Menschen, die Ende des 17.Jahrhunderts in der Nähe der zukünftigen Eppinger Linie lebten, war das Leben ein ständiger Kampf um das Überleben. Die Eppinger Linien wurden im letzten Jahrzehnt des 17.Jahrhunderts errichtet. Hierzu forderten die Deutschen die umliegenden Dörfer dazu auf, Arbeiter, sogenannte Schanzer, für die Errichtung der Anlage bereit zu stellen. Kam man dieser Aufforderung nicht nach, drohte die Exekution. Da sich ein Teil der Dörfer aber im französischen Einflussbereich befand, erhielten diese Dörfer von den Franzosen eine Warnung. Sollten diese Dörfer Schanzer zur Errichtung der Anlage aussenden. drohten die Franzosen mit der Niederbrennung des gesamten Dorfes.
Die Anlage wurde innerhalb von drei Jahren errichtet. Wie viel Dörfer, die sich vor der Eppinger Linie befanden, in dieser Zeit von den Franzosen angezündet wurden, ist mir nicht bekannt. Auch nicht wie viel Menschen bei dem Bau der Anlage ums Leben kamen oder exekutiert wurden, weil sie sich weigerten die Anlage mit zu errichten. Nach Fertigstellung der Eppinger Linien, befanden sich auf dieser mehrere Wachtürme mit einer Grundfläche von sechs mal sechs Quadratmetern. Umgeben wurden diese Türme von einem 1,50 Meter tiefen Graben die zusätzlich durch einen Palisadenwall geschützt wurden. Die Wachen auf den Türmen verständigten sich zwischen den Wachtürmen mit optischen und akustischen Signalen.
Heute kann man mehrere Nachbauten dieser Türme begehen. Diese Wachtürme wurden in den 80zigern des letzten Jahrhunderts neu errichtet. Und einer dieser Wachtürme wird sogar von einem hölzernen Wachmann bewacht.

Angefangen haben die Franzosen.
Lieber Ronny,
das ist doch mal eine interessante Sache. Spannend wären noch ein paar geschichtliche Hintergründe gewesen. Handelte es sich bei den Franzosen um Marodeure oder herrschte damals eine Art Kriegszustand. waren es lokale Konflikte oder wurde die Angelegenheit aus Paris voran getrieben. Welche Wirkung konnte der Wall entfachen.
Hierzu fehlen mir einfach weitere Informationen. Und auch an den Wachtürmen konnte man nicht viel mehr zu der Geschichte erfahren. Allerdings scheint es sich um einen längeren anhaltenden Konflikt gehandelt zu haben. Denn ansonsten hätte man mit dem Bau der Verteidigungslinie nicht begonnen.
Ob die französischen Raubzüge aber von Paris aus, vorangetrieben wurden, darüber kann man nur spekulieren. Man sollte dabei bedenken, Deutschland bestand zu diesem Zeitpunkt aus vielen Kleinstaaten. Überfälle auf benachbarte Gebiete gehörten damals zur Tagesordnung. Nicht umsonst gab es damals auch noch viele Raubritterburgen, von denen aus solche Raubzüge unternommen wurden.
Von einer Bevölkerungsstruktur wie sie heute existiert, daran war damals noch lange nicht zu denken.