| Elstertalbrücke und Elstertal - Visionäre Ingenieurskunst von großer Eleganz in wildromantischem Tal |
| Geschrieben von: Jens |
| Montag, den 19. Juli 2010 um 05:11 Uhr |
In Westsachsen, genauer im sächsischen Teil des Vogtlandes, befindet sich ein wunderschönes Tal, in dem sich eines der bemerkenswertesten und schönsten Werke europäischer Brückenbaukunst befindet. Die Elstertalbrücke. Die kleine Schwester der gewaltigen Göltzschtalbrücke. Das Schöne ist, eine Besichtigung der Elstertalbrücke lässt sich mit einer Wanderung durch das reizvolle Elstertal verbinden, das sie überspannt.Brücken mochte ich schon immer besonders gerne. Ihre Größe, ihre Schönheit und die technischen Leistungen von denen sie künden, beeindrucken mich sehr. Das verbindende Element dieser Bauwerke hat eine philosophische Qualität. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass man in meiner Heimatstadt Plauen immer besonders Stolz auf seine Brücken war, da sie sich alle durch besondere Alleinstellungsmerkmale auszeichneten (dazu vielleicht später einmal mehr). Als Brücken die mich selbst am stärksten beeindruckt haben, fallen mir spontan die „Ponte 25 de Abril“ und die „Ponte Vasco da Gama“ in Lissabon ein. Und natürlich selbstredend die Brücke aller Brücken, die „Golden Gate Bridge“. Die, zusammen mit der nicht minder majestätischen „Bay Bridge“, die San Francisco Bay prägt. Ponte 25 de Abril, Lissabon
![]() Doch warum in die Ferne schweifen, wenn vor der eigenen Haustüre zwei Brücken vorzufinden sind, von der die Eine auch über 150 Jahre nach ihrer Errichtung einen Weltrekord hält. Die nach wie vor von der visionären Schöpferkraft ihrer Erbauer künden. Die Entstehung Wir schreiben das Jahr 1842. Die Pionierzeit der Eisenbahn. Auch durch ganz Deutschland sollten die eisernen Bänder verlegt werden. Damit das kleinstaatliche Land den Anschluss an so fortschrittliche Länder wie England finden kann. Eine der wichtigsten zu errichtenden Verbindungen, stellte dabei der Schienenstrang von Sachsen nach Bayern dar. Dieser Aufgabe nahm sich die „Sächsisch-Baierische-Eisenbahn-Compagnie“ zu Leipzig an. Das Geleis zwischen Leipzig und Reichenbach war bereits 1846 vollständig befahrbar. Doch südlich des vogtländischen Reichenbach, hatte die Natur zwei scheinbar unüberwindbare Hindernisse in der Landschaft platziert. Das Göltzschtal und das Elstertal. Um Kosten zu sparen, lobte die Bahngesellschaft einen Wettbewerb aus, mit dessen Hilfe eine günstige Möglichkeit zu Überquerung der beiden Täler gefunden werden sollte. Dabei kam es zu so kuriosen Ideen, wie der Errichtung einer Brücke die gleichzeitig als Gefängnis dienen sollte.Die Überwindung der beiden Täler war von der privaten Bahngesellschaft trotz dieser Maßnahme nicht zu schultern. Der sächsische Staat wurde zu Hilfe gerufen, um die wichtige Lebensader nach Bayern endlich zum pulsieren zu bringen. Neue Lösungen mussten her und Brücken errichtet werden, die es bislang auf der Erde noch nicht gegeben hatte. Die Lösung fand der aus dem vogtländischen Wernesgrün stammende, geniale Ingenieur Andreas Schubert. Er hat sich, unter anderem, mit der Konstruktion der ersten deutschen Dampflokomotive „Saxonia“ und den ersten Schiffen für die sächsische Raddampferflotte (Sächsische Dampfschiffahrt Dresden) unsterblich gemacht. Nach seinen Ideen wurden schließlich die Göltzschtal- und die Elstertalbrücke errichtet. Die Brücken waren die ersten Bauwerke ihrer Art, die mit Hilfe statischer Berechnung entworfen wurden. Diese Weitsicht zahlt sich bis heute aus. Trotz ihres schon stolzen Alters von 159 Jahren, halten die Bauwerke auch modernen Zügen mit ihren höheren Achsmassen und großen Geschwindigkeiten problemlos stand. Für einige Zeit existierte auf der heute „Sachsen-Franken-Magistrale“ genannten Strecke Görlitz-Dresden-Chemnitz-Plauen-Hof-Nürnberg sogar ein Hochgeschwindigkeitsverkehr mit Neigetechniktriebwagen, welche auch die beiden Brücken ohne Einschränkungen nutzen konnten.Die kleinere Brücke ist die Elegantere der beiden Schwestern Das Design der Göltzschtalbrücke erinnert sehr stark an ein römisches Äquadukt. Lediglich in der Mitte sind zwei große Bögen eingebaut, welche die Abfolge an kleinen Bögen optisch unterbrechen. Steht man heute in Netzschkau vor der Göltzschtalbrücke, so kann diese nach wie vor durch ihre schiere Größe und schlichte Schönheit beeindrucken. Beim Bau der Elstertalbrücke wählte man ein aufgelockerteres Design. Die Bögen wurden generell größer errichtet, so das sie leichter und schwungvoller wirkt. Trotzdem verblasst die zweitgrößte Ziegelsteinbrücke der Welt heute leider ein wenig in der öffentlichen Wahrnehmung, neben der auch heute noch größten aus Ziegeln errichteten Brücke im Göltzschtal. Dabei ist ein Besuch der Elstertalbrücke nicht minder interessant. Im Gegenteil. Denn unter der Elstertalbrücke befindet sich das Elstertal, das sich für eine Erschliessung zu Fuß perfekt anbietet. Die Göltzschtalbrücke wird im Moment ausgebessert
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Elstertalbrücke vom Wanderweg zwischen Jocketa und Brücke aus fotografiert
![]() Blick von der Brücke ins Elstertal mit Elster und Bahnlinie Gera - Weischlitz
![]() Die gleiche Stelle im Frühjahr
![]() Hier ist der begehbare Weg auf halber Brückenhöhe gut zu erkennen
![]() Für Wartungsarbeiten sind auf der Brücke Schienen installiert
![]() ![]() Die beiden Gedenktafeln an der Elstertalbrücke
![]() ![]() Bahnhof Barthmühle ![]() Blick von Bartmühle durch das Elstertal zur Brücke
![]() Folgende Bilder: Impressionen aus dem Elstertal zwischen Elsterberg und Rentzschmühle
![]() In Rentzschmühle, Barthmühle oder wie hier in Gippe bei Elsterberg, finden sich Möglichkeiten für eine kleine Stärkung ![]() Quellen: Bild Göltzschtalbrücke als Gefängniss aus wikipedia.org Informationen zur Eisenbahngeschichte und Göltzschtalbrücke und Elstertalbrücke aus wikipedia.org |
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