Das Geheimnis von Calico – Kalifornien

calico-miniDer Südwesten der USA. Einige der spektakulärsten Naturwunder unseres Planeten sind hier zu finden. Städte wie das unendlich große Los Angeles, das legere und schöne San Francisco, der Sündenpfuhl Las Vegas. Dazu jede Menge sonnig gelaunte Einheimische. Für eine Fahrt zwischen Las Vegas und Los Angeles, wird man in der Regel den Mojave Freeway (Interstate 15) benutzen. Dabei sollte man unbedingt einen Halt in Barstow einlegen. Neben anderen interessanten Punkten, gibt es hier ein richtiges Geheimnis zu entdecken. Die „Calico Early Man Site“.





Barstow ist ein typisch amerikanisches Städtchen wie aus dem Lehrbuch. Verlässt man den Freeway, entdeckt man als erstes das Sternenbanner, welches zum Klang des Windes Stolz über der Wüste flattert. Die Mainstreet wird von den überall zu findenden Motels und Schnellrestaurants dominiert. Auf den ersten Blick nichts Spektakuläres.

Dem aufmerksamen Reisenden bieten sich jedoch in Barstow und Umgebung einige faszinierende Orte. Der Güterbahnhof mit seinen meilenlangen Zügen der „Union Pacific“ und „Burlington Northern Santa Fe“, deren Sound nur in der Wüste so cool klingt. Der schön restaurierte Personenbahnhof, der früher ein „Harvey House“ war (eine Art amerikanische Mitropa). Dort befindet sich auch ein hübsches kleines Route 66 Museum mit allerlei kuriosen Exponaten, sowie eine Ausstellung alter Diesellokomotiven und Waggons.

In der Umgebung findet man die touristisch betriebene Geisterstadt Calico. Zahlreiche historische Gebäude und eine Silbermine geben einen Einblick in das karge und harte Leben des Westmanns. Mit etwas Glück gibt’s zu High Noon eine Shootout. Keine Sorge. Zu Schaden kam dabei in Calico seit Jahrzehnten niemand mehr. Dann wäre da ein idealer Einstiegspunkt in die „Historic Route 66“. An Ihr befindet sich unweit von Barstow auch das Bagdad Cafe. Dem einem oder anderen sicher aus dem Film „Out of Rosenheim“ mit Marianne Sägebrecht bekannt. Die Filmtradition wird von den Inhabern voller Stolz sehr hoch gehalten. Viele Neugierige machen genau deshalb dort einen kurzen Stopp.
Und nicht zuletzt das Mojave Solarkraftwerk. Leider ist es schwer zu finden und wir verfügten nicht über ausreichend gutes Kartenmaterial. Auch die Einheimischen konnten uns bei der Suche nicht zum Erfolg verhelfen. Kurzum: Es sollte für jeden etwas dabei sein.

Weniger bekannt ist die „Calico Early Man Site“. Sie befindet sich cirka 15 Meilen (24 km) nordöstlich von Barstow. Gerade dieser unscheinbare Ort inmitten der Wüste, verbirgt bis heute ein ungelüftetes Geheimnis. Die Einfahrt von der Hauptstraße ist erkennbar beschildert. Doch Augen auf, das Schild ist nicht riesig. Hat man die Hauptstraße verlassen, geht es für kurze Zeit über ein Stück Wüstenpiste, das auch mit einem normalen PKW und etwas Vorsicht gut befahren werden kann.

Auf der „Calico Early Man Site“ gräbt seit vielen Jahren eine Gruppe Enthusiasten, in privater Initiative, werkzeugartige Artefakte aus. Das Erstaunliche ist Ihr Alter. Die ältesten gefundenen Werkzeuge werden auf 200.000 Jahre datiert. Es ist bis heute völlig unklar, welche Kultur vor so langer Zeit dort gelebt hat. Eines ist in jedem Fall sicher: Die uns als Ureinwohner Nordamerikas bekannten Indianer romantischer Wild West Prägung, waren es keinesfalls.

Man befindet sich an einem Ort völliger Stille. Die Installation besteht im Wesentlichen aus zwei Baracken und den Ausgrabungsstätten. Der Boden wird mit relativ einfach anmutenden Hilfsmitteln nach Fundstücken durchsucht. Die Natur ist karg und nur eine Art vertrocknet wirkendes Gestrüpp bedeckt die Erde. Mit etwas Glück sieht man in der Dämmerung einen Kojoten. Seltener sind schon Jack Rabitts (der zur besseren Temperaturregulierung besonders langohrige Wüstenhase) oder Klapperschlangen. Sofort stellt sich eine Frage. Von was mögen die Menschen hier gelebt haben? Kein Wasser weit und breit. Keine essbaren Pflanzen. Waren die scheuen Kojoten vielleicht die einzige Nahrungsquelle?

Weit gefehlt. Ein Gespräch mit dem anwesenden „Site Manager“ bringt Erhellung: Es gilt als erwiesen, das bis zum Ende der letzten Eiszeit, er sprach dies war vor ca. 10.000 Jahren, das Calico Gebiet fruchtbares grünes Land war. Es gab den Mojave River, Seen, Wälder. Hier konnte man also hochwahrscheinlich auch zahlreiche Pflanzen und Tiere finden, die der uns unbekannten Zivilisation lange Zeit Ihr Auskommen sicherten. Welchen Entwicklungsstand diese Kultur hatte, ob Sie Dörfer oder Städte bewohnte, lässt sich schwer sagen. Die gefunden Artefakte deuten auf ein Entwicklungsniveau hin, das man mit unserer Steinzeit vergleichen kann. Erst mit dem Ende der Eiszeit bildete sich die heutige Mojave Wüste und die Bewohner verschwanden spurlos.

Vieles ist bis heute nicht abschließend geklärt. Fakt ist das Alter der gefundenen Gegenstände. Mit Ihren begrenzten Mitteln werden die Freunde der „Calico Early Man Site“ in Kalifornien, noch für viele Jahre Forschungsarbeit zu leisten haben. Ob Sie das Geheimnis um die verschwundenen Ureinwohner jemals lüften können?

Ein interessanter Nebenaspekt ist die vor Ort so spürbare Erkenntnis, wie sehr sich unsere Erde in ständiger Entwicklung befindet. Der Klimawandel ist ein permanenter Vorgang auf unserem Planeten. Einstmals fruchtbares Land ist heute Wüste. Klimaveränderung funktioniert also auch ohne CO2 und Methan. Nicht restlos erforscht ist nur, wie stark und ob überhaupt, wir auf Ihre Geschwindigkeit einwirken.

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Blick vom Ausgrabungsfeld Richtung “Verwaltungstrakt”

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Umland der “Calico Early Man Site”

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Dieser Wegweiser ist mit Humor zu betrachten

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Das rekonstruierte “Harvey House” in Barstow

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Der Güterbahnhof von Barstow




Ein Gedanke zu “Das Geheimnis von Calico – Kalifornien

  1. An Jens Färber

    Durch Musik von Oscar Peterson suchte ich nach dem
    Namen Calico und fand Ihre Beschreibung.

    Ein herzliches Dankeschön,

    Thomas Kaller

    PS Der Titel ist

    a gal in calico

    und ist wohl von Tex Beneke geschrieben …

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