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Schlicker Klettersteig – Die große Ochsenwand
Geschrieben von: Ronny Siegel   
Mittwoch, den 25. November 2009 um 17:49 Uhr

ochsenwand_miniDen Namen Ochsenwand hat dieser Fels des Stubaitals sicherlich von der eigenartigen Felsformation, welche sich ungefähr im Mittelteil, auf dem Weg zur Spitze befindet. Leider kann man die namensgebende Formation nur sehen, wenn man sich auf einen langen beschwerlichen Marsch begibt und dabei gleichzeitig den Schlicker Klettersteig überwindet. Mit siebenhundert Höhenmetern ist der Schlicker Klettersteig der derzeit längste und einer der schönsten Klettersteige im Stubaital. Insgesamt überwindet man auf dem Weg zur Spitze auf 2.700 Metern eine Gesamtdistanz von 1.350 Höhenmetern.


Eins kann man mit Gewissheit sagen, der Schlicker Klettersteig bietet nahezu alles was sich ein Klettersteiger wünscht. Da gibt es exponierte Stellen, welche gut gesichert sind, kleine Kletterabschnitte ohne Sicherungen. Hier findet man steile Grasnaben die man überwinden muss und im oberen Bereich den einen oder anderen Spreizschritt, der einen den Arsch auf Grundeis gehen lässt. Schon vor dem eigentlichen Einstieg bewegt man sich auf abenteuerlichen Pfaden, denn eine Geröllrinne mit kleinen Steinen, versperrt einen den Weg. Auf diesem läuft man wie auf rohen Eiern, da sich der Boden ständig nach unten bewegt, während man versucht den oberen Rand zu erreichen. Man vollführt einen Wettlauf gegen die Zeit.

Ist dieses Hindernis überwunden, erkennt man einen roten Punkt auf weißen Untergrund, der den Einstieg des Schlicker Klettersteigs markiert. Um den Neueinsteiger auf das Kommende vorzubereiten, darf dieser zu Beginn erst einmal einen Überhang überwinden, bevor es den langen Anstieg zur Spitze hinaufgeht. Der Klettersteig zieht sich hierbei kontinuierlich in die Höhe und irgendwann erkennt man die Felsen, die ein Ochsenhorn darstellen. Doch nachdem man diese überwunden hat und meint, dass nun das Ende erreicht wäre, wird man eines besseren belehrt, denn fortan heißt es sicherungsfrei den dünnen Graspfaden zu folgen bis man auf die nächsten Felsen trifft. Manche dieser Felsbrocken sind gesichert, bei anderen dachte sich der Erbauer, dass hier eine Sicherung nicht von Nöten wäre. Dies sorgt natürlich für einen zusätzlichen Adrenalinschub, zumal bis hierher schon eine gute Kondition nötig war.

Im obersten Bereich darf man anschließend einen Felsspalt mit Hilfe eines Spreizschrittes überwinden oder aber man traut sich und überspringt dieses Hindernis einfach. Danach sind es nur noch wenige Meter bis zum Gipfelkreuz. Der darauf folgende Abstieg bietet zusätzlich noch ein paar Kletterhighlights und steht in seiner Schwierigkeit dem Aufstieg in Nichts nach. Jedoch bekommt man hier ein paar schöne Felsformationen zu sehen, sofern man noch die Muse besitzt, diese betrachten zu wollen. Erst wenn man einen weiteren roten Punkt gefunden hat, weiß man jetzt dass die Kletterei jetzt ein Ende gefunden hat.

Wer sich konditionell Fit fühlt, sollte die Ochsenwand unbedingt mitnehmen. Jedoch ist die Zeit der Überschreitung nicht zu unterschätzen, denn eine Umkehr ist nach erfolgtem Einstieg so gut wie unmöglich. Zu viele Stellen sind im Abstieg schwieriger zu begehen wie im Aufstieg und würden eine erhöhte Kraftanstrengung fordern. Wer sich nicht ganz sicher ist, kann auch den eigentlichen Abstieg als Aufstieg nutzen und dadurch zum Gipfelkreuz gelangen. Diese Tour ist etwas kürzer, allerdings muss man dafür einen umso längeren Anstieg in Kauf nehmen. Um Kraft zu sparen empfiehlt es sich zudem mit dem Schlick 2000 bis zum Kreuzjoch hinauf zu fahren und dann Richtung Zirnachalm hinab zu Laufen. Dadurch spart neben der Kraft ungefähr 30 Minuten an reiner Gehzeit.

ochsenwand_01

Die Tour zieht sich über die gesamte Ochsenwand.

ochsenwand_02

Im Hintergrund sieht man die Schlicker Alm und den dazugehörigen See.

ochsenwand_03

Der Abstieg führt durch ein Felslabyrinth mit herrlichen Formationen.





 
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