| Der Kaiser Max Klettersteig bei Innsbruck – Brutale Sportkletterei mit einer Grotte |
| Geschrieben von: Ronny Siegel |
| Freitag, den 16. September 2011 um 00:00 Uhr |
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Ideale Parkbedingungen und ein kurzer Anstieg zum EinstiegDas Schöne am Kaiser Max Klettersteig ist der kurze Anstieg zum Einstieg. Kurz vor Zirl von Innsbruck ausgesehen, erhebt sich die Martinswand. In dieser Wand verankerte man den Klettersteig, damit dieser fortan den Klettersteigenthusiasten ein Schmankerl liefert. Ein Parkplatz zu dem Klettersteig befindet sich kurz vor dem Abzweig, bei dem die Straße zur Autobahn oder nach Zirl führt. Meistens ist dieser Parkplatz gut besucht, weswegen man sich auch auf der anderen Straßenseite bei dem Maximiliandenkmal parken kann. Der Vorteil dieses Parkplatz, er liegt im Schatten. Am Parkplatz befindet sich eine Hinweistafel, auf der noch einmal der Klettersteig und seine Schwierigkeiten aufgewiesen sind. Von hier aus geht es den kleinen Waldweg hinauf zum Fuß der Martinswand.
Mehrere Gedenktafeln für Verunglückte – Zeit sich zu entscheidenWirft man an dieser Stelle bereits einen Blick nach oben, erkennt man die große Felsengrotte. Diese erreicht man auch über einen Normalweg, der gleichzeitig der eigentliche Rückweg des Klettersteigs ist. Für Familien würde es sich somit anbieten, diesen Normalweg zur Grotte hinaufzusteigen, während die Klettersteigfanatiker der Familie den Kaiser Max Klettersteig erklimmen. Dass der Klettersteig zu den schwierigen Klettersteigen der Region gehört, erkennt man sehr schnell am Einstieg. Dort wird noch einmal dezent auf die Schwierigkeit hingewiesen, während mehrere Denktafeln auf tödliche verlaufende Abstürze hinweisen. Wer sich an dieser Stelle den Aufstieg noch einmal genauer überlegt, der braucht sich nicht zu verstecken.
Der Kaiser Max Klettersteig mit mehreren Vertikalen und wenigen TrittenDie nächsten Höhenmeter haben es nämlich in sich. Auch wenn die Tafel die ersten Teile des Kaiser Max Klettersteigs mit der Schwierigkeit B und C einstufen, kann man in der Zwischenzeit fast durchgehend von C und D sprechen. Schuld daran sind die vielen Besteiger des Klettersteigs, welche den Fels in der Zwischenzeit glatt getreten haben. Ordentliche Tritte findet man eher spärlich und auch mit künstlichen Tritten ist man beim Bau des Kaiser Max Klettersteigs eher sparsam umgegangen. Besonders spürt man dies bei den drei steil nach oben verlaufenden Vertikalen. An diesen zieht man sich mehr an dem Stahlseil nach oben, als dass man sinnvoll klettert.
Berichte von Unfällen von Einheimischen am Kaiser Max KlettersteigDie Unfallquote an dem Kaiser Max Klettersteig scheint aus diesem Grund auch nicht von ungefähr zu kommen. Zwei Geschichten hörten wir hierzu von Einheimischen. Auf unseren Hinweis auf die vielen Gedenktafeln für die Abgestürzten, erzählte uns einer der Einheimischen, viele der Kletterer gehen in der Mitte des ersten Teils des Klettersteigs aus dem Seil und versuchen die dort befindliche kurze Scharte nach oben zu laufen. An dieser Stelle gab es bereits mehrere Abrutsche, bei denen einige tödlich endeten. Die Scharte lädt nach unserer Meinung wirklich dazu ein aus dem Seil zu gehen. Das Stahlseil verläuft an dieser Stelle am oberen Felsen entlang, so dass man diesen wieder erklettern muss. Allerdings täuscht der erste Eindruck von der Schwierigkeit dieser Stelle. Sicherer ist auf jeden Fall im Seil zu bleiben. Die zweite Geschichte die wir hörten war ein eigener Erlebnisbericht. Einer der Einheimischen berichtete uns, als er einmal an dem Klettersteig aufstieg, fühlte sich einer der anderen Klettersteiger von dem schnellen Aufstieg bedrängt. Der fremde Klettersteiger versuchte das Tempo mitzuhalten und begann hastig vorzusteigen. An einer der gefährlichen Stellen, an denen gute Tritte Mangelware sind, rutschte der Fremde ab und stürzte in die Selbstsicherung. Dieser wurde so stark belastet, dass sie sich extrem verbog. Unser Erzähler der Geschichte, stieg schleunigst zu dem Verunglückten auf und wollte ihn mit seiner Selbstsicherung erst einmal fixieren. Zum Glück besaß der Fremde aber eine eigene Selbstsicherung, mit der er sich erst einmal im Seil zusätzlich sichern konnte. Als Nächstes versuchte man die Selbstsicherung der Klettersteigausrüstung vom Seil zu bekommen. Leider ohne Erfolg. Der eine der beiden Karabiner war nicht nur verbogen sondern auch noch verkeilt. So wartete man auf die nachsteigenden Klettersteiger, in der Hoffnung einer der Folgenden habe ein Messer dabei. Es dauerte eine Weile bis ein Messer verfügbar war, doch schließlich konnte man den Verunglückten von seiner Selbstsicherung abschneiden und brachte ihn sicher zum Ausstieg bei der Grotte.
Ausstieg zur Grotte mit einer kraftraubenden SchlüsselstelleDer Ausstieg bei der Grotte ist eine Nummer für sich. Eigentlich geht man davon aus, wenn man bis hierher nicht mehr kann, dann sollten die letzten Meter des Ausstieges einfach gestaltet sein. Beim Kaiser Max Klettersteig irrt man sich bei dieser Annahme aber gewaltig. Anstatt einem einfachen Ausstieg wählten die Erbauer noch einmal eine richtige brutale Vertikale. Natürlich wieder ohne künstliche Tritte und jeder Menge gut rundgelutschter Steine. Diese letzten paar Meter rauben einem dann endgültig die Kraft, wenn man nicht bereits zuvor aufgegeben hat und auf Hilfe wartet. Hat man es geschafft, wird man mit einer schönen Grotte belohnt, an deren Decke sich mehrere Expressschlingen befinden. Wer jetzt noch Lust verspürt an der Decke der Grotte lang zu klettern, immer zu. Die vorhandenen Sicherungen laden dazu ein.
Leichter Rückweg oder doch besser ab klettern?Der Rückweg von der Grotte führt gut ausgeschildert an einem Steinbruch vorbei. Ein kräftiger Stahlzaun bietet genügend künstliche Haltegriffe, während man den gesamten Steinbruch umgeht. Allerdings führt der Rückweg nicht nur bergab. Die ersten Meter steigen steil in die Höhe an und man folgt einer Art Steinbruchgratweg, also einem ständigen Auf und Ab. Sobald man die Schotterstraße erreicht hat, wird es aber gleich um Welten besser. Weitere Gefahren hat der Rückweg nicht aufzuweisen. Dafür erhält man noch einmal einen schönen Blick auf die Martinswand, die Grotte und den Kaiser Max Klettersteig. Da sich der Rückweg allerdings stark in die Länge zieht, kann man gut verstehen warum viele Einheimische den Klettersteig wieder ab klettern.
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