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Wie wird Facebook genutzt? – Bitkomstudie verrät das Verhalten von Facebooknutzern

facebook-do-you-have-a-facebook-miniDas Geheimnis, wie die angemeldeten Nutzer Facebook nutzen, wird von Facebook wie der heilige Gral gehütet. Wenn Facebook diese Daten aber nicht veröffentlicht, bleibt nichts anderes übrig, als die Nutzer von Facebook selber zu befragen. Der BITKOM befasste sich mit diesem Thema und fand dabei heraus, ein großer Teil der angemeldeten Facebooknutzer, nutzen Facebook nur sporadisch.

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51 Prozent der Deutschen besitzen ein Profil bei Facebook

Insgesamt wurden durch den BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) 1.023 Personen befragt. Von diesen waren 51 Prozent bei Facebook angemeldet. 45 Prozent nutzen Facebook aktiv. Der Großteil der Nutzer, 32 Prozent, loggte sich dabei täglich bei Facebook ein. Der Anteil derjenigen welche unregelmäßig bei Facebook vorbeischauten, betrug immerhin noch 27 Prozent. Facebook ist damit das am meisten genutzte Netzwerk, bei dem die Nutzer äußerst aktiv sind.

Trotz aller Datenschutzdebatten geniest Facebook bei einem großen Teil der Nutzer ein grundlegendes Vertrauen, wenn es um den Datenschutz geht. Immerhin 38 Prozent der Nutzer trauen Facebook zu, ihre persönlichen Daten sicher zu verwahren. Damit gehört Facebook zu den international sozialen Netzwerken mit dem höchsten Vertrauen der Nutzer. Einen besseren Datenschutz unterstellt man nur noch den Communitys aus dem deutschen Raum. Allerdings setzten sich mit den Datenschutzeinstellungen immerhin 13 Prozent der Befragten nicht auseinander. Der Anteil der 50jährigen lag in diesem Bereich sogar bei 25 Prozent.

Facebook's Infection
Image by Katie Sayer

50 Prozent der Nutzer sind nicht aktive Nutzer

Im Zusammenhang mit dieser Umfrage habe ich mir die Frage gestellt, wie aktiv sind die eigenen Freunde bei Facebook. Das Ergebnis ist natürlich nicht repräsentativ und abhängig davon, welche Freunde man zu seinem eigenen Freundeskreis zählt. Ich sah mir hierfür die Aktivitäten der eigenen Freundesliste mal etwas genauer an. Dazu legte ich folgende Kriterien fest. Als “nicht aktive Nutzer” wurden die Nutzer eingestuft, die in den letzten 14 Tagen maximal eine Aktion bei Facebook ausübten. Dazu zählen Aktionen wie ein Spiel spielen, einen Beitrag liken, ein Kommentar abgeben, einen Artikel verlinken oder eine Statusmeldung posten. Als “aktive Nutzer” wurden die Nutzer eingestuft, die zwei bis vier Aktionen in den letzten 14 Tagen ausführten. “Sehr aktive Nutzer”, waren die Nutzer die mehr als 5 Aktionen in den letzten 14 Tagen vollführten. Die Nutzer bei denen ich nicht wusste, ob man die Statusmeldungen vor mir verbarg, ignorierte ich bei meiner Auswertung.

Zum Schluss kam ich zum folgendem Ergebnis: 50,6 Prozent meiner Freundesliste zählten zu den “nicht aktiven Nutzern”, 15,6 Prozent zu den “aktiven Nutzern” und 33,8 Prozent zu den “sehr aktiven Nutzern”.

aktive-facebooknutzer

Wozu die ganzen Studien? – Wozu wird Facebook genutzt?

Die Frage die ich mir immer wieder stelle und des Öfteren auch gerne mit anderen diskutiere ist, lohnt es sich für ein Blog bei Facebook aktiv die eigenen Meldungen zu verlinken. Ich vertrete dabei die Meinung, nur die eigenen Meldungen zu verlinken, gleicht einer eintönigen Arbeit ohne erkennbaren Mehrwert für den Nutzer. Man kann dies bei vielen Fanseiten gut beobachten. Obwohl die Anzahl der Fans nicht unerheblich ist, sind die Reaktionen auf die Meldungen eher spärlich. Dies kann unter anderem daran liegen, dass die Fans die Postings zwar registrieren, aber nicht darauf reagieren. Allerdings sehe ich bei gut geführten Communitys auch immer wieder, dass eine kleine Anzahl von Fans, eine große Resonanz erzeugt, indem Inhalte geteilt, gelikt oder kommentiert werden.

Facebook
Image by Scott Beale

Wie seht ihr dies? Findet ihr Statusmeldungen in Form von Postings interessant oder ignoriert ihr diese? Was macht ihr auf Facebook und welche Funktionen nutzt ihr am Liebsten?

Links: Studie des Bitkom

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  1. hallo. ich bin nicht durch facebook auf deine seite gestossen sondern durch umnachtetes tappen nach informationen zum krieg. google war s. ich gebs ja zu. nun ich wurde vor ein paar jahren von einer freundin angeworben. mittlerweile nenne ich es meinen virtuellen gang vor die tür, da ich sehr viel am laptop sitze. ich bin mir bewusst dass alles gespeichert oder gelesen werden könnte aber das ist mir egal. einen stalker hatte ich mal …aber den kann man sich auch im realen leben holen. (ist mir da auch schon passiert) . was meine suchanfragen beim bundesnachrichtendienst auslösen weiss ich auch nicht. momentan bin ich noch nicht belangt worden…. :-)
    danke für deine artikel..ich finde sie sehr spannend.

    anna elbe, unweit von blockhaus und augustusbrücke ;-)

  2. Link: http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/799280_reportage-dokumentation/9520608_die-story-im-ersten-facebook-milliardengeschaeft

    Guten Morgen,

    auch ich stieß auf diesen Artikel durch Recherche, angetrieben durch die Gewissheit oder Ungewissheit, das alles das was ich in Facebook poste irgendwann ein Dritter lesen kann und auf Grund meiner freiwillig gemachten Angaben ein Profil von mir erstellt. Hinzu kam der Bericht am gestrigen Montag 13.02. zu später Stunde in der ARD der sich schwerpunktmäßig genau mit dem Thema Facebook befasste.

    Es ist erschreckend, wie der einzelne Nutzer immer mehr zum "Gläsernen User" verkommt – auch ich bemerkte bei meiner Zugehörigkeit der 27% des obrigen Artikels, das plötzlich Freunde in meiner Vorschlagsliste auftauchten, die ich schon mehrere Jahre nicht gesehen habe und irgendwie auch nicht sehen wollte.
    Das sich mittlerweile der BND und auch die Polizei Hannover, die mittlerweile einige zigtausend Freunde hat, dieses Mediums bedient ist eine Erscheinung unserer schnelllebigen immer informationshungriger Gesellschaft. Wenn ich nicht mit der Masse schwimme, schwimmt sie weiter – ohne mich.
    Wenn ich als Erfinder einer Software den Quellcode auf Anfrage eines Nutzers nach den Verbindungen zu anderen Netzwerken Preis geben müsste dann könnte ich glatt 2 Dinge tun: Ihn im Internet frei zugänglich machen und eine Anleitung dazu schreiben was und wo ich ihn verändern muss um weitere Dinge zu erfahren.

    2 Punkte vielen mir wirklich auf: Wenn es sich für ein Unternehmen das global expandiert und seinen Wirkungskreis stätig mit einem „Gefällt mir“ vergrößert nicht lohnen würde, irgendwo am Nordpol ein neues europäisches Rechenzentrum mit der Größe von 16 Fußballfeldern zu errichten um Daten NUR zu sammeln um sie zu haben, arbeitet es nicht volkswirtschaftlich. Europäisches Datenschutzrecht hin oder her.

    Des weiteren ist es bedauerlich, dass eine so brisante Sendung mit Inhalten für die Generation "Flat-Rate" zu einer Sendezeit ausgestrahlt wird, zu der die Zielgruppe eigentlich schon schlafen sollte.

    Mich würde interessieren, welche Ausmaße die Facebook-Verknüpfungsmaschinerie erreichen würde, wenn ich in meinen freiwillig gemachten Angaben das Wort "Bombe", "Canabis", evtl. sogar "E 605" auftauchen lassen würde.

    Oder um es sinngemäß mit den Worten des im Bericht begleitenden Teenagers zu zitieren: „Wenn Facebook sich ändern würde, dann müsste ich wohl damit Leben – aber löschen würde ich Facebook nie, ich poste ja schon seit 2 Jahren mein ganzes Leben!“.

  3. @AS: Danke erst einmal für diesen Link. Und vielleicht rüttelt dieser Bericht so manchen sorglosen User von Facebook auf. Es stimmt schon, dass sich in einigen Profilen das jeweilige Leben hervorragend wieder spiegelt. Problematisch wird es nur, wenn man diese Informationen nicht mehr endgültig löschen kann, wie Berichte dieser Tage über Facebook immer wieder zeigen. Man bekommt dadurch immer mehr das Gefühl, Facebook ist nicht an einer Community sondern nur an den persönlichen Daten interessiert, welche, einmal preisgegeben, nicht mehr hergegeben werden. Die Sorge und der Aufschrei vieler Datenschützer hierzulande kann ich aus diesem Grund sehr gut nach vollziehen (auch wenn die Vorgehensweise öfters rabiat scheint)

    1. Definitiv ist Facebook an den Nutzerdaten interessiert und nicht daran wie es der community dabei geht.
      Ich nutze FB seit 2Jahren wieder, nachdem ich mein damals "ehrliches" Profil (sehr sehr umständlich) löschen konnte, habe ich das Interesse an Netzwerken verloren und vor 2 Jahren, auch berufsbedingt wiedergewonnen.
      Nun denke ich mir, wenn alle so scharf auf Infos über mich sind, ok dann bekommen sie soviel Input von mir, dass ihre Algorythmen durchdrehen können.
      Mein Käufer-Profil möchte ich mal sehen ;)
      Meine "erwünschten" Freunde und Kollegen wissen hinter welchen Namen ich wirklich stecke, und sie wissen auch, daß viele Infos (wie meine Lehre Zum Astronauten in den 80ern) einfach Humbug sind. Genau wie mein Harvard Abschluss und die Standorte von denen ich poste. Ich habe mir aus FB nur das herausgefiltert was es mir gibt, nämlich jederzeit Kontakt zu Kollegen, Freunden etc weltweit halten zu können, einen Schnappschuss zu posten oder einfach nur zu quatschen.
      Hier ist zu erwähnen, daß ich nicht nur in deutsch schreibe sondern in mehreren Sprachen zu verschiedenen Orten, was den Nebeneffekt hat, dass ich so abstruse fremdsprachige Werbung aufgedrückt bekomme, die mich weniger nervt als amüsiert.

      Doch nun, nach zwanghafter Chronik und Lebenszeit Linie überdenke ich ständig alles und suche nach Alternativen.
      Mein Zweck hinter Facebook kann nicht mehr vernünftig vollführt werden. Die Chronik schien zuerst als typisches "Design vor Funktion" Tralala, schlicht unübersichtlich. Tatsächlich stellt sich aber immer mehr raus, daß die Chronik weit mehr macht als alles mögliche in die Timeline zu posten, vieles anderes lässt sich plötzlich einfach nicht mehr finden, egal wie oft geliked, markiert usw. D.h. genau die Dinge die so eine Plattform rechtfertigen, sich mit Freunden auszutauschen ist sehr umständlich geworden, anderes wird laufend der Öffentlichkeit vorgeschmissen.
      Zudem hat man wohl gemerkt, dass Werbung nichts bringt, Freundesmeinungen aber wohl und so bekommt man ständig likes und Empfehlungen geschickt, die gar nicht wirklich von Freunden stammen sondern nur auf kosten- oder registrierungspflichtiges Seiten oder Profile linken sollen. Das Alles macht es mittlerweile sehr anstrengend, mehr aber ist es verwirrend und scheint nichts als Ablenkung zu sein. Wir sind keine Nutzer/Kunden oder Irgendwas, wir sind alle Käufer/Mieter/Leiher und Werbeträger, durchsichtig, manipulierbar und durch Offenheit angreifbar.Wir haben keinen anderen Zweck dort als Auskunft und möglichst Geld zu geben.
      Und Facebook ist unser Werkzeug mit dem wir uns gegenseitig animieren.
      Ja, das klingt verbittert und auch ein bißchen paranoid, und da geistert mir sofort ein Zitat aus einem Hollywood Film durch den Kopf.
      "Frag dich nicht, ob du paranoid bist!
      Die Frage lautet:
      "Bist du paranoid genug?"

      in diesem Sinne, einen schönen Abend,
      ich muss mich noch mit meinem Chef besprechen, also logg ich mich mal ein.

  4. @Paranoirenough: Danke für dein langes Statement. Und ich sehe dies auch so. Facebook dient zur Bespaßung der Massen. Nur mit dem Unterschied, diesmal bespaßen wir uns alle gegenseitig. Ich denke der Vergleich, Facebook ist das „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ des Internets, ist da gar nicht so weit hergeholt. Wenn da nicht die Organisation der Menschen in den arabischen Ländern wäre, bei denen Facebook sicherlich auch dabei half, die Proteste zu organisieren.



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