Eigentlich rechnete Stefan* mit einer Grußkarte zu Weihnachten, als er am 23.12. um 16:30 eine Mail von XING erhielt. Doch stattdessen wurde er dazu aufgefordert sein Pofilbild zu ändern. Ansonsten drohte man ihm mit der Sperrung seines XING Accounts, zum 27.12. So richtig wusste Stefan nicht wie er mit dieser Information umgehen sollte. Denn schließlich besaß er seit über drei Jahren seinen XING-Account, in der Zwischenzeit sogar als Premiummitglied, und in dieser Zeit hatte sich niemand über sein Profilbild beschwert. So kurz vor Weihnachten konnte die Mail von XING also nur eins bedeuten: Man hatte sich im Konzern darauf verständigt eine Neuauflage von “Verstehen sie Spaß” im Netz zu initiieren. Eine andere Erklärung gab es für Stefan nicht.
29.12.: XING sperrt das Profil
Die nächsten Tage kamen, mit all ihren erfreulichen und stressigen Begleiterscheinungen. Neben Kartoffelsalat und Gänsebraten geriet die Ankündigung von XING schnell in Vergessenheit. Auch an dem angekündigten 27.12. agierte XING nicht, was Stefans Vermutung, es handle sich nur um einen Spaß bestätigte. Doch am 29.12., pünktlich zum Jahresabsch(l)uss, trudelte dann die Botschaft per Mail ein, dass das XING Profil ab sofort gesperrt sei. Stefan konnte es nicht glauben, weswegen er zuerst einmal versuchte sich bei XING einzulogen, leider ohne Erfolg. Mit Wut im Magen und Verfluchungen in Richtung XING (die ich an dieser Stelle nicht wiedergeben möchte), verfasste er wenige Stunden nach Erhalt der Sperrmail, eine Anfrage an XING.
Sehr geehrte Damen und Herren,
wie ich gerade per Mail informiert wurde, ist mein Profil gesperrt worden. Bisher habe ich leider nicht erfahren, warum? Wenn es aufgrund meines Fotos ist, finde ich dies doch sehr verwunderlich, da ich dieses Foto seid Jahren verwende und ich auf dem Foto sehr gut zu erkennen bin. Weiterhin finde ich es sehr fragwürdig, die Änderung des Fotos am 23.12. zu fordern und es bis zum 27.12. umzusetzen.
Wie sie vielleicht wissen, war in der Zeit Weihnachten und da habe ich besseres zu tun, als mein Foto auf ihrer Plattform zu ändern! Weiterhin würde ich gern wissen, wie sich das auf meine Mitgliedschaft auswirkt. Immerhin bezahle ich dafür, um bestimmte Dienste bei Ihnen zu verwenden! Ich bitte um schnellstmögliche Klärung ihrerseits!
Mit freundlichen Grüßen
30.12.: XING gesteht Fehler und schaltet Profil wieder frei
Für Stefan war klar, bei XING lief irgend etwas nicht rund. Anscheinend hatte man so kurz vor Jahresende noch einmal einen Blick in die eigenen AGB geworfen und dann damit begonnen, diese auf Gedeih und Verderb umzusetzen. Denn in diesen steht tatsächlich, dass man als Nutzer ein eindeutiges Bild verwenden muss, um die Plattform von XING nutzen zu dürfen. Als Alternative stehe nur der graue Mann (oder Frau) als 0815 Profilbild zur Verfügung. Nur war Stefan auf seinem Profilbild zu erkennen, wenn auch nur zu 70 Prozent.
Es dauerte keine 24 Stunden und eine Antwort von XING befand sich im Posteingang von Stefan. In dieser entschuldigte man sich für den Vorfall und erklärte sich ehrlich.
,vielen Dank für Ihre Nachricht. Gerne möchten wir den Vorfall erklären.
Ihr Profil wurde leider tatsächlich aufgrund Ihres Fotos gesperrt. Wir möchten Ihnen dies selbstverständlich ehrlich kommunizieren. Ihre Sperrung ist jedoch unberechtigterweise erfolgt. Im Falle eines nicht AGB konformen Fotos nehmen wir zunächst immer erst eine Löschung des Bildes vor. Erst in einem Wiederholungsfall sperren wir gegebenenfalls das Profil vorübergehend. Dies trifft in Ihrem Fall jedoch nicht zu.
Auch die Ihnen zur Verfügung gestellte Zeit, vor dem Hintergrund der Feiertage, ist wirklich nicht ausreichend gegeben. Dies ist ebenfalls ein Fehler unsererseits. Dem Ursprung dieses Fehlers werde ich daher umgehend nachgehen und entsprechende Schritte einleiten, damit eine Wiederholung nicht mehr erfolgt. Ihr Profil ist jetzt selbstverständlich wieder aktiviert.
Ich möchte mich bei Ihnen nochmals ausdrücklich für unser Vorgehen entschuldigen und wünsche Ihnen einen guten Start ins neue Jahr.
Für Stefan war die Sache damit abgeschlossen. Und bis auf ein paar aufregende Stunden, die für eine unruhige Nacht sorgten, verkraftete er diesen Vorfall auch Bestens. Die Aktion von XING lässt jedoch eins vermuten. Man setzt bei der Überprüfung der Nutzerprofile auf Praktikanten oder Aushilfsjobber, wahrscheinlich um Kosten zu sparen. Die Reaktion von XING auf Stefans Beschwerde, fanden wir dagegen sehr professionell. Und sobald wir weitere Informationen hierzu erhalten, werden wir diese hier gerne veröffentlichen.
*Name von der Redaktion geändert



