| Googles Zukunft: Weltherrschaft, Weltregierung oder Untergang? |
| Geschrieben von: Ronny Siegel |
| Mittwoch, den 03. August 2011 um 00:00 Uhr |
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„Don’t be Evil“, Google – aber wie lange noch?„Don`t be Evil“ lautet der Leitspruch von Google. Und bisher konnte man auch keine Anzeichen dafür entdecken, dass Google diesen Leitspruch nicht auch lebt. Trotzdem gibt es berechtigte Kritiken an den weltumspannenden Informationssammelnetzwerk, welches Google in den letzten 10 Jahren etablierte. Das Sammeln von Daten scheint das Lieblingshobby der ehemaligen Suchmaschine zu sein. Der wirtschaftliche Erfolg dieser Sammelleidenschaft freut die Aktionäre und auch die Mitarbeiter von Google. Doch jedes Wachstum besitzt eine natürliche Grenze. Und diese Grenze wird auch Google irgendwann zu spüren bekommen. Ob dann noch der Spruch „Don’t be Evil!“ gilt, wird die Zukunft zeigen. Der Grund für diese Bedenken ist die Unternehmensform für die sich Google vor einigen Jahren entschied. Um an neues Kapital heranzukommen, beschloss Google an die Börse zu gehen. Dies ging einher mit dem Verkauf von Aktien die derzeit noch fleißig im Kurs steigen. Eine Aktie bietet jedoch noch einen weiteren Vorteil, sofern man im Besitz einer Aktie von einem florierenden Unternehmen wie Google ist. Am Ende eines Geschäftsjahres gibt es eine saftige Dividende pro Aktie, also eine Gewinnausschüttung. Die Dividende ist unabhängig von den Kursentwicklungen der Aktie und richtet sich alleine nach den erzielten Gewinnen. Das Ziel von Google sind auch in Zukunft Gewinne für die Aktionäre, wie vor kurzem der Gründer und derzeitige Manager von Google, Larry Page, bestätigte.
Die Grenzen des Wachstums von Google – und was dann?Solange ein Unternehmen wie Google sich in einem Wachstumsmarkt befindet, wird es auch immer Gewinne für die Aktionäre erwirtschaften. Problematisch wird es erst, wenn man an die Grenzen des Wachstums stößt. In den meisten Aktiengesellschaften steigt dann der Druck auf das Management, schließlich will man als Aktionäre nicht auf seine jährliche Gewinnausschüttung verzichten. Wenn dieser Punkt erreicht ist, wird sich entscheiden, in welche Richtung sich Google entwickelt. Wird es dem Druck nachgeben und Produkte entwickeln, die Gewinne erzielen sollen und bei denen der Nutzen in den Hintergrund tritt? Oder wird man damit beginnen, Gebühren für Produkte einzuführen, die man heute noch kostenlos nutzen kann? Denkbar ist auch der Kauf von weiteren Unternehmen oder die Ausdehnung in andere Märkte, die mit dem Internet nichts mehr gemein haben. Es kann aber noch eine zweite Entwicklung stattfinden. Und diese ist die bereits erwähnte Theorie, dass sich Google zur Weltherrschaft erhebt. Dies könnte dann der Fall sein, wenn die gesammelten Informationen von Google nicht nur marktentscheidend, sondern auch gesellschaftliche Entscheidungen mit sich bringen. Wenn Google also die Möglichkeit besitzt, sich über einen großen Teil der Menschen auf diesen Planeten ein umfassendes Bild zu verschaffen. Wird sich dies die Menschheit gefallen lassen? Oder wird dann der Druck auf Google so stark werden, dass sie entweder abdanken müssen oder einen Weg einschlagen, der einen Kompromiss vorsieht. Einen Kompromiss, der Google faktisch die Weltherrschaft übergibt, aber unter der Maßgabe der Kontrolle aller Menschen auf diesen Planeten. Die Zukunft von Google – kein Wachstumszwang?Wie könnte dieses Google in Zukunft aussehen? Denkbar wäre eine Form von erster Weltregierung oder um es etwas bescheidener angehen zu lassen, eine Art von Genossenschaft, bei der jeder Mensch, länderübergreifend, ein Teil von Google werden könnte. Gerade beim zweiten Beispiel würde sich an der Unternehmensführung wenig ändern, außer vielleicht, dass auf einmal nicht mehr der Gewinn, sondern nur noch die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stände. Eine Weltregierung wäre dagegen eine Art von Superbehörde, die alle Daten und Informationen des Internets in sich vereint. Was würde die Menschheit akzeptieren? Dass Google jedoch die Weltherrschaft an sich reißen wird und anschließend alles kontrolliert a la einer Diktatur, davon gehe ich nicht aus. Die Befürchtungen Mancher, sehe ich als klassische Schwarzmalerei. Dafür spricht vor allem ein Fakt. Google ist abhängig von den Nutzern des Internets. Und Google weiß, dass sich der Wind sehr schnell drehen kann. Heute steht Google noch im positiven Rampenlicht. Doch wenn Google damit beginnt, ihre Nutzer als kleine Geldscheine zu betrachten, kann sich dies sehr schnell ändern. Denn diese haben im Gegensatz zu vielen Unternehmen eines bereits gut verstanden. Gewinne sind nur dann gut, wenn sie keinem Menschen Schaden zufügen. In diesem Sinne „Don’t be evil!“ Bildquelle: Flickr.com by Daniel F. Pigatto www.flickr.com |
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