| My Blog is my Castle oder wozu Social Communitys wenn man auch selber bloggen kann? |
| Geschrieben von: Ronny Siegel |
| Donnerstag, den 24. Februar 2011 um 04:08 Uhr |
Wenn ich mir die Aktivitäten von manchen Usern auf Social Community Plattformen ansehe, frage ich mich immer wieder, wieso betreiben diese Personen eigentlich keine eigene Webseite oder zu mindestens einen eigenen Blog? Schließlich posten diese Personen innerhalb kürzester Zeit eine solche Menge an Inhalten, dass einem das Hören und Sehen vergeht und man mit dem Lesen überhaupt nicht mehr hinterher kommt. Doch warum der Aufruf diesen Content zukünftig auf eine eigene Webseite oder vielleicht auch einem Gemeinschaftsprojekt mit einem guten Freund oder Freundin zu posten?Nun zum Einen denke ich bei diesen Überlegungen immer zuerst an die Zukunft. Inhalte zu produzieren, also sich zu bestimmten Dingen zu äußern, ist mit viel Fleiß verbunden. Ein paar Zeilen zu schreiben, schüttelt man nicht so eben mal nebenbei aus dem Ärmel. Doch genau davon lebt das Internet, von Inhalten und dazu noch von interessanten. Wenn man sich somit schon einmal dazu aufrappelt und Inhalte schafft, wieso sollte man damit Großkonzerne langfristig stärken, bei denen man nicht weiß, was diese mit diesen Inhalten zukünftig anfangen und ob es diese Konzerne in ein paar Jahren überhaupt noch gibt? Dazu ein kleiner Ausflug in die jüngste Vergangenheit. Vielleicht erinnert man sich noch an die Social Community Plattform mit dem Namen „MySpace“. Dies war die Plattform bei der vor ein paar Jahren jeder Musiker behauptete, auf dieser muss man unbedingt eine Seite einrichten. In der Zwischenzeit verschwindet „MySpace“ immer weiter. Auch das letzte Update der Plattform konnte die schwindenden Besucherzahlen nicht stoppen. MySpace“ ist „out“ und viele kennen diese Plattform nur noch vom Namen. Was bei „MySpace“ derzeit geschieht, kann aber in Zukunft auch „Facebook“ betreffen. Und dies ist das Gefährliche am Internet. Was heute noch „hipp“ ist, kann morgen bereits der Schnee von gestern sein. Doch was ist mit den Inhalten von „MySpace“ oder besser gesagt der vielen Zeit, die man in den Aufbau des eigenen Profils auf dieser Plattform investierte? Diese Arbeit geht unwiderruflich verloren, denn mit schwindenden Besucherzahlen auf einer Social Community Plattform, verschwindet automatisch auch der Nutzwert den diese Plattform anbietet. Eine Social Community Plattform lebt nun einmal von den Nutzern und deren Aktivität untereinander. Besucht niemand mehr die Community, verschwindet das eigene Profil ebenfalls langfristig auf dem Internetfriedhof. Die Abwärtsspirale, die dabei entsteht, ist zudem schwer aufzuhalten. Denn auch die Suchmaschinen werden einer sterbenden Community weniger Wichtigkeit beimessen. Noch einmal kurz zur Erinnerung. Das Internet lebt von den Inhalten und die Inhalte auf einer Community werden von den Nutzern geschaffen. Keine Nutzer bedeuten somit auch keine neuen Inhalte. Viele Musiker werden dieses Problem in diesen Tagen massiv erleben. Zu mindestens dann, wenn sie ausschließlich auf „MySpace“ gesetzt haben und nicht nebenbei damit begannen eine eigene Webseite mit eigenen Inhalten aufzubauen. Was für Musiker gilt, gilt aber auch für „Normalos“. Diese tragen derzeit dazu bei, dass der Erfolg von Facebook „noch“ ungebrochen ist. Und solange dies auch der Fall bleibt, wird es niemanden interessieren was langfristig mit den eigenen Inhalten geschieht. Doch wenn diese Community sterben sollte, dann verschwinden neben den Inhalten auch alle Kommentare, Bemerkungen und letztendlich auch die Erinnerungen an die Vergangenheit. Dies ist, als ob man durch einen Wohnungsbrand sämtliche Fotoalben verlieren würde. Die Belege für die eigene Geschichte gehen unwiderruflich verloren. Dabei ist das Betreiben eines Blogs heute einfacher denn je. Die monatlichen Kosten für das Hosting bewegen sich im unteren Eurobereich und selbst für das Aufsetzen einer Webseite benötigt man neben ein bis zwei Tagen Einarbeitungszeit nur wenige Minuten. Dafür erhält man anschließend all die Funktionen, die man auch von den Social Communitys kennt. Daneben gibt es keine Diskussionen zu Verwertungsrechten an Bildern, Fotos, Videos oder sogar den eigenen Texten. Wozu auch, diese liegen schließlich bei einem selber. Sofern man den Blog rein privat betreibt, bedarf es nach deutschem Recht noch nicht einmal eines Impressums. Man kann somit einen privaten Blog anonymer betreiben, als man es von jeglicher Social Community derzeit gewöhnt ist. Warum setzen trotzdem so viele User auf Social Community Plattformen? Ich denke, dies liegt vor allem an der einfachen Bedienung und der menschlichen Bequemlichkeit, die dafür sorgt, den Weg des geringsten Widerstandes gehen zu wollen. Einen Blog aufzubauen und Leser für diesen zu gewinnen ist nun mal schwieriger als seine Statusmeldungen auf den Social Communitys zu posten. Aus eigener Erfahrung kann ich aber versichern, der ideelle Gewinn, der aus einem solchen Blog hervorgeht, entschädigt langfristig immer für die aufgenommenen Mühen. Bildquellen: Flickr.com (Startbild by Jorge Quinteros, MySpace Werbung by Ahopsi) |
1. Leser der Communities bekommen Anregungen aus anderen Beiträgen und antworten darauf. Diese Ideen hätte ich häufig nicht.
2. Das Internet ist voll von guten Blogs, die fast niemand kennt. Auf viele stieß ich nur durch Google-Suchen oder über Links in fremden Beiträgen. Auf dieses Blog stieß ich über einen Link in Facebook auf eine Sendung von Pelzig zum Thema Korruption in Deutschland. Diesen Artikel fand ich erst nachdem ich zur Hauptseite wechselte. Wer bei dem Angebot gelesen werden möchte, muß schon durch etwas wirklich Besonderes auffallen. Man kann das mit Zeitunglesen vergleichen. In vielen Zeitungen sind interessierende Artikel enthalten. Doch welche Zeitung enthält sie alle und läßt den Rest weg?
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| Buchrezensionen |
| Geschichtsdokumente |
| Leckere Rezepte |
| Geldfalle |
| Neues aus dem Internet |
| Vermischtes |
Dem kann ich nur zustimmen. Alle die wirklich etwas zu sagen haben, sollten das im Rahmen eines eigenen Blogs tun.
Es stimmt zwar, das wegen dem großen Zulauf solcher Social Communities die eigenen Beiträge gleich von vielen gelesen werden, aber genauso leicht können viele einzigartige Inhalte in der Masse der Beiträge auf solchen Plattform untergehen. Das sollte man auch bedenken meine ich.
Werde deinen Blog, wegen der wertvollen Inhalte, demnächst in meine Website aggregieren.
Gruss
Martin