1. Platz in den Google-Suchergebnissen für 399 Euro

google_suchergebnisse_miniEs ist einfach unglaublich, doch vor wenigen Minuten erhielt ich einen Anruf von einem „seriösen“ Unternehmen. Gleich zu Beginn des Gespräches wurde ich gefragt wer denn bei mir in der Firma für das Marketing zuständig ist. Da dies natürlich ich selber bin, fragte man mich inwieweit ich Google AdWords kenne. Nachdem ich der netten Dame am Telefon erklärte, ich kenne mich mit AdWords schon einigermaßen aus, stockte sie, jedoch hielt ich das Gespräch am Laufen, denn ich war interessiert was man mir so Tolles anbieten würde. Das anschließende Angebot konnte nicht überraschender für mich sein. Mein Atem stockte und ich glaubte mich im falschen Film vorzufinden. Laut der Aussage der Dame am Telefon, manipuliert Google die eigenen Suchergebnisse.


Ich konnte es eigentlich nicht fassen, denn das Angebot dürfte für jedes Unternehmen verlockend sein. Für 399 Euro im Jahr, versprach mir die Dame am Telefon, könnte man mir garantieren, dass ich mit bestimmten vorgegebenen Suchwörtern auf den ersten Platz der Google Suchergebnisse landen würde. Auf meine Nachfrage von wem dieses Programm initiiert wurde, erklärte die Dame mir, Google selber stelle diese Option seit dem Januar 2010 ihren Kunden zur Verfügung. Das Unternehmen in dem sie tätig ist, wäre einer der Auserwählten, welche das Programm als Erstes auf den Markt anbieten würden. Natürlich wurde ich skeptisch und fragte nach.

Man erklärte mir, Google möchte ihren Kunden einen weiteren Service anbieten. Man fand heraus, die Klicks auf den Werbelinks auf der rechten Seite und der oberen Seite, währen nicht so effektiv wie die Klicks in den Suchergebnissen. Diese Aussage stimmt, denn laut weiteren Informationen, sollen gerade einmal 15 Prozent der Nutzer auf einen Werbelink klicken. Deswegen gibt es jetzt von Google diese Jahrespauschale. Das heißt, egal wie viele Klicks auf die Werbung erfolgen, man bezahlt nur einen Festpreis und der läge bei 399 Euro. Es interessierte mich, was ich mir unter dieser neuen Anzeigenmöglichkeit von Google vorstellen müsste und ich bat die Dame, mir ein Beispiel zu zeigen. Zum Glück saß ich vor dem Rechner und googlete los.

Das erste Beispiel war der Suchbegriff „brautmoden“ mit dem sie mir erklärte, die ersten Links in der linken Spalte oben, die farblich unterlegt sind, wären Anzeigen. Damit erzählte mir nichts Neues. Was mich jedoch interessierte, wie sah dieses neue Leistungspaket von Google aus. Dazu bat sie mich die Suchbegriffe „chauffeurs hannover“ einzugeben. Zum Beginn verschrieb ich mich und gab statt Chauffeurs nur Chauffeur ein, ohne das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Nachdem ich den Fehler korrigierte, wies sie mich auf den Googlemaps Hinweis und den ersten Link zu der Firma „chauffeurs.de“ hin. So sehe das Ergebnis aus, welches Google jetzt seinen Kunden anbietet. Ich staunte nicht schlecht. Auf meine Frage, warum der Link denn nicht als Werbelink markiert ist, sagte sie mir noch einmal ausdrücklich, die Werbelinks gibt es weiterhin von Google, doch mit diesem Paket wird die Werbung nicht mehr ausgewiesen. Man kann jetzt wählen ob man an der ersten oder vierten Stelle erscheinen möchte. Die restlichen Links sind keine Werbelinks.

Nach dem Telefonat musste ich mich erst einmal sammeln. Meine Magengegend wusste nicht so richtig, sollte ich mich jetzt vor Lachen auf dem Boden legen oder bricht Google mit seiner eigenen Philosophie. Zum Glück gibt es in Deutschland einen Pressesprecher, mit dem ich vor einigen Monaten schon einmal telefonierte. Auf seine Antwort zu dem Thema, warte ich noch, werde sie aber sobald sie bei mir eintrifft an dieser Stelle posten. Die externe Presseabteilung von Google erklärte mir aber, die getroffenen Aussagen sind definitiv falsch. Nun bin ich gespannt was Stefan Keuchel,  Pressesprecher von Google, zu diesem Vorgang meint.

2 Gedanken zu “1. Platz in den Google-Suchergebnissen für 399 Euro

  1. Da das mit diesem besonderen Google Leistungspaket eindeutig eine Verarsche war, brauchen wir das ja nicht weiter zu diskutieren und können gleich zum nächsten Thema springen. ;)

    Wisst ihr denn woher das Wort Chauffeur kommt? Ja klar, aus dem Französischen. Die Bedeutung entstammt dem Wort chauffe – zu deutsch "heizen". So mussten früher die Dampfkessel von Heizern regelmäßig gefüttert werden. Chauffeure waren also früher Lokführer, die nicht nur die Mechanik in Gang gehalten haben, sondern auch die Kessel heizten. Und wenn ihr wieder mal einen Raser auf den Straßen seht und euch der Begriff "der heizt aber…" auf der Zunge liegt, dann wisst ihr jetzt, woher der kommt. :)

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