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Geschrieben von: Ronny Siegel
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Donnerstag, den 10. Juni 2010 um 05:38 Uhr |
Gerade einmal 13 Jahre ist es her, da existierte in Deutschland noch eine komplette andere Telefonstruktur. Der rosa Riese, die Telekom, war der Platzhirsch und weit und breit war von Wettbewerb keine Spur. Alleine ein paar Mobilfunkanbieter versuchten bereits damals der Telekom ein paar Kunden abzuluchsen. Doch ließ dieser Versuch die Kassen der Telekom klingeln. Für Unternehmen müssen die 90er aus heutiger Sicht einer Abzockerei gleichgekommen sein. Damals waren Telefonrechnungen von 500 DM oder sogar mehreren 1.000 DM keine Seltenheit.
Es wundert nicht, wenn es 1996 noch keine Callcenter in diesem Umfang gab, wie sie Anfang der Jahrtausendwende aus dem Boden schossen. Bei den Preisen des damaligen einzigen Anbieters, kein Wunder. Denn wer wollte schon ein Haufen Kohle nur dafür blechen, dass er niemanden erreichte? Kaum einer kann sich heute noch vorstellen, für regionale Gespräche überhaupt zusätzliche Kosten zu entrichten. 1996 war dies das Tagesgeschäft der Telekom. So kostete zum Beispiel ein 30minütiges Ortsgespräch 2,52 DM was 1,29 Euro entspricht. Erwischte man nur den Anrufbeantworter, wurden dafür immerhin 12 Pfennige berechnet. Sobald eine Verbindung zustande kam, verdiente die Telekom.
Zudem war Deutschland in City-Verbindungen, Region 50, Region 200, sowie Fernverbindungen unterteilt. Die Taktung kostete dafür immer nur 12 Pfennige. Doch diese war in jedem Bereich und sogar zu verschiedenen Tageszeiten anders. Wer finanzielle Planungssicherheit suchte, der musste noch ein paar Jahre warten. Ein achtminütiges Telefonat von Dresden nach Görlitz kostete immerhin 4,44 DM. Wollte man jemanden vom Festnetz auf dem Handy erreichen, wurde dies richtig teuer. 43 Sekunden zum Anbieter E-Plus aus dem Netz der Telekom, schlug mit 1,08 DM zu Buche. Zu D2 kostete eine solches Gespräch immerhin noch 95 Pfennige. Dies war der blanke Wahnsinn.
Wenn man mit der Verwandtschaft in entfernen Gebieten der Bundesrepublik in Kontakt bleiben wollte, griff man auf Postkarten oder Briefe zurück. Dies lohnte sich, denn wenn man bedenkt, ein sechsminütiges Gespräch von Dresden nach Mannheim riss ein Loch von 3,83 DM in die Haushaltskasse. In dieser Zeit konnte man wirklich nur die wichtigsten Dinge klären. An lange Smalltalk-Sessions war damals nicht zu denken.
Die vorhandenen Belege aus den Jahren 1996/1997 zeigen eins sehr deutlich. Gewinner durch die Marktöffnung sind die Verbraucher. Wer heute noch Festnetztelefonrechnungen in Höhe von 250 Euro bezahlt, betreibt andere Dinge außer nur herkömmliche Telefonate. Jedoch beweisen die Belege auch eins, es ist nicht alles teurer geworden.
 
 
 
 
 
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Das die Ortsgepräche so teuer wurden, lag auch daran, dass die Telekom Taktzeiten änderte, so war der Takt anfangs der 90er Jahre noch bei 4 Minuten, also kostete ein 30 Minuten Ortsgespräch nur 0,96 DM bei 0,12DM/Takt.