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Geschrieben von: Ronny Siegel
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Dienstag, den 18. Mai 2010 um 17:00 Uhr |
Ich habe mal wieder ein paar alte Erinnerungen aus meiner Kindheit gefunden. Darunter befanden sich diverse Taschenkalender aus dem Armeemuseum der DDR, Getränkeetiketten von Nichtalkoholischen und Alkoholischen Flüssigkeiten und Fahrkarten des Nach- und Fernverkehrs. Während ich mir diese Dinge ansah, versuchte ich zusammen zu kramen was mir dazu noch in Erinnerung blieb. Neben der Fahrkarte vom 06.12.1989 welche, glaube ich, meine erste Fahrt nach Westberlin war, fielen mir jedoch noch andere Dinge auf.
Für mich ist es immer wieder interessant in die Geschichte zurück zu blicken, um vor allem eins herauszufinden, was war früher wirklich besser und welche Dinge hat man einfach vergessen und assoziiert sie heute mit positiven Erinnerungen. Die alten Gegenstände, die ich unbewusst aufhob, um mich erinnern zu können, helfen heute dabei, diesen Teil der deutschen Geschichte hervorzukramen. Ich möchte beginnen mit den Fahrtickets der Deutschen Reichsbahn und der Nahverkehrsbetriebe. Wie man auf den Dokumenten sehen kann, waren diese Preise im Verhältnis zu heute, besonders preiswert. Sicherlich lag dies daran, nicht jeder besaß ein Fahrzeug und die Spritpreise lagen in der DDR weit über einer DDR-Mark pro Liter. Bei einem Einkommen von knapp 700 DDR Mark, konnte sich somit nicht jeder DDR-Bürger ein Fahrzeug leisten. Deswegen waren die Nah- und Fernverkehr auch sehr stark ausgelastet. Ich weiß noch sehr gut, gerade bei Urlaubsreisen waren wir immer froh, wenn wir Sitzplätze bekamen. Man muss sich die Zustände wahrscheinlich so vorstellen, wie die derzeitige Auslastung der Personenzüge im Raum Frankfurt am Main.
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Besonders teuer schienen früher die Preise für alkoholische Getränke gewesen zu sein. Die EVP Werte sind damals Einheitspreise gewesen und man kann diese heute nicht mit den UVP Angaben der Hersteller vergleichen. Für die meisten Güter gab es Einheitspreise die vom Zentralkomitee bestimmt wurden. Wenn man bedenkt, für einen einfachen Schaumwein acht DDR-Mark zu bezahlen, ist dies einfach nach heutigen Verhältnissen unglaublich. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass es in unserem Haushalt viel Alkohol gab. Ich weiß noch, vor Feierlichkeiten gab es immer vorab eine intensive Planung zum Thema der Getränke. Wer kurz vor der Feier dachte, er könnte schnell noch einmal ein paar Flaschen Bier oder Limo besorgen, wurde meistens enttäuscht. Diejenigen konnten sich glücklich schätzen, die solche Dinge bereits Wochen zuvor organisierten.
Eines der Etiketten der Firma Radeberger ist zudem in Französisch gehalten. Wie ich an dieses kam, weiß ich leider auch nicht mehr. Jedoch scheint es, die Firma Radeberger lieferte ihre Produkte nicht nur in die DDR, sondern schien auch nach Frankreich zu exportieren.
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Jedoch gab es auch nicht die Anzahl der Feiertage, wie sie heute existieren. Dies sieht man auf den diversen Taschenkalendern aus den Jahren 1986 bis 1989. Die Feiertage waren in der DDR in allen Bezirken einheitlich. Die bunte Vielfalt, wie sie heute existiert, gab es damals nicht. Sofern die entsprechenden Tage nicht gerade auf einen Sonntag vielen, konnte man sich über einen zusätzlichen freien Tag freuen. Die Ausnahmen bildeten hierbei nur der Karfreitag und der Pfingstmontag. Weitere Feiertage waren der erste Januar, der erste Mai, der siebente Oktober der Gründungstag der DDR und die beiden Weihnachtsfeiertage 25. und 26. Dezember. Da man zu DDR Zeiten als Schüler noch Samstag in die Schule durfte, war man natürlich besonders froh, wenn einer der Tage auf einen Samstag fiel.
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Lieber Ronny,
mir ist natürlich bewusst, da Du im Gegensatz zu meiner Person, den PKW nicht als Unabhängikeitserklärung auf vier Rädern siehst (dies ist selbstredend ein wenig ironisch überhöht). Dir die automobilen Zustände in der SBZ also vielleicht, mit Verlaub, etwas nebulöser als mir bewusst sind.
Die Fahrkarten waren zugegeben lächerlich billig. Die Fortbewergung per Kfz teurer. Trotzdem wollten die Leute lieber Auto fahren.
Scheun wir doch einmal. Auch heute ist der ÖPNV drastisch günstiger als die Fortbewegung per privaten PKW. Stört das die Menschen? Nein. Denn sie erkennen diesen Sachverhalt nicht komplett, da sie Fixkosten nicht mit einrechnen (Anschaffung, Steuer, Raten.
Ein Liter "Vergaserkraftstoff 88 Oktan" (abgekürzt VK88, mit Öl für den Zweitakter) kostete in der DDR konstant 1,50 Mark. Das war kein Schnäppchen, doch kaufkraftseitig gesehen sehe ich keinen Unterschied zu heute. Bei Mieten, die für eine normale 2-3 Raum Wohnung zwischen mtl. 30,- bis max die 100,- Mark lagen, hat der Benzinpreis niemand weh getan.
Das Problem waren nicht die Kosten für Kraftstoff, sondern das es schlicht und ergreifend viel zu wenige Autos gab.