Volkskunst aus der UdSSR

volkskunst-miniEines der unzähligen Sammelhefte, welche in der DDR durch die DSF erschienen, beschäftigte sich mit der Volkskunst aus der UdSSR. Das Heft welches 1974 aufgelegt wurde, behandelte dabei nicht nur die typischen sowjetischen Handarbeiten, sondern beschreibt zum Teil auch sehr genau, die geschichtliche Entwicklung der jeweiligen Kunstwerke. Ein Beispiel ist hierfür die Matrjoschka, die erstmals 1922 das Licht der Welt erblickte. Als damaliges Spielzeug, geschaffen von Majorow für die Kinder seines Heimatdorfes Merinowa im Gebiet von Gorki, eroberte diese Figur auch die Ostblockstaaten. Heute findet man sie immer noch als typisches russisches Souvenir in den jeweiligen Geschäften.


Neben der Beschreibung der Herstellung von Filigranornamenten, wird auch erklärt, wie alte Stickereien, die früher als ideographisches Schriftwerk gedient haben sollen, Einzug in die russische Kunst hielten. Auch ein altes Trink- und Schöpfgefäß, der Kowsch, mit einem geschwungenen Schwanenkopf, wird im Heft abgebildet, neben der namentlichen Erwähnung des Bildhauers Iwan Stalow. Für Geologen könnten die im Heft hinterlegten Beschreibungen ebenfalls von Interesse sein. Unzählige Steine und deren Fundgebiete sind benannt, darunter der smaragdgrüne Malachit, der graugrüne Nephrit oder goldfarbige Solomit, die vor allem in der Steinmetzkunst zum Einsatz kamen.

Für viele eher unbekannt ist die Beinschnitzerei, die bereits seit über 1.500 Jahren ausgeübt wird. Hierzulande kennt man diesen Begriff fast gar nicht, weiß jedoch eher etwas mit Schnitzereien aus Mammut- oder Walroßzähnen anzufangen. Einer der bekanntesten Künstler war Tabolsk, der sich auf diese Form der Schnitzereien spezialisierte. Ebenfalls unbekannt dürfte der Begriff der Gsheler Meister sein, Handwerker aus dem Gebiet Gshel, die sich besonders gut mit der Herstellung von Karaffen, Kwaskrügen und Geschirren auskennen.

Zum Beginn des 20. Jahrhundert sah es fast so aus, als ob eines der ältesten Handwerkskünste aus Russland verschwunden sei, die chochlomaer Malerei. Bei diesem Handwerk wird der Holzgegenstand mit einer Lehmlösung grundiert, anschließend mit Öl durchtränkt, getrocknet und danach mit Zinn- oder Aluminiumpulver eingerieben. Zum Schluss erfolgt die Auftragung der Ornamente. Dasselbe Schicksal erlitt fast die Handwerkskunst Palech, eine spezielle russische Form der Bildmalerei.

volkskunst-01-minivolkskunst-02-minivolkskunst-03-minivolkskunst-04-mini
volkskunst-05-minivolkskunst-06-minivolkskunst-07-minivolkskunst-08-mini

volkskunst-09-minivolkskunst-10-minivolkskunst-11-minivolkskunst-12-mini

volkskunst-13-minivolkskunst-14-minivolkskunst-15-minivolkskunst-16-mini

volkskunst-17-minivolkskunst-18-minivolkskunst-19-minivolkskunst-20-mini

volkskunst-21-minivolkskunst-22-minivolkskunst-23-minivolkskunst-24-mini

volkskunst-25-minivolkskunst-26-minivolkskunst-27-mini

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>