| Sind wir Diener des Geldes? |
| Geschrieben von: Ronny Siegel |
| Donnerstag, den 21. Januar 2010 um 17:38 Uhr |
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„Geld regiert die Welt“, heißt es so schön und sicherlich galt dieser Spruch zu einer Zeit, indem sich der Mensch nicht nur vom Geld sondern auch vom Material, aus dem Geld bestand, abhängig machte. Bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts, existierte schließlich eine so genannte Goldpreisbindung. Dies bedeutete, dass das Geld welches sich im Umlauf befand, irgendwie immer durch Gold gedeckt war. Als Beispiel existierte auf den Dollarscheinen ein Hinweis, dass man diesen Schein jederzeit gegen Gold eintauschen kann. Damit war 1971 endgültig Schluss. Keine Währung in irgendeinem Land auf dieser Welt, ist derzeit durch irgendwelche Güter oder Rohstoffe gedeckt. Geld wurde losgelöst von irgendeiner Bindung. Diese Loslösung ist letztendlich die logische Weiterentwicklung der monetären Gewalt gewesen und seit dem könnte sich auch der Umgang mit Geld verändern. Doch leider betrachten wir Menschen Geld immer noch als den Gegenstand, der er die letzten Jahrtausende war, als ein Produkt mit einem Materialwert und einem fiktiven Wert. Eigentlich gibt es keine Grenzen mehr, wenn es um die Produktion von Geld gibt. Alleine das Papier und die Tinte, welche für den Druck benutzt werden begrenzen die Anzahl der Scheine, aber nicht den Wert. Schließlich ist es dem Papier egal, ob man auf ihm eine Eins mit keiner oder vielen Nullen druckt. Wenn Geld in beliebigen Mengen produziert werden kann, dürfte es dementsprechend auch keine finanzielle Not mehr geben. Doch leider existiert diese immer noch. Der Grund dafür ist im weitesten Sinne unsere Angst vor einer Hyperinflation. Die Geschichten von unseren Urgroßmüttern, die mit Schubkarren voller Geld ein Brot erwarben, stecken immer noch in unseren Köpfen. Um dieser Not zu entgehen, sparen wir auf Teufel komm raus nur um die vermeintlich unheilvollen Zeiten, schadlos zu überstehen. Doch vergessen wir dabei, was sich seit diesen Zeiten alles veränderte. Vor knapp hundert Jahren waren noch 20 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig und versorgten den Rest der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln. In der Zwischenzeit sind es gerade einmal 2,2 Prozent der Erwerbstätigen und dies für die Bereiche Land-, Forstwirtschaft und Fischerei. Die Produktivität ist in den letzten Jahrzehnten dermaßen in die Höhe geschossen, dass wir uns als Gesellschaft eine Dienstleistungsgesellschaft leisten können. Insgesamt sind in diesem Sektor knapp 30 Millionen Menschen beschäftigt. Dies sind rund dreiviertel aller Erwerbstätigen. Zieht man von der Gesamtzahl der Erwerbstätigen diese Zahl und die Zahl der Arbeitslosen ab, ergibt sich, dass weniger als zehn Prozent der arbeitstätigen Bevölkerung in Deutschland überhaupt noch etwas produzieren. Auf die Gesamtbevölkerung berechnet, sinkt dieser Wer sogar auf unter fünf Prozent. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass heute nicht einmal fünf Prozent der deutschen Bevölkerung den Rest der Republik ernähren. Wenn man diese Faktoren berücksichtigt, ist es theoretisch heute schon möglich neben der Dienstleistungsgesellschaft eine Kunstgesellschaft zu entwickeln. Doch durch unsere Sparwut blockieren wir uns selber. Die einzige Gefahr welche heute noch real existiert, ist die Gefahr, dass die Anzahl des sich im Umlauf befindlichen Geldes sprunghaft ansteigt und damit die Preise nach oben getrieben werden. Diese Gefahr existiert an zwei Standorten. Der erste Standort ist die Gelddruckerei, im EU-Raum die Europäische Zentralbank, die jederzeit eine beliebige Anzahl an Geld in den Umlauf bringen könnte. Der zweite Standort sind diejenigen, welche Geld in Unmengen horten und somit die Möglichkeit besitzen, dass Geldsystem erheblich zu schädigen indem sie dieses gehortete Geld plötzlich in den Kreislauf schießen, so geschehen mit der damaligen italienischen Lira. Der Beginn der Destabilisierung der Währung erfolgte indem man die Lira außer Landes schaffte und die italienische Zentralbank Geld nachdrucken musste, damit die Wirtschaft nicht zusammen brach. Anschließend schossen die Besitzer des Geldes, die Währung wieder in das Land zurück und sorgten damit für eine lang anhaltende Inflation. Solche Umstände waren unter anderem auch ein Grund für die Einführung des Euros. Man wollte sich gegen Währungsaufkäufe absichern. Würde man somit damit beginnen, Regeln zu erstellen, welche Horten von Geld verbieten, dürfte es auch keine Angst vor einer übermäßigen Inflation geben, natürlich immer unter der Annahme, dass die europäische Zentralbank ihren Job ordentlich ausübt. Letztendlich käme man damit vielleicht dem Wunsch etwas näher, dass das Geld dem Menschen dient und nicht der Mensch dem Geld. Wikipedia - US-Dollar Goldpreisbindung Wikipedia – Landwirtschaft Deutschland Bundesregierung – Dienstleistungsbranche Buch: Bernd Senf – Der Tanz um den Gewinn (S.191/192 – Die Krise des Weltfinanzsystems) |
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