| Ich brauch Kohle! – so manipulieren sie den Aktienkurs ihrer Aktien positiv |
| Geschrieben von: Ronny Siegel |
| Donnerstag, den 17. November 2011 um 00:00 Uhr |
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Es wäre einfach zu schön gewesen, um wahr zu sein. Doch mit dem Fax, dass bei mir in der letzten Woche auf den Tisch landete, hätte ich in kürzester Zeit einen satten Gewinn einfahren können. Doch zum Glück meldete sich sofort eine innere Stimme. Diese sagte: Irgendetwas stimmt hier nicht. Über 112 Prozent Gewinn in wenigen Stunden!Betroffen war das Unternehmen „Adera Energy“. Laut den Informationen auf dem Fax stand eine Übernahme des Unternehmens kurz bevor. Für jede Aktie sollte bei der Übernahme 4,25 Euro gezahlt werden. Der aktuelle Kurs belief sich bei zwei Euro. Wäre es zum Verkauf gekommen, hätte man einen satten Gewinn von 112,5 Prozent erhalten. So kurz vor Weihnachten ein leicht verdientes Weihnachtsgeld. Doch die Anrede auf dem Fax richtete sich nicht an mich, denn angesprochen wurde ein Patrick, den ich aber nicht kenne.
Zusätzlich vielen noch weitere Ungereimtheiten auf. Es fehlte eine klare Absenderadresse, ein Firmenlogo und eine eindeutige Faxnummer, anhand derer man hätte ermitteln können, woher das Fax stammt. Das ganze Fax sah sehr nach einer neuen Masche aus, eine neue Form von Spam mit denen man die Kurse von Aktien beeinflussen wollte. Doch so richtig wollte ich an dieser Form des modernen Betrugs nicht glauben. Und scheinbar stehe ich mit dieser Meinung nicht alleine da. Kurz nach dem Auftauchen des Fax reagierte die Handelsüberwachungsstelle auf die Kursänderungen der Aktie und setzte den Handel mit der Aktie aus. Auf der Webseite der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) wird zudem vor dieser Form von Spam gewarnt.
Woher stammen die Insiderinfos?Jetzt fragt man sich natürlich, woher stammt dieses Fax. Von einer offensichtlichen Manipulation des Aktienkurses, wenn man selber Anteilseigner ist, gehe ich nicht aus. Denn auch bei anderen betroffenen Unternehmen von gleichartigen Spam Aktionen reagierte die Handelsüberwachungsstelle sehr schnell und setzte den Handel mit den Aktien aus. Wahrscheinlicher ist es, dass ein Mitbewerber versucht einen Konkurrenten aus dem Weg zu räumen. Ähnliche Methoden kennt man auch aus dem Web, wo man versucht mit vermeintlich ernst gemeinten Kommentaren die Produkte oder Dienstleistungen seiner Mitbewerber schlecht zu reden. Während solche Methoden im Internet aber schnell aus dem Weg geräumt werden können, haben Aktionen, wie dieses Fax, ernsthafte Konsequenzen für das jeweilige Unternehmen. Wie die Webseite „graumarktinfo.de“ berichtet, hat das Unternehmen jetzt vier Wochen Zeit, um zu verhindern, dass ihre Aktien von der Börse entfernt werden. Sollte sich die Faxaktion somit tatsächlich als eine firmeninterne Aktion bestätigen, kann man dies nur als „Dumm“ bezeichnen. Handelt es sich dabei jedoch um eine Aktion von außerhalb ist dies einfach nur „Dreist“ und kriminell. Quellen: www.graumarktinfo.de, www.bafin.de
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Dies sehe ich auch so.
Das Fax für sich alleine ist jedoch nicht der Auslöser dafür gewesen, dass die Aktie vom Markt genommen wurde. Das Fax bewirkte aber wahrscheinlich eine Kursänderung, was wiederum darauf hindeutet, dass einige Empfänger des Fax an die Echtheit geglaubt haben. Verloren haben am Ende das Unternehmen und natürlich die derzeitigen Besitzer der Aktie. Würde dies die Runde machen, könnte man mit demselben Fax in Zukunft auch genau das Gegenteil bewirken. Denn wenn ich Inhaber der Aktie wäre und auf Kursentwicklungen spekulieren würde, würde ich meine Aktien sofort abstoßen, wenn ein solches Fax auftauchen würde.
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Wird bestimmt eine Diskreditierungskampagne gegen das Unternehmen sein. Was anderes macht ja nicht viel Sinn. Obwohl das Fax schon für eine Manipulation des Empfängers sehr gut geeignet ist, das es ja eine fingierte interne/geheime Information ist, die der Empfänger da in der Hand hält. Und die Handschrift erhöht auch noch die Authentizität in meinen Augen.