| Wege aus der Krise – Wie man die Umverteilung von Arm zu Reich stoppt – Eine Vision (Teil 2) |
| Geschrieben von: Ronny Siegel |
| Dienstag, den 25. Januar 2011 um 05:36 Uhr |
Europa zeigte Stärke und gab in einer Erklärung bekannt, die Zins- und Tilgungsforderungen würden bis auf unbestimmte Zeit ausgesetzt werden. Einher ging diese Erklärung mit einem Beschluss, in dem die EZB zukünftig direkt an die Staaten Geld überweist, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind. Dieser Zustand existiert nun bereits ein paar Jahre und viele der ehemaligen Gläubiger, kleine Anleger die über Staatsanleihen und Kapitallebensversicherungen verfügen, warten seit längerem auf die Auszahlung ihrer eingefrorenen Geldanlagen. Doch ohne eine Korrektur unseres Steuersystems, ist der Zeitpunkt der Auszahlungen auch weiterhin unbestimmbar.Diskussionen über unser Geldsystem gibt es, seitdem es dieses gibt. Philosophen, Wirtschaftswissenschaftler und Politiker diskutieren sich darüber die Köpfe heiß. Und auch in diesem Artikel wird es keine Lösung für dieses Problem geben können, da jeder Gedanke nur auf einer Idee und keinen praktischen Erfahrungen beruht. Was man jedoch weiß ist, es kann nicht so weiter gehen. Unser Planet keucht unter den Gegebenheiten und unser System sorgt zusätzlich dafür, dass der Druck auf Umwelt und Menschen weiterhin erhöht wird. Ursache dafür, ist die zinsbedingte Umverteilung des Vermögens von Arm nach Reich oder die Vermehrung des Vermögens aus sich selbst heraus. Wie könnte jedoch eine Lösung aussehen, wenn man einmal davon ausgeht, man möchte keine Grundsatzdebatte über unser Geldsystem führen, da sich dieses doch in den letzten Jahrhunderten so gut bewährte? Eins muss man dem Kapitalismus zu Gute rechnen. Auch wenn durch dieses System das größtmöglichste Leid den Menschen und den Planeten widerfuhr, so gut wie wir heute leben, lebten wahrscheinlich letztmalig die alten Griechen, bevor sie von den Römern erobert wurden. Der Kapitalismus funktioniert unabhängig von jeder Religion und jedem Wirtschaftskreislauf. Kapitalismus interessiert sich nicht für Frieden noch für Krieg. Für den Kapitalismus ist nur eins wichtig. Und dies ist die Vermehrung des Kapitals. Wenn es jedoch zu einer Verschiebung des Gleichgewichts kommt, geht dies immer einher mit einer Katastrophe. Dies wussten schon die alten Buddhisten. Wenn somit der Zins dafür verantwortlich ist, langfristig dafür zu sorgen, die Vermögenden immer vermögender werden zu lassen, müsste es eine Möglichkeit geben, dies auch wieder zurückzuverteilen, ohne den Zins dadurch anzugreifen. Die Lösung könnte in zwei Steuern liegen, die wir bereits sehr gut kennen, die Einkommenssteuer und die Erbschaftssteuer. Der Grundgedanke hierzu ist, bei jedem Vermögen ob Negativ oder Positiv, befindet sich am Anfang und Ende der Vermögenskette immer ein Mensch. Das Wachstum von Vermögen findet aufgrund von Gier statt, die eigentliche Triebfeder die zur Entdeckung des Kapitalismus beitrug. Gier im kleinen Rahmen schadet niemanden, sondern kann das eigene Überleben sichern. Weitet sich Gier jedoch aus, kann sie schadhafte Auswirkungen auf die Gesellschaft erlangen. Kann man Gier kontrollieren? Mitnichten, dies wäre so, als ob man versuchen würde Alkoholkonsum oder sexuelle Aktivitäten gesetzlich zu verbieten. Beim Ersteren wissen wir aus der Geschichte, was geschah, wenn man zurück an die Zeiten der Prohibition in Amerika denkt. Gier kann man weder verbieten noch unterdrücken. Diese allzu menschliche Eigenschaft wird uns ein Menschendasein immer angehaftet bleiben. Allerdings fand die Gemeinschaft bisher immer Lösungen für die Dinge, die unter dem Strich der Gemeinschaft Schaden zufügten. Wir verfügen schließlich auch über Gesetze die Mord und Wucherei verbieten. Verhindern können diese Gesetze solche Taten nicht. Jedoch sorgen solche Gesetze dafür, der Großteil der Bevölkerung würde solche Taten nicht begehen, aus Angst vor den Folgen. Die Auswüchse von Gier sind davon noch nicht betroffen. Und dies obwohl diese menschliche Eigenschaft von allen Religionen und einem Großteil der Philosophen verdammt wird. Wir sind jedoch, wie schon erwähnt, bereits im Besitz von Möglichkeiten, Auswüchse der Gier einzuschränken. Mit Hilfe der Einkommenssteuer könnte man die Umverteilung von Arm zu Reich ausgleichen. Voraussetzung dafür ist, alle Einkommen werden für die Berechnung dieser Steuer herangezogen, damit keine Fluchtmöglichkeit des Vermögens besteht. Ein ähnliches Szenario gab es im Übrigen schon einmal in Amerika in den dreißiger Jahren, nach der ersten großen Wirtschaftskrise. Damals wurden die Reichen mit einer Einkommenssteuer von bis zu 90 Prozent an der Bewältigung der Krise beteiligt. Nach diesen Grundmodell und den Steuermodellen aus anderen europäischen Staaten wäre zum Beispiel eine gestaffelte Einkommenssteuer denkbar, die jedoch nicht progressiv, wie hierzulande, sich sofort auf das gesamte Einkommen auswirken würde. Man könnte sogar darüber nachdenken, ab einem bestimmten Einkommen, eine nahezu hundertprozentige Einkommenssteuer einzuführen. Diskussionen über überhöhte Managergehälter würden mit dieser Steuer automatisch der Vergangenheit angehören. Wie könnte so etwas in einem Beispiel funktionieren? Wenn jemand, nehmen wir an, im Jahr ein Einkommen von 100.000 Euro erzielt (hiermit ist nicht der Umsatz eines Unternehmens gemeint) und es einen gestaffelten prozentualen Einkommenssteuersatz geben würde, könnte sich die Steuer wie folgt entwickeln. Die untersten Einkommen bis, sagen wir 10.000 Euro, wären steuerfrei. Dies würde auch automatisch ein Einkommen von 100.000 Euro betreffen. Ab 10.000 Euro bis, sagen wir 30.000 Euro, würde eine Steuer von 30 Prozent fällig werden. Macht in diesem Beispiel für 20.000 Euro, 6.000 Euro Steuern. Zwischen 30.000 Euro und 60.000 Euro würden dann 60 Prozent fällig werden, macht also 18.000 Euro und alles was darüber an Einkommen erzielt würde, könnte man mit 90 Prozent besteuern. In dem Beispiel von 100.000 Euro, würden somit noch einmal 36.000 Euro Steuern fällig werden. Insgesamt würden somit bei einem Einkommen von 100.000 Euro, 60.000 Euro an Steuern anfallen. Da man kaum davon ausgehen braucht, dass jemand mit einem Nettoeinkommen von 40.000 Euro am Hungertuch knabbern müsste, würde man mit diesem Steuermodell ein gerechter Ausgleich gegenüber den niedrigen Einkommensgruppen schaffen. Sicherlich könnte es geschehen, der heutige Topverdiener müsste zukünftig auf etwas mehr Luxus verzichten. Gesellschaftlich würden die Vorteile dagegen überwiegen. Denn mit seinen Steuerzahlungen würde er zu mehr Zufriedenheit und damit auch seiner eigenen Sicherheit im eigenen Land beitragen. Auch ist kaum davon auszugehen, eine solche Steuer könnte eine Flucht der Reichen nach sich ziehen. Warum auch. Schließlich fordert bereits heute ein Teil der reichen Bevölkerung, die Anhebung der Vermögens- und Einkommenssteuer, um soziale Spannungen abzubauen. Als weiteres Mittel zur Kompensierung zukünftiger Exponentialentwicklungen von Vermögen, würde die Erbschaftssteuer dienen. Diese würde immer wieder, für die Verringerung der Gesamtgeldmenge sorgen, die sich auch bei hohen Steuersätzen bilden kann. Dadurch gäbe es eine Art von „Reset“-Schalter für die nächste Generation. Sämtliche Einnahmen würden dem Staat und damit der Gemeinschaft wieder zufließen. Dieser wäre am Ende der Kette für die Umverteilung der eingenommenen Steuern verantwortlich. Wie er diese Einnahmen aufteilt, steht dabei auf einem anderen Blatt. Man kann jedoch davon ausgehen, viele der derzeit gesellschaftlichen Probleme würden sich in Luft auflösen, da der finanzielle Spielraum des Staates verbessert werden würde. |
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1.Kapitalismus ist Protestantisch!
Nachzulesen bei Max Weber 1905: "Die protestantische Ethik und der Kapitalismus".
2.So eine Besteuerung gab es in der DDR:
Wenn ich mich recht erinnere wurde die angewand für das sogenannte "Mühelose Enkommen"!
Aber auch dort gab es große Unterschiede in den Einkommens- und Besitzverhältnissen.