| Das Mahnverfahren. Effektiv und Kostengünstig. |
| Geschrieben von: Jens |
| Mittwoch, den 03. Februar 2010 um 20:50 Uhr |
Schulden sind ein natürlicher Bestandteil unseres Wirtschaftssystems. Ohne Sie wären zahlreiche öffentliche Aufgaben unbezahlbar. Investitionen in Technologien, Produktionsanlagen oder private Immobilien oft nicht mehr möglich. Früher oder später kommt fast jeder von uns mit Ihnen unmittelbar in Berührung. Weil uns jemand Geld schuldet. Was ist nun zu tun?Das wir in die Situation kommen Gläubiger zu werden, geht schneller als man allgemein annimmt. Dies kann schon mit einem kurz laufenden Kleinstkredit an einen Bekannten beginnen. Eine ungerechtfertigte Belastung unseres Kontos ist denkbar. Eine Rücklastschrift bietet sich nicht immer an, da ein Teilbetrag der eingezogenen Summe in der Tat zu entrichten ist. Stornieren wir die gesamte Buchung, können wir Nachteile erleiden, weil uns eine Dienstleistung nicht mehr erbracht wird (Beispiel: Rechnungen für Telefonate, Gas, Wasser, Strom, Nebenkosten). Private Verkäufe auf Rechnung mit Zahlungsziel sind ein ebenfalls nicht seltenes Szenario. Viele Menschen haben Kautionen für Ihre Mietwohnungen hinterlegt, welchen Sie nach einem Auszug auch nach sehr langer Zeit nicht zurückerhalten. Die oben benannten Szenarien kenne ich größtenteils selbst aus dem Erleben der letzten Jahre. Die Situation ist unangenehm für beide Parteien. Wer in so eine Lage als Gläubiger kommt, ist als erste Maßnahme mit einer selbst formulierten Zahlungserinnerung, oder einer einfachen Mahnung, immer gut beraten. Kosten und Zeitaufwand sind minimal. Eine Option ist durchaus auch das Anbieten einer Teilzahlungsmöglichkeit. Diese Vorgehensweise greift durchaus, wenn es sich um Fehler in der Buchhaltung, Vergessen oder nur kurzzeitige Zahlungsschwierigkeiten handelt und der Schuldner außerdem wirklich gewillt ist, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Zugegeben, nach meiner Erfahrung hat diese Methode einen beschränkten Erfolgsfaktor. Möchte man die Angelegenheit nach gescheitertem erstem Versuch weiter verfolgen, stellt sich als nächstes die Frage nach Aufwand und Nutzen. Wie viel Zeit und Geld möchte ich, wegen eines vielleicht auch nur verhältnismäßig kleinen Betrages, investieren? Spätestens wenn sich mein Außenstand auf mehrere hundert Euro summiert, wird man auf sein Geld nicht mehr verzichten wollen. Üblicherweise gehen viele Menschen nun zum Anwalt oder beauftragen ein Inkassobüro. Sie vergessen dabei, dass uns das deutsche Recht, das sehr wirkungsvolle Mittel des „gesetzlichen Mahnverfahrens“ offeriert. Diese Möglichkeit bietet sich an, wenn Forderungen offen sind, die zweifellos unstrittig sind. Sowohl was deren Rechtmäßigkeit als auch die Höhe betrifft. Außerdem sollte man genau wissen, wer einem das Geld schuldet. Dies klingt banal, ist es jedoch nicht. Im Rahmen eines Mietverhältnisses bleibt eine Kautionsrückzahlung aus. Es kann schnell zu Verwirrungen kommen, wer der eigentliche Schuldner ist. Die Hausverwaltung oder der Vermieter? Berechtigte Nebenkosten (Telefonate, Porto, Mahnkosten) wie auch Zinsen dürfen ebenfalls geltend gemacht werden. Hierbei ist immer ein gesundes Augenmaß zu wahren. Wer glaubt seinen Schuldner ausplündern zu können, wird mit dem Mahnverfahren scheitern. Über die offizielle Seite der deutschen Mahngerichte (www.online-mahnantrag.de), kann man sich einfach und schnell seinen persönlichen Mahnantrag erstellen. Die Gebühren beginnen bei € 23,- und sind damit sehr niedrig. Das Dokument ausdrucken und ab damit an das zuständige Mahngericht. Der Mahnantrag wird in wenigen Tagen erstellt und an den Schuldner versandt. Zur Begleichung der Gebühren des Mahngerichtes, erhält man eine separate Rechnung per Post. Oftmals genügt allein die Zustellung des Mahnbescheides, um den Schuldner zum zahlen zu bewegen. Der Bescheid ist eine wirksame Demonstration des eigenen Willens. Selbstverständlich hat der Schuldner die Möglichkeit des Widerspruchs. Er wird in der Regel nur davon Gebrauch machen, wenn wir unsere Forderungen falsch oder überzogen eingereicht haben. Sorgfältiges Arbeiten beim selbst erstellen Mahnbescheides, ist also von höchster Wichtigkeit. Zahlt unser Schuldner nun immer noch nicht, nutzt man als nächste Möglichkeit den Vollstreckungsbescheid. Den dazu nötigen Antrag erhält man, nach circa zehn Tagen, automatisch vom Mahngericht zugesandt. So notwendig, wird vom Mahngericht auch automatisch die Zwangsvollstreckung in Auftrag gegeben. Wie dieser Prozess exakt abläuft, kann ich aus eigener Erfahrung, ich meine zum Glück, nicht berichten. Wer sich als Schuldner auf eine Zwangsvollstreckung einlässt, dürfte in der Regel über keine finanziellen Mittel mehr verfügen. Mit dem Mahnbescheid verfügen wir über ein wirksames, schnelles und kostengünstiges Mittel, offene Forderungen effizient „einzutreiben“. Ohne den Schuldner noch zusätzlich mit Anwaltskosten oder Gerichtsgebühren zu belasten. Im letzten Abschnitt möchte ich noch ein wenig die Situation umreißen, welche überhaupt erst zur Notwendigkeit der oben beschriebenen Maßnahmen führt. Wenn ich berichtete, dass ich schon mehrmals in der Situation war Gläubiger zu sein, so kenne ich durchaus auch selbst die Lage, auf Grund von Fehleinschätzungen, offene Posten nicht sofort begleichen zu können. Mit der persönlichen Erfahrung in dieser Situation zu sein, sollen meine abschließenden Ausführungen auch Aufforderung sein, immer fair zu bleiben. Wir alle sind hoch verschuldet. Schon ab unserer Geburt. Über die Verschuldung der öffentlichen Haushalte. Also des Bundes, der Länder und Gemeinden. Ein neuer Erdenbürger mit Staatsbürgerschaft der Bundesrepublik Deutschland, erblickt 1950 das Licht der Welt mit einer Ihm aufgebürdeten Schuldenlast von rund € 190. Im Jahre 2008 lag dieser Betrag schon bei € 19.233. In 2010 sind wir bereits bei einer Pro Kopf Verschuldung von € 20.403 angelangt. Wir alle ahnen, welchen Institutionen im letzten Jahr große Teile diese Gelder zugeflossen sind. Leider ungefragt. An der aktuellen Diskussion um die so genannte „Kreditklemme“ ist leicht zu erkennen, welche Sorgen sich Staat und Unternehmen machen. Ist es nicht mehr möglich Kredite aufzunehmen, kommt unsere Wirtschaft ins stottern. Für abhängig Beschäftigte, Unternehmen und Gewerbetreibende hat das schnell unangenehme Folgen. Arbeitslosigkeit, Insolvenz, Zahlungsschwierigkeiten. Dabei sind es gerade die innovativen und wagemutigen Teilnehmer am Wirtschaftsleben, welche mit Ihren Investitionen und Ideen den Motor unserer Ökonomie am laufen halten. In Situationen wie momentan, steigen die Ausgaben der ohnehin schon stark verschuldeten Staaten weiter an. Dass auch sie nicht unbegrenzt kreditwürdig sind, belegen Beispiele wie Argentinien und aktuell Griechenland. Die gesamte Art unseres Wirtschaften ist voller Fehlallokationen. Das heißt, das Arbeit, Kapital, Boden und Rohstoffe nicht optimal in der Weise eingesetzt werden, das es zum Nutzen des Großteiles der Bevölkerung beiträgt. Es werden falschen Anreize gesetzt und zweifelhafte Vorbilder etabliert. Es stellt sich auch die generelle Frage nach der Richtigkeit unserer Lebensführung. In der öffentlichen Diskussion nehmen diese Themen im Moment wieder einen großen Raum ein. Sprachen wir oben von Schulden und Schuldner, so sollte es erlaubt sein, die grundsätzlichen Ursachen zu hinterfragen. Wieso Verschulden sich Menschen überhaupt so stark, das Sie nicht mehr in der Lage sind, ihren Verpflichtungen nachzukommen? Die Lage der Schuldner ist unbedingt innerhalb der ökonomischen Gesamtsituation und unter Einbeziehung ethischer Gesichtspunkte zu betrachten. Gelehrte philosophieren seit Jahrhunderten darüber, welche Möglichkeiten es gibt, einen stabileren und zufrieden stellenden Weg des Wirtschaftens zu finden. Ob solche Wege existieren, Sie mit unserem Charakter als die Menschen die wir nun einmal sind harmonieren und ob sie jemals beschritten werden, das wird die zukünftige Geschichte der Menschheit zeigen. Bis dahin ist der Schuldner, welcher seine Schuld nicht mehr bedient, ein natürlicher und unvermeidlicher Bestandteil unserer Welt. Quellen: www.steuerzahler.de – Bund der Steuerzahler, www.bundesfinanzministerium.de Bildquelle: flickr.com by SqueakyMarmot |
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Mittlerweile geht es noch einfacher:
www.online-mahnantrag.de - man spart das Formular, die Briefmarke und den Weg zur Post :-)