| Filmkritik: Die Stadt der Blinden |
| Geschrieben von: Ronny Siegel |
| Freitag, den 06. November 2009 um 16:51 Uhr |
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„Die Stadt der Blinden“ ist die Geschichte einer Frau, welche die Geschehnisse und Ausbreitung der Epidemie bewusst miterlebt. Als Ehefrau eines Augenarztes, begleitet sie ihren Mann in das Quarantänelager, unter Vortäuschung der falschen Tatsache, dass sie selber erblindet ist. Dort angekommen erlebt sie die Ausbreitung des Chaos und die Entfremdung der Menschen, welche versuchen mit den neuen für sie geltenden Gesetzen umzugehen. Als einzig Sehende kümmert sie sich soweit wie möglich, um die Menschen in ihrem Block, während in den anderen Teilen des Lagers langsam die Anarchie beginnt zu regieren. Unter diesen Umständen beginnt sich zum Beispiel eine Gruppe zu formieren, welche die Nahrungsvorräte, die von der Regierung bereitgestellt werden, unter ihre Kontrolle bringt. In diktatorischer Manie werden diese Vorräte an die anderen Bewohner des Lagers gegen Besitztümer eingetauscht. Als jeglicher Besitz die Seite gewechselt hat, zwingen sie die Frauen zur Prostitution. Diese Spirale der Demütigungen und Gewalt führt zur Eskalation. Was „Die Stadt der Blinden“ besonders hervorhebt ist die Erzählung der Ausbreitung der Epidemie. Der Zuschauer erfährt nicht woher die Krankheit kommt oder ob man diese jemals heilen kann. Stattdessen sieht er den Verfall der Gesellschaft, nur weil sich ein kleiner Faktor im Leben der Menschen änderte. Was als einfaches Schockerlebnis eines Menschen begann, endet letztendlich in einem Endzeitszenario, welches härter die Menschen nicht treffen könnte. Willenlos und im Kampf um das nackte Überleben, verschwindet das Menschliche immer schneller und weicht den tierischen Instinkten blinder Räuber. Wer einen Film erwartet, der sich mit dem Blindsein auseinander setzt, wird enttäuscht werden. Der Film ist ein Katastrophenfilm der etwas anderen Art und für Liebhaber dieses Genre unbedingt zu empfehlen.
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