Aktuelle Kino-Tipps fürs Wochenende: Skurrile Griechen in Kleine Wunder in Athen & der überraschende SF-Knaller Moon

kleine-wunder-in-athen-bild-startSo schlimm sind die Griechen ja doch gar nicht. Ein bißchen faul halt, aber sehr nett. Nur mit ihren albanischen Nachbarn haben sie es nicht so. Wieso das so ist, beantwortet eine griechisch-deutsche Koproduktion. Versäumen Sie auch keinesfalls “Moon” in maximaler Größe im Kino zu schauen. Eine großartige, erfrischend andere Sience Fiction Produktion, mit einer schönen Portion Hirnschmalz.




Kleine Wunder in Athen (Griechenland / Deutschland 2009)
Ploync Stars: 3Stern

Stavros ist Kioskbesitzer in einem Athener Viertel, dass seine besten Tage augenscheinlich  hinter sich hat. Zu allem Überfluss, wird die Gegend von Immigranten aus aller Herren Länder immer mehr in Besitz genommen. Seine Mutter ist ein dementer Pflegefall, um die er sich allein kümmern muss. Denn seiner Sturheit hat er es zu verdanken, das ihn schon vor Jahren die Geliebte im Stich ließ. Zusammen mit seinen 3 Buddies, geht er seinem Tagwerk nach: Vor dem schlecht laufenden Kiosk abhängen und die Kreuzung beobachten. Die Situation verändert sich als ans Tageslicht kommt, das Stavros albanischer Herkunft sein soll. Plötzlich wird er zum Außenseiter.

Die Uhren ticken sehr gemächlich an dieser Kreuzung. Stavros Laden und an jeder Ecke das entsprechende Geschäft seiner Kumpels. Die Jungs sind abgefahren, skurril und die Situationen in denn sie sich befinden, grenzen ständig ans Absurde. Wirtschaftlich und Privat haben sie ihren Frieden mit sich gemacht. Die Aktivitäten von Albanern und seit neuestem den Chinesen, beobachten unsere Helden mal mit Respekt, mal mit Abscheu.

“Kleine Wunder in Athen” ist eine unterhaltsame Geschichte aus Griechenland, die uns die vermeintlich faulen und trägen Griechen auch als solche präsentiert. Doch ob ihres sympathischen Wesens und ihrer schrulligen Art, kann man diesen Menschen das nicht wirklich Übel nehmen. Die bitteren Seiten des Lebens bleiben den Männern nicht erspart. Sei es wirtschaftlicher Niedergang oder die entfleuchte Frau. Eine bittersüße Komödie mit kleineren Längen, die zu gediegenem Schmunzeln einlädt.

Zufall oder nicht: In den Straßen stehen auffällig viele alte deutsche Autos und einer der Helden trägt permanent einen Parka mit deutscher Flagge. Die fleißigen und bewunderten Chinesen, die letztlich Stavros und seinen Kumpels sogar finanziell aus der Patsche helfen wollen, könnten auch sinnbildlich für andere Nationalitäten stehen. Wenn man dazu weiß, das ZDF und Medienboard Berlin Brandenburg bei der Produktion mitgewirkt haben, könnte man den Streifen, nach den Ereignissen der vergangenen Monate, fast für eine geplante Sympathieoffensive „Pro Griechenland“ halten.



Moon (Großbritannien 2009)
Ploync Stars: 5Stern

Die Energieprobleme der Erde sind gelöst. Lunar Industries fördert auf dem Erdenmond Helium-3. Dank dieses Wundermittels kann die Menschheit unbeschwert Energie konsumieren. Für die weitestgehend automatisierte Förderung auf dem Mond, wird exakt ein einziger Arbeiter zur Überwachung benötigt. Diese Aufgabe hat gerade Sam Bell (Sam Rockwell) inne. Sein dreijähriger Vertrag mit Lunar Industries läuft demnächst aus. Die Rückreise zur Erde steht unmittelbar bevor, als ein furchtbarer Unfall plötzlich alles verändert. Auch Lunar Industries scheint ganz eigene Pläne mit Sam zu haben…

Optisch und nicht zuletzt bei Bordcomputer Gerty, nimmt “Moon”, ich wage zu unterstellen ganz bewusst, Anleihen bei Stanley Kubricks “2001 – Odyssee im Weltall”. Das ist keinesfalls störend, sondern eine reizvolle Remineszenz an den großen Film des Altmeisters. Dessen philosophierende Gedanken fortgesetzt und gleichzeitig mit tollen neuen Ideen gespickt werdend. Auch scheint ein Quell der Inspiration “Blade Runner” gewesen zu sein.  Die Geschichte von Sam kann man, interessanterweise, auch als die Sichtweise von Ridley Scotts / Philipp K. Dicks “Replikanten” verstehen. Zu viel sei über die geradlinig und spannend erzählte Story von “Moon” jedoch nicht verraten. Denn ihr Reiz liegt gerade auch in der Überraschung.

“Moon” ist kein neues, ewig gleiches 3D Feuerwerk. Neben den besonders schön gemachten Modellen, die einen ganz eigenen, real anmutenden Charme ausstrahlen, ist der Film eine sehr wohltuende Abwechslung und präsentiert uns eine intelligente, humanistische Geschichte, die völlig ohne aufgesetzte Actionsequenzen auskommt.








2 Gedanken zu “Aktuelle Kino-Tipps fürs Wochenende: Skurrile Griechen in Kleine Wunder in Athen & der überraschende SF-Knaller Moon

  1. Endlich, “Moon” von 2009 auch bei uns in den Lichtspielhäusern verfügbar. Was war ich gespannt und verließ eben jenes Haus doch relativ gelassen, ohne weitere Nachgedanken. Die schnelle Akzeptanz des Protagonisten zu den Vorgehensweisen zur Förderung des Rohstoffs auf dem Mond fand ich doch recht unspektakulär, eine Auseinandersetzung habe ich vermisst…

  2. Das mit den Rohstoffen wurde doch schon in Avatar geklärt. :-)

    Angedeudet wurde das Thema ja mit einigen Bildern.

    Ich meine das war nicht das Thema.Man hätte sich dann auf zwei Sachen konzentrieren müssen. Bin sicher der Film wäre dann nicht so geradlinig gewesen. Gerade das machte auch viel von seinem Reiz aus.

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