Mit „Alien“ und „Blade Runner“ hat sich Ridley Scott auf immer in die Annalen der Filmgeschichte eingetragen. Nun versucht er wieder einmal etwas völlig Neues. Die ganze Welt wird zum Kameramann.
Wie das möglich ist? Mit Hilfe von youtube. Ridley Scott fordert, zusammen mit Regiekollege Kevin Macdonald, die Internetgemeinschaft auf, an einem faszinierenden Projekt teilzunehmen. Ein Tag des Lebens auf unserer Erde soll festgehalten werden. Dabei geht es sowohl um ganz gewöhnliche alltägliche Situationen, wie auch um Höhepunkte in unserem Leben. Es gibt keinerlei Begrenzungen oder Vorschriften um an dem Projekt teilzunehmen.
Die Videos sollen dann von allen Hobbyfilmern auf youtube hochgeladen werden. Dort werden sie vom Team um die beiden Regisseure gesichtet und zu einem einmaligen Dokumentarfilm zusammengestellt. Der einen möglichst guten und spannenden Eindruck von unserem heutigen Leben vermitteln soll. Auch um diese Bilder in die Zukunft zu transportiert.
Ganz genau am 24. Juli 2010 sollen diese Filme aufgenommen werden. Die Menge des Filmmaterials dürfte gewaltig sein und allein die Sichtung und das sortieren eine Herkulesaufgabe. Also dann Ihr Hobbyfilmer dieser Welt: Macht am 24. Juli 2010 Eure Kameras an und fangt Euer Leben ein.
96 Hours (Frankreich 2008)
Ploync Stars: ![]()
Brian Mills (Liam Neeson) war US-amerikanischer Geheimagent. Die ständige Abwesenheit von zu Hause kostete ihn seine Ehe. Aus der seine Tochter Kim (Maggie Grace) hervorging, die er über alles liebt. Brian ist in einem frühen Ruhestand. Er führt ein bescheidenes Leben und wirkt wie ein zurückhaltender, etwas resignierter Mann. Als es Kim gelingt ihrem Dad die Genehmigung zu einer Reise nach Paris abzuringen, kommt bei Brian die alte Paranoia wieder zum Vorschein. Leider soll der Ex-Geheimdienstler recht behalten. In der Stadt der Liebe fällt seine Tochter in die Hände von Menschenhändlern. Brians alte Kräfte erwachen zu neuem Leben. Gepaart mit der Motivation des wütenden Vaters, beginnt er in Frankreich seine persönliche Suche, aus der ein blutiger Rachfeldzug wird.
Nachdem uns in den ersten 20 Minuten in üblicher Weise die familiäre Situation der Mitwirkenden erklärt wurde, kommt der Film schnell zur Sache und nimmt Tempo auf. Der Thriller überrascht dabei nicht mit neuen Ideen, sondern kann mit der handwerklichen Qualität eines solide gemachten Actionfilms überzeugen. Insbesondere die Darstellung von Brians Kampfkünsten, mit denen er ganze Horden Krimineller hinwegfegt, sind spannendes und fesselndes Element.
Allerdings weist der Film auch einige sichtbare Schwächen auf. Brians Frau Lenore (Famke Jannsen) und seine Tochter Kim sind mit Klischees befüllte Pappkameraden. Maggie Grace Darstellung wirkt zudem noch sehr hölzern. Den einen oder anderen Lokigfehler, der dann auch wirklich schmerzt, konnte man sich leider auch nicht verkneifen. Wieso überfällt der Superagent Brian so stümperhaft seinen ersten und potentiell aussichtsreichen besten Informanten und lässt ihn dann zu Tode kommen (klar: der Film wäre zu Ende gewesen). Solche unglaubhaften Szenen begegnen uns mehrfach.
Ankreiden kann man auch die verwendeten Stereotypen. Albaner sind Mafiosi. Araber werden uns als perverse Lüstlinge verkauft werden. Der strahlende amerikanische Held Brian rettet zum Glück schlussendlich den Tag. Ähnlich wie bei Jack Bauer (24) wird ordentlich gefoltert und ohne moralisches hinterfragen Gewalt gegen Täter und auch Unschuldige eingesetzt. Ein Trend den wir seit dem 11. September beobachten müssen. In 96 Hours wurde ganz tief in die Klischeekiste gegriffen und auch gut bei 24 gekupfert.
Was bleibt ist trotzdem ein gut unterhaltender und schnell geschnittener Actionfilm, der sich zum Glück auf einen seine Rolle glaubhaft verkörpernden Liam Neeson stützen kann.
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