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Schwachbrüstig: Ben Stiller in „Greenberg“
Geschrieben von: Jens   
Donnerstag, den 29. April 2010 um 18:00 Uhr
filmkritik_greenberg_startMan muss es den Hollywood Leuten lassen. Trailer produzieren können sie. Der von „Greenberg“ versprach einen Film über skurrile Menschen mit ungewöhnlichen Ansichten in exotischen Situationen. Ben Stiller schien Garant für leichtfüssigen und doch nicht banalen Humor, vielleicht auch die Eine oder Andere nette Einsicht. Was ging schief?

Der New Yorker Roger Greenberg (Ben Stiller) war in den frühen Tagen seines Lebens Musiker. Als das große Angebot vom Major Label kam, schlug er den Vertrag als nicht zum Bandkonzept passend aus. Dieser schicksalhafte Tag, den er noch heute reut, scheint ihm ursächlicher Quell allen Lebensübels zu sein. Zusammen mit seinem alten Bandkumpel Ivan (Rhys Ifans) lässt sich gar köstlich darüber und die Unbill des Lebens im Allgemeinen lamentieren. Nun macht er Housesitter bei seinem erfolgreichen Bruder in Los Angeles, der gerade in Vietnam weilt.


Die alten Freunde an der Westküste haben mittlerweile Familie und Jobs. Mit ihnen kann er nichts mehr anfangen. Ein bisschen tischlern, ansonsten bleibt für Roger nicht viel zu tun. So sinniert er ständig über das Leben unter besonderer Berücksichtigung seines Alters und getätigter Fehlentscheidungen. Florence (Greta Gerwig), ebenso leicht freaky wie Roger, hat's unserem alternden Helden angetan. Die Beiden geben sich größte Mühe ein Paar zu werden und zu sein. Dabei geraten sie in mehr oder weniger spektakuläre Situationen, deren zweifelhafter Höhepunkt die Rettung des Haushundes ist.

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Der Trailer versprach eine intelligente Komödie mit dem bestens aufgelegten Superstar Ben Stiller, der hier einmal auf etwas andere Weise eine Midlifecrisis erleben und hinterfragen durfte. In einigen Szenen haben wir dann auch spritzige Kommentare und sinnreiche Anmerkungen, die durchaus überraschen, zum schmunzeln oder nachdenken anregen, ja tiefsinnig sind. "Greenberg" hatte sehr viel Potential und sehr gute Darsteller. Schade das man diese trefflichen Grundzutaten nicht besser genutzt hat. Die besten Szenen sind schon nahezu komplett im Werbefilmchen zu sehen.

Was passiert in 107 Minuten: Roger zweifelt ein wenig an seiner Existenz, fragt sich ob er etwas ändern soll oder möchte, doch im großen Ganzen scheint es ihm auch nicht wirklich schlecht zu gehen. So ein bisschen abhängen tut ihm gut, am Gelde mangelts offensichtlich auch nicht. Den großen Willen zur Veränderung kann man nicht erkennen. Am Ende des Filmes steht er genauso gut (oder schlecht) da wie zu Beginn. Und hat nun eine Freundin. Es hat sich (fast) rein gar nichts geändert. Für eine Komödie bietet „Greenberg“ zu wenig humoristischen Zündstoff, für eine Charakterstory sind Rogers "Enddreißiger-Konflikte" zu halbherzig angepackt. Man verlässt das Kino und fragt sich, was wollte uns der Regisseur hiermit nur sagen? Sollte das witzig sein oder zum nachdenken anregen? Greenberg ist keinesfalls schlechtes Kino, nur leider weniger gut wie von mir erhofft. Ein schnell konsumiertes Filmchen für die fluffige Unterhaltung zwischendurch.

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Originaltitel: Greenberg
Tragikomödie – USA 2010 Spieldauer: 107 min
Regie: Noah Baumbach.

 
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