| Blut und wilde Leidenschaft: Vampirfilm „Durst“ |
| Geschrieben von: Jens |
| Sonntag, den 18. April 2010 um 17:42 Uhr |
Das Genre der Vampirfilme gehört an sich nicht zu meinen Favoriten. Dunkel kann ich mich noch erinnern, vor Jahren einen passablen Streifen mit Tom Cruise gesehen zu haben, dessen Namen mir zwischenzeitlich wieder entfiel. Da ich jedoch Filmrezensionen erst einmal vorurteilsfrei lese, solange es sich nicht um offenbar allzu banales handelt, fiel mir das positive Presseecho zu „Durst“ auf. Den außergewöhnlichen Streifen will deshalb vorstellen.Sang-hyeon (Song Kang-ho ) ist ein zutiefst humanistischer Priester. Neben seiner eigentlichen Tätigkeit, arbeitet er noch freiwillig in einem Krankenhaus. Deshalb entschließt er sich auch, sein Leben einem Experiment mit einer tödlichen Krankheit zur Verfügung zu stellen. Erwartungsgemäß verstirbt er. Um wenig später, wie durch ein Wunder, wieder zum Leben zu erwecken. Eine Bluttransfusion machte ihn zum Vampir. Fortan wird er als Heiliger verehrt, der Kranke mit seinen Gebeten wieder gesunden lassen soll. Anfangs versucht er noch, seine neue Gier nach Blut mit sanften Mitteln zu befriedigen und zapft einen todkranken Patienten im Krankenhaus an. Beim Besuch eines tödlich kranken Jungen, trifft er seinen alten Schulfreund Kang-Woo (Sin Ha-gyoon) wieder, in dessen Frau Tae-joo (Kim Ok-bin) er sich verliebt. Ihr Ehemann ist ein stumpfsinniger Mensch, so das Tae-joo für Sang-hyeon's Avancen durchaus offen ist. Zwischen den Beiden kommt es zu einer leidenschaftlichen Affaire, die noch intensiver wird, als er Tae-joo sein Geheimnis offenbart. In einem unbeherrschten Moment tötet Sang-hyeon seine neue Freundin, bereut die Tat jedoch sofort. Mit seinem eigenen Blut erweckt er sie wieder zum Leben. Fortan existieren beide als Vampir. Die bisher für Sang geltenden Grenzen beim besorgen von Blut, verschwinden immer mehr. Zusammen mit Tae begehen sie immer schrecklichere Taten um an den Leben spendenen Stoff zu gelangen. Was Sang immer weniger mit seinen wirklichen Überzeugungen vereinbaren kann. Als er schließlich sogar Kang-Woo tötet, muss er eine Entscheidung treffen... Die Vampire in „Durst“ sind, zumindest über weite Strecken, keine blutrünstigen Mörder in bekannter Manier. Sie erscheinen uns wie ganz gewöhnliche Menschen mit besonderen Fähigkeiten und dem unvermeidlichen Hang zum Blut. Der unseren Sang in einen Gewissenskonflikt stürzt, den er sehr lange sogar elegant vermeiden konnte, indem er sich nicht wahllos an seiner Umgebung vergeht. Als das Feuer der Leidenschaft in ihm erwacht, kann er sich nicht mehr Zügeln und wird zum blutsaugenden Killer. Ich fragte mich stets, was ist der Reiz an diesen Vampirfilmen, an mutierten Gestalten die anderen Menschen das Blut aussaugen? Ich glaube in „Durst“ konnte ich das für mich erstmals festmachen. Die leidenschaftlichen Szenen zwischen den beiden Hauptdarstellern, sind von unglaublicher Intensität und Erotik. Das blutsaugende Monster ist hier Metapher für die Gier nach dem Mann, der Frau, nach der man sich verzehrt. Das gegenseitige Aussaugen des Lebenssaftes führt zu höchster Befriedigung und göttlicher Ekstase. Regisseur Park Chan-wook hat dieses Moment meisterlich in seinem Werk auf Zelluloid gebannt. Wer für subtile-erotische Botschaften aufgeschlossen ist, sollte sich den Streifen unbedingt ansehen. Sang-hyeon (Song Kanh-ho) ist Priester Originaltitel: Bak-Jwi Südkorea 2009 Darsteller: Song Kang-ho, Kim Ok-bin Regie: Park Chan-wook |
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