| Jason Statham unter Strom: „Crank High Voltage“ |
| Geschrieben von: Jens |
| Samstag, den 20. März 2010 um 20:40 Uhr |
Ein Wunder. Chev Chelios (Jason Statham) hat es überlebt. Aus einem Hubschrauber unversehrt zu stürzen, gelingt nicht alle Tage. Dem Mann mit dem Superherz wohl. Ein böser Chinese hat es auf seine Wunderpumpe abgesehen. Deswegen wird das edle Teil kurzerhand durch ein Kunststoffplagiat ersetzt. Dumm nur, dass der Akku zum Plastikherz fast leer ist. Was Chev nun braucht ist Strom. Ständig und überall.Wer den ersten Teil von Crank kennt, wird es ahnen. Hier geht’s wieder heftig zu. Es fließt das Blut in Strömen. Die Spannung zum Aufladen des dezimierten Herzakkus kann nicht hoch genug sein. Genügte erst noch die Zigarettensteckdose im Auto, kommen wir zum Schluss beim Umspannwerk an. „Crank: High Voltage“ ist wie sein Vorgänger mit ganzer Absicht als Trash produziert. Schnelle Schnitte, Texteinblendungen, comicartige Bilder und jede Menge anderer harter Stoff. Der Film nimmt sich selbst nicht ernst, was ihn einigermaßen erträglich macht. Hin und wieder mag man dem derben Spiel etwas humoristisches abgewinnen. Die Handlung ist dürftig, eine Spannungskurve existiert nicht. Die gezeigten Grenzüberschreitungen kennt man ähnlich aus anderen Werken. Hier sieht man sie in neuen Variationen. Als Film ist „Crank: High Voltage“ kaum zu bezeichnen. Es ist mehr ein Videospiel ohne Einflussmöglichkeiten des Zuschauers. Direktheit und filmische Überzeichnung sind probate Mittel. Nur müssen sie sinnvoll sein und zur Gesamtunterhaltung beitragen. Ich nahm die gezeigten Bilder kaum amüsiert zur Kenntnis. Fragte mich dabei, gibt es Menschen, die solcherlei völlig substanzlose Filme wirklich gut finden? Sich dafür begeistern können? In welchem geistigen Zustand befindet sich die westliche Welt, das so etwas auch noch Erfolg hat? Welche Emotionen und Sinne spricht es an? Der Film ist ein brutaler Gewaltexzess. Die auf Ploync gezeigten Bilder geben dies mit Absicht nicht wieder. Der Film ist für mich nicht nur P18. Man sollte ihn mit jedermann auf Sinnhaftigkeit und „kulturellen Beitrag“ hinterfragen. Ich möchte den Film nicht moralisch verteufeln, da ich solche Bewertungen als bigott betrachte. Doch ich stelle die Frage nach dem kulturellen Umfeld, in dem so etwas möglich ist. ![]() Originaltitel: Crank 2: High Voltage Action (Hardcore) – USA 2009 Darsteller: Jason Statham, Amy Smart, David Carradine Regie: Mark Neveldine & Brian Taylor |
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