| Goodbye World Wrestling Federation - Mickey Rourke ist „The Wrestler“ |
| Geschrieben von: Jens |
| Freitag, den 05. März 2010 um 18:20 Uhr |
Das waren noch Zeiten. Diese 80'er. Profiwrestler Randy „The Ram“ (Mickey Rourke) füllte mühelos die größten Hallen des Landes. Er bringt die Menge zum kochen. Sein finaler Kick, der berühmte „Ram Jam“, wurde sogar in einem Super-Nintendo Spiel verewigt. Der Kampf gegen den gefürchteten Ayatollah machte Ihn legendär und ist für immer in die Analen des Showcatchens eingegangen.Das war vor 20 Jahren. Im Geschäft ist Randy immer noch. Vom vergangenen Ruhm zehrend, gelingt es Ihm heute nur noch kleine Schulsporthallen in den Suburbs zu füllen. Sein Van, passenderweise das 80'er Modell eines Dodge RAM, hat wie er seine besten Zeiten lange hinter sich. In ihm hört Randy sich auch die zeittypische Rockmusik aus jenen Tagen an. Das Geld reicht oft nicht einmal für seine bescheidene Behausung im Trailerpark. Da die immer mehr schrumpfenden Einkünfte aus dem Wrestling nicht mehr genügen, verdient er sich nebenher noch ein paar Dollar als Lagerarbeiter im Supermarkt. Eine letzte sportliche Großchance sieht er in einem verlockenden Angebot. Der Neuauflage des Kampfes gegen den Ayatollah. Ein Herzanfall lässt Ihn von diesem Vorhaben Abstand nehmen. Auf den Rat seiner „Lieblings-Lapdancerin“ Cassidy (Marissa Tomei), nimmt er Kontakt zu seiner irgendwann verloren gegangenen Tochter Stephanie (Evan Rachel Wood) auf. Lässt sich im Supermarkt mehr Arbeit geben. Will sein Leben geregelter stattfinden lassen. Doch so richtig kann er sich mit der neuen Situation nicht anfreunden. Fazit: Den abgehalfterten Profiwrestler Randy „The Ram“ konnte nur Micke Rourke spielen. Ihm nimmt man die Rolle von der ersten Sekunde an voll ab. Optisch wie schauspielerisch. Hervorragend gespielt. Handlungsumfeld von „The Wrestler“ ist die graue Eintönigkeit der amerikanischen Vorstädte. Orte an welchen die weiße Unter- und Arbeiterschicht lebt. Allein die Szene in welcher er seine Lapdancerin, sein einzigster echter sozialer Kontakt, um Rat fragt, bietet genug Dramatik für einen ganzen Film. Dieser Moment steht stellvertretend für die scheinbar tiefe Traurigkeit seiner Existenz. Doch sieht auch Randy sich selbst so? Ganz und gar nicht. Er ist kein verzweifelter Mensch. Trotz Armut und den Erinnerungen an um so viele bessere Zeiten, nimmt er das Leben wie es kommt. Er liebt seinen Sport. Das genügt Ihm vollauf. Er bedauert nichts. Geht seinen Weg konsequent. Trotz aller Schwierigkeiten. Ihn dabei zu beobachten macht sehr viel Spaß. Das gezeigte Milieu und die Art in der Randy mit seiner Situation umgeht ist hollywooduntypisch. Und sehr erfrischend. Das ist nicht die strahlende Seite des „American Way of Life“. „The Wrestler“ ist keine Story vom Loser der wieder zum Gewinner wird. Oder danach strebt. Hier wird Einer gezeigt, der hart vom Leben gezeichnet ist und es doch richtig zu nehmen weiß. Für den Geld und Ruhm längst keine Rolle mehr spielen. Randy ist schlicht ein symphatischer Kerl. Der auch ohne die üblichen Notwendigkeiten des bürgerlichen Lebens glücklich ist. Er hat seine traurigen und nachdenklichen Momente. Doch tief in seinem Inneren will er einfach nur seinen Sport. Und das ist gut so. ![]() ![]() Originaltitel: The Wrestler Drama – USA 2008 Darsteller: Mickey Rourke, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood Regie: Darran Aronofsky |
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