| Science Fiction Serientipp - Battlestar Galactica |
| Geschrieben von: Jens |
| Mittwoch, den 17. Februar 2010 um 16:08 Uhr |
Ab 3. März 2010 strahlt RTL 2 die finale Staffel von „Battlestar Galactica“ erstmals im deutschen Free TV aus. Anlass um einen kurzen Blick auf den „Serienknaller“ aus den USA zu werfen. Die Neuauflage der 70er Jahre Science Fiction „Kampfstern Galactica“ ist ein Riesenerfolg. Die Serie wurde mit Emmy-, Hugo- und Saturn Awards ausgezeichnet. Das Time Magazin wählte Sie 2005 zur besten TV Serie. Das hat gute Gründe.Vor vielen Jahren schuf die Menschheit die Zylonen. Sie sollten das Leben auf den zwölf Kolonien erleichtern. Die Diener der Kolonisten entwickelten ungewolltes Eigenleben und begannen gegen die Menschen Krieg zu führen. Nach blutigen Auseinandersetzungen wurde ein Waffenstillstand vereinbart. Die Zylonen zogen sich in die Tiefen des Raums zurück. Für Jahrzehnte hörte niemand etwas von Ihnen. Die Battlestar Galactica gehört zur kolonialen Kampfflotte. Ihre Mischung aus Träger und Schlachtschiff, machten Sie zu einem mächtigen und gefürchteten Gegner. Mittlerweile 50 Jahre alt, soll das betagte Schiff nun in den Ruhestand geschickt werden. Die Zeremonie leitet Commander Adama, der wie die Galactica nicht mehr zu den Jüngsten zählt. Doch für alle Beteiligten rückt der Tag der Pensionierung unerwartet in weite Ferne. Die fast vergessenen Zylonen starten einen verheerenden Angriff auf die zwölf Kolonien. Den hoch entwickelten Maschinen gelingt es, die Verteidigung zu neutralisieren. Die Menschheit wird fast komplett ausgelöscht. Nur die veraltete Battlestar Galactica ist für die elektronische Kriegsführung der Zylonen nicht anfällig. Das Schiff wird, zusammen mit einer kleinen Flotte entkommener Zivilschiffe, zur letzten Hoffnung. Die knapp 50.000 Seelen machen sich auf eine Reise mit unbekanntem Ziel und ungewissen Ausgang. In den folgenden Jahren gilt es eine neue Heimat zu finden. Geeignet für eine dauerhafte Besiedlung. Adama glaubt Sie zu kennen. Mit fast religiösem Pathos schwört er die Flotte auf Ihr Ziel ein: Die geheimnisvolle 13. Kolonie. Genannt Erde. Fazit: Was ist der Reiz von „Battlestar Galactica? Die Flotte hat ständig mit kaum zu bewältigenden Problemen zu kämpfen, die permanent die Handlung vorantreiben. Sie ist Mikrokosmos der Sorgen, Nöte und auch Freuden unserer Erde. Immer wieder stellen sich Fragen politischer und moralischer Natur. Eine große Rolle spielt auch die Religion, welche erheblich zum Zusammenhalt der Reste der Menschheit beiträgt. Auf Sie werden zahlreiche Hoffnungen projiziert. Der politische Alltag ist voller Querelen und Machtspiele. Wie organisiert man auf Dauer eine Flotte, die letzte Heimat der Menschen ist? Wohin soll die Reise wirklich gehen? Welche Staatsform soll gewählt werden, welches Recht gelten? Es herrscht viel Uneinigkeit über diese essenziellen Fragen. Ständige Ressourcenprobleme und Angriffe zylonischer Basisschiffe halten Militär und Zivilisten in Atem. Verrat und Verschwörungen sind an der Tagesordnung. Die nicht erkennbaren „menschlichen Zylonen“ haben die Flotte infiltriert und sorgen für gegenseitiges Misstrauen. Sie scheinen einen Plan zu verfolgen, dessen Ziel jedoch in den sprichwörtlichen Sternen steht. Die Galactica selbst ist ein effektives Kampfschiff. Kein perfektes Sience Fiction Hotel á la Star Trek. Sie kommt düster, unwirtlich und sehr militärisch daher. Trotzdem schließt man Sie schnell ins Herz. Vor allem ob Ihrer Bewohner. Die Technik an Bord erinnert stellenweise an die 50er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. Einiges scheint aus unserer heutigen Zeit zu stammen. Die Innenarchitektur könnte auch leicht einem Kreuzer des 2. Weltkriegs entliehen sein. Und genau das macht die Galactica so reizvoll. Wir können mit Ihr viel schneller Kontakt aufnehmen, denn wir glauben, alles irgendwie schon einmal gesehen zu haben. Ein Beispiel sind die anachronistischen Telefone. Wer solche Apparate hat, ist uns im Denken näher als der Benutzer einer fiktionalen 3D Projektion, die über tausende Lichtjahre Stimmen und Bilder überträgt. Faszinierend ist, dass dieser Technikmix auf den ersten Blick nicht zu einer SF Serie passt, schlussendlich jedoch erheblich zum optischen Reiz der Serie beiträgt. Trotzdem bietet das Schiff genug fortschrittliche Technik, um die in einer Science Fiction Welt gewünschten Handlungen darstellen zu können. Die Spezialeffekte sind von hoher Qualität. Zusammen mit der stimmungsvollen Musik sorgen Sie für eine perfekte Atmosphäre. Aus diesem Grundgerüst wird noch keine gute Unterhaltung, wenn man es nicht mit Leben füllt. Als Stärken der Serie bezeichne ich ebenso die komplexen Charaktere. Die Menschen und Ihr agieren stammt direkt aus unserer Welt. Sie sind uns in Ihren Bedürfnissen und Wünschen sehr ähnlich. Im Laufe der Jahre verändern sich viele der handelnden Personen auf glaubwürdige und höchst fesselnde Weise. Aus der Vielzahl spannender Charaktere seien hier drei genannt. Adama ist der Vater der Flotte. Der gesetzte und erfahrene Kommandeur. Er gibt den Menschen mit seiner Stärke und Erfahrung wieder Zuversicht. Souverän und kühn führt er die Flotte durch alle Gefahren. Auch er ist in stillen Minuten nicht frei von Zweifeln. Präsidentin Roswell übernimmt die Verantwortung für den zivilen Bereich. Sie setzt sich von Beginn an für ein Leben ein, das sich an den Idealen der Kolonien orientiert. Auseinandersetzungen mit Adama sind durch die Interessenkonflikte und unterschiedliche Wahrnehmung vorprogrammiert. Mit viel Fingerspitzengefühl versucht Sie die unterschiedlichen Anliegen der einzelnen Schiffe gerecht zu managen. Schreckt jedoch im Zweifelsfall auch vor harten Maßnahmen nicht zurück. Der selbstverliebte Dandy und Elitewissenschaftler Baltar, gibt uns immer wieder Rätsel auf. Wer ist er, was will er, was motiviert Ihn? Auf welcher Seite steht er? Wer ist die rätselhafte imaginäre Freundin, die seine Handlungen zu lenken scheint. Ist er wahnsinnig, Zylon, oder einfach nur rücksichtslos? Die 3 Charaktere werden hervorragend von Edward James Olmos (Blade Runner, Miami Vice), Mary McDonell und James Callis verkörpert. Sie sollen hier stellvertretend für den großen und erstklassigen Cast genannt werden. „Battlestar Galactica“ ist nicht nur Sience Fiction auf höchstem Nivau. Auch wer bisher mit dem Genre nichts anzufangen wusste, wird an der spannenden Serie mit Ihren faszinierenden Charakteren seine Freude habe. Wie bei vielen modernen TV Produktionen ist, auf Grund des durchlaufenden Handlungsstranges, ein lückenloses Verfolgen der Show in der korrekten Reihenfolge zu empfehlen.
Originaltitel: Battlestar Galactica TV Serie USA / Kanada 2003 bis 2008 Genre: SF Drama Darsteller: Edward James Olmos, Mary McDonnell, Michael Hogan, Katee Sackhoff, Jamie Bamber, Tricia Helfer, James Callis 4 Staffeln und mehrere Specials |
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