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Buchkritik: Das Rätsel vom Polenztal – eine Entführung in der Sächsischen Schweiz
Geschrieben von: Ronny Siegel   
Mittwoch, den 27. Oktober 2010 um 05:31 Uhr
raetsel-vom-polenztal-miniEigentlich wollte der Hamburger Kriminal-Hauptkommissar Marcus Nase eine ruhige Woche in der Sächsischen Schweiz verbringen. Doch als er zufällig seinen pirnaschen Kollegen Meierjürgen trifft, erfährt er von einer dubiosen Entführung eines Firmenchefs aus der Region. Das geforderte Lösegeld wurde im Polenztal überreicht. Seitdem fehlt von diesem jede Spur. Und der freigelassene Chef kann sich an Nichts mehr erinnern. Auf Bitten von Meierjürgen lässt sich Marcus Nase auf das ungewöhnliche Abenteuer ein und beginnt damit, eigenhändig nach dem verschwunden Lösegeld zu suchen.



Irgendwann in den frühen Sommermonaten erhielt ich von Joachim Voß eine Mail. In dieser warb er für sein neues Buch „Das Rätsel vom Polenztal“, ein Krimi, der in der Sächsischen Schweiz spielt. Natürlich erregte er mit dieser Mail meine Aufmerksamkeit, da sich die Sächsische Schweiz nur wenige Kilometer von meinem Wohnort entfernt befindet. Wie konnte man eine spannende Geschichte in die Gefilde dieses Gebirges integrieren, fragte ich mich und wartende sehnsüchtig auf das Buch, welches ein paar Wochen später in meinem Briefkasten lag.

Die Ernüchterung folgte auf dem Fuß. Bereits nach den ersten Seiten stellte ich mir die Frage, welche weiteren Informationen man mir noch auf den nächsten 200 Seiten präsentieren möchte. Die Dialoge waren für mich ungewöhnlich und ich konnte mir nur schwer vorstellen, so könnten Gespräche erfolgen. Immer wieder wurden in diesen die Naturhighlights der Sächsischen Schweiz in den Fokus gehoben und lenkten dabei des Öfteren von der eigentlichen Handlung ab. 50 Seiten später begann ich bereits damit, den Text für mich gedanklich einzukürzen. Zu oft überkam mich das Gefühl, dieselben Informationen erhielt ich bereits ein paar Absätze zuvor.

Nachdem ich am Ende des Buches angekommen war, fragte ich mich, warum bei mir keine richtige Freude beim Lesen aufkam. Die Idee einen Krimi in eine Gegend zu verlagern, die von jedem Deutschen mindestens einmal in seinem Leben besucht werden könnte, fand ich sehr gut. Auch das Grundgerüst der Geschichte brauchte sich nicht zu verstecken. Einen Kommissar mit Nachnamen Nase, der den Spitznamen „Riecher“ besaß, empfand ich auch als sehr witzig. Und die wenigen geschichtlichen Hintergründe, die man durch das Buch über die Sächsische Schweiz erfuhr, gefielen mir ebenfalls.

Doch irgendetwas fehlte. Und meiner Meinung nach, war dies das Gesamtbild, was nicht passen wollte. Ob es an der Idee lag, nahezu jeden Satz des Kriminalkommissars Meierjürgen mit einem „Nu“ beginnen zu lassen, obwohl dieser Ausdruck im Sächsischen für ein „Ja“ steht und deshalb des Öfteren nicht passte? Oder ob dafür die ständigen ausführlichen Wiederholungen von Begriffen und Namen samt deren Zusätze, welche die Geschichte in die Länge zogen, verantwortlich waren, kann ich letztendlich nicht hundertprozentig bestimmen. Vielleicht war es aber auch die Randhandlung, die vom Bergwanderführer Johann Vols und seiner Wandergruppe berichtete, die nicht so richtig in das Geschehen passte. Ich hätte mir Öfters gewünscht, das Buch verfüge nicht über die 230 eng bedruckten Seiten, sondern würde sich stattdessen auf weniger Seiten auf das Wesentliche konzentrieren.

Trotz all dieser negativen Eindrücke, wünsche ich mir trotzdem irgendwie noch einen Nachfolger. Ich schieb dies einmal auf einen vorhandenen Lokalpatriotismus, der auch in mir schlummert. Eine Handlung die spannender erzählt ist, mehr geschichtliche Hintergründe liefert und eine bessere bildhafte Sprache der Orte in der Sächsischen Schweiz verwendet, würden einem potentiellen Nachfolger sicherlich gut stehen. Die Sächsische Schweiz liefert hierzu auf jeden Fall jede Menge gute Stellen, in der sich eine spannende Geschichte abspielen könnte.


raetsel-vom-polenztalTitel: Das Rätsel vom Polenztal – Eine Entführung in der Sächsischen Schweiz
Autor: Joachim Voß
Verlag: Novum Eco



 
Kommentare (3)
  • avatarJoachim Voß  - Das Rätsel vom Polenztal

    Sehr geehrter Herr Siegel,
    vielen Dank für Ihre konstruktiv, kritische Rezension. Aus Kritiken kann man nur lernen! Ich werde Ihre Anregungen künftig beherzigen.
    Erlauben Sie mir aber, zu zwei Punkte etwas näher einzugehen:
    Das "Nu" habe ich nach Lesen des Manuskriptes durch einen Ost-Sachsen auf dessen Empfehlung nachträglich eingebracht. Mir wurde erläutert, dass dieser sächsische Ausdruck nicht nur für "Ja", sonder auch für "Ja, aber" oder sogar als Dehnwort anstelle z.B. "Ääh" usw. steht.
    Die Naturhighlights habe ich bewußt einfließen lassen, da ich mir als unbekannten Autor nur so eine gute Nachfrage in der Region vorstellen konnte. Und offensichtlich habe ich (s.weitere Kritiken) damit nicht falsch gelegen.
    Nochmals herzlichen Dank für Ihre für mich wertvollen Kritiken.
    Mit freundlichen Grüßen
    Joachim Voß

  • avatarGerold Wiehann, Heidenau  - Das Rätsel vom Polenztal

    Hat mir gefallen!

  • avatarAnonym  - Das Rätsel vom Polenztal

    hat auch mir gefallen! Simon R., Dresden

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