| „Corpus Delicti“ von Juli Zeh – Der staatlich verordnete Gesundheitstrip |
| Geschrieben von: Jens |
| Dienstag, den 29. Juni 2010 um 05:10 Uhr |
Die menschliche Existenz ist ein Weg, dessen ständiger Begleiter Pein und Schmerz sind. In erster Linie verursacht, durch eine nicht zählbare Anzahl von Krankheiten. In einer nicht allzu fernen Zukunft hat ein Staat das erkannt. Er schützt seine Bürger vor dieser schlimmen Unbill mit Hilfe der „Methode“.Die 1974 in Bonn geborene Juli Zeh, absolvierte nach erfolgreichem Jurastudium eine Ausbildung am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Diese Einrichtung der Universität Leipzig ist die einzigste Institution in Deutschland, an der man den Beruf des Schriftstellers studieren kann. Juli Zeh zählt heute zu den aufgehenden Sternen am deutschen Literaturhimmel. Ihre Bücher wurden mit zahlreichen Preisen geehrt und in 28 Sprachen übersetzt. Seit einiger Zeit schon war ich neugierig auf Ihre Werke. Zufällig bekam ich nun kürzlich „Corpus Delicti“ geschenkt. Im Umschlag angekündigt wird ein visionäres und ungeheuer spannendes Buch. Eine Sience Fiction Geschichte in einem totalitären Staat sollte meinen Geschmack treffen. Mia Holl ist eine junge Frau, die einigermaßen unauffällig innerhalb des Systems der „Methode“ lebt. Oberste Staatsdoktrin der "Methode" ist die Vermeidung jeglicher Krankheiten. Darauf hat sich jeder Bürger mit seiner gesamten Energie zu konzentrieren. Wir befinden uns in einer aseptischen Welt, in der jedes potentiell auch nur minimal gefährliche Vergnügen strengstens verboten ist. Der Staat überwacht per Chip und Scanner, von der körperlichen Fitness bis zur Exkrementenausscheidung, jeden Bürger bis ins kleinste Detail. Heißes Wasser stellt den kulinarischen Höhepunkt in Sachen Getränke dar. Dumm nur, das auch dieses System nicht fehlerfrei zu sein scheint. Mia's Bruder wird von der Justiz in den Selbstmord getrieben. Sie ist davon überzeugt, dass seine Anklage wegen Mordes zu Unrecht erfolgte. Obwohl ihr aufmüpfiger Bruder durchaus zu nichtkonformen Verhalten neigte. Es sich wagte Zigaretten zu konsumieren oder zum Spaße seine nackten Füße in einem nicht staatlich kontrollierten Bach zu baden. Als Mia sich entschließt, für die Rechte ihres Bruders zu kämpfen, ist der Konflikt mit der "Methode" unausweichlich. Die Beschreibung der Umgebung ließ in mir ein Bild wachsen, dass mich an die Optik des hervorragenden Filmes „Gattaca“ erinnerte. Auch die Handlung ähnelt Gattaca und anderen dystopische Geschichten. Das ist nicht schlimm, denn das Fahrrad muß nicht jedesmal neu erfunden werden. Die von Juli Zeh angesprochenen Themen sind in der Tat von hoher Aktualität und Brisanz. Sie versteht es, unsere aktuellen Sorgen und Nöte zum Thema Freiheit und Einschränkung der Persönlichkeitsrechte plastisch darzustellen. Das mit einem hohen Maß an Sachkenntnis und juristischem Wissen. Peter Voss interviewt Juli Zeh
![]() Quellen: wikipedia.org www.juli-zeh.de |
| Zeitgeschehen |
| Reiseberichte |
| Klettersteige |
| Filmkritiken |
| Buchrezensionen |
| Geschichtsdokumente |
| Leckere Rezepte |
| Geldfalle |
| Neues aus dem Internet |
| Vermischtes |