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Jeff Jarvis: Was würde Google tun?
Geschrieben von: Ronny Siegel   
Sonntag, den 21. März 2010 um 19:01 Uhr
was_wuerde_google_tun_miniIn seinem Buch „Was würde Google tun?“ erzählt Jeff Jarvis seine Geschichte, wie er es schaffte in das neue Zeitalter, in das Googlezeitalter einzutreten. Alles begann mit einem Blogeintrag auf seinem privaten Blog, indem er den Service von Dell kritisierte. Da er zuvor schon ein bekannter Journalist war, reagierten auf diesen Eintrag unzählige User und berichteten ebenfalls von ihren Problemen mit Dell. Die Reaktion von Dell war damals abwarten und Tee trinken. Doch statt das Problem auszusitzen, verschlimmerte sich die Meinung über Dells Service immer mehr. Letztendlich brach der Umsatz ein und Dell musste etwas unternehmen. Jeff Jarvis war einer derjenigen, die für diese Veränderung verantwortlich war. Er nutzte die neue Welt, die Googlewelt und konnte als Verbraucher mit Hilfe der Community etwas ändern.

Seine Geschichten in seinem Buch „Was würde Google tun?“ lesen sich wie die moderne Bibel. In unzähligen Beispielen beleuchtet er die neuen Iconen des Internets. Er berichtet wie Mark Zuckerberg, der Begründer von Facebook, seine Abschlussprüfung in Kunst mit Hilfe der Community absolvierte und diese mit Bravour bestand, ohne eine einzige Vorlesung besucht zu haben. Er erzählt von Sergey Brin und Larry Page, dem Namensgeber des Pageranks und den Gründern von Google. Er erklärt wie Starbucks begann, ihr Geschäft auf den Ideen der Community weiter auszubauen. Und immer wieder erwähnt er den Begriff des Google Elixier, der geheimnisvollen Zutat im Google Universum. Auf diesem Elixier ist alles aufgebaut. Wer es nicht besitzt wird nicht gefunden, nicht erwähnt und über den wird nicht gesprochen. Er ist sprichwörtlich nicht existent, zu mindestens nicht in der neuen Welt, in der Google Welt.

Das Buch von Jeff Jarvis verschlingt man förmlich, denn die Geschichten infizieren und begeistern. Man denkt darüber nach, wie man selber an der Community teilhaben will, was man zum Zeitgeschehen beitragen kann und wie man die neue Welt mitformen möchte. Jeff Jarvis ist nicht Google, aber er selber hat viel von seinem Google Elixier zu sich genommen. Er erklärt wie er mit Vorurteilen aufräumen und sich den Veränderungen stellen musste. Kein leichter Weg für einen Menschen fernab der 50, wie er es selber nennt. Sein Sohn lebte ihn diesen Weg vor, während seine Freunde immer noch an die alte Welt glaubten und nach deren Grundsätzen handelten. Die erste Hälfte des Buches ist somit auch ein Ausflug in die kurze Geschichte des neuen Webzeitalters. Jeff Jarvis erörtert warum AOL und Yahoo es nicht schafften, dieses neue Medium für sich zu gewinnen. Er berichtet von einem großen Zeitungsverleger, der ihm in einem Privatgespräch mitteilte, dass die neu angeschafften Druckerpressen wohl die Letzten gewesen sein werden.

Nach seinen Erzählungen vom Übergang der alten in die neue Welt, wird Jeff Jarvis philosophisch. Er fragt sich wie die Welt aussehen würde, wenn Google die Macht übernehmen würde. Die Frage zielt  darauf ab, wie müssten moderne Unternehmen oder verschiedene Branchen handeln, um im Google-Universum anzukommen. So visioniert er eine neue Welt der Medien, ein neues Bildungssystem, vernichtet die heutige Werbebranche und wünscht sich einen Google Einzelhandel. Auch wenn sich diese Aussichten des Öfteren phantastisch statt realistisch anhören, ist man gewillt intensiver über mögliche Veränderungen nachzudenken, denn schließlich werden auch wir nicht langfristig ohne dem Google Elixier auskommen.

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