Die größten Filme aller Zeiten (Teil 1): …denn sie wissen nicht, was sie tun.

rebels_without_a_cause_startWieso sitzen die drei Jugendlichen, fast noch Kinder, auf diesem Polizeirevier? Sie sind jeweils aggressiv und betrunken, verstört und verzweifelt oder völlig verwirrt und unnahbar. Es scheint irgend etwas mit ihren Elternhaus zu tun zu haben.




Jim Stark (James Dean) musste schon wieder mit seinen Eltern umziehen. Er machte auch in der letzten Stadt wieder einmal so viel Ärger, dass seine alten Herrschaften das Heil einzig in einer Flucht sahen. In Los Angeles fängt es nicht viel besser an. Von der Polizei wird er völlig betrunken aufgelesen und aufs Revier gebracht. Schnell wird deutlich, was ihn zu dem rebellischen jungen Mann machte. Er fühlt sich völlig unverstanden von seinen Eltern, die sich offensichtlich nur noch im Streit verbunden fühlen. Sein Vater hat keine eigene Meinung und steht unter der Herrschaft seiner jähzornigen Frau.

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Judy (Natalie Wodd) kann nicht damit umgehen, zu verständlich, dass ihr Vater sich nicht für sie interessiert. Er hat nur Augen für ihren jüngeren Bruder. Während er diesen vergöttert, hat er für Judy lediglich harte Sprüche und Ohrfeigen übrig. Der Dritte im Bunde ist der Vollwaise Plato (Sal Mineo). Erzogen wird er von einer Gouvernante. Ohne jegliche elterliche Führung versucht er sich zurecht zu finden, sucht Anschluss beim älteren und cooleren Jim.


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Obwohl Jim diesmal wirklich jedem Konflikt aus dem Weg gehen will, lässt sich die Konfrontation mit der führenden „Schul-Gang“ nicht vermeiden. Es kommt zu einem Autorennen mit tödlichen Ausgang. Das Unheil nimmt seinen Lauf…


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„…denn sie wissen nicht was sie tun“ wird zurecht als einer der ganz großen Filmklassiker gehandelt. Die Thematik einer orientierungslosen Jugend, die sich in einer Welt die sich nicht verstehen können völlig allein gelassen fühlt, ist auch heute genaus so brandaktuell wie vor 55 Jahren. Der Film kann mit seiner spannenden Story überzeugen, gewährt einen Einblick in die Jugendkultur der 1950er Jahre in den USA. Unter der gelackten Oberfläche der schicken Collegeboys- und -girls brodelt es mächtig. Die empfundene Sinnlosigkeit der eigenen Existenz, entlädt sich in Akten gedanken- und gefühlloser Gewalt. Die Langeweile sucht sich ein Ventil in männlichen Wettkämpfen und gockelhaften Imponiergehabe. Der Gruppenzwang und die Angst vor dem Anders sein, lässt jeden der kein Außenseiter sein will sich diesem System unterordnen. Schule und polizeiliche Gewalt geben sich Mühe, können jedoch gegen die in Elternhaus und Gesellschaft entstanden Probleme nichts grundlegendes ausrichten.



Inwiefern die Situation seinerzeit wirklich so gewesen ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Insbesondere das Bild der „gutmütigen“ Polizei erscheint mir ein wenig als Wunschdenken. Die Thematik ist in jedem Fall faszinierend. James Dean legt eine bravouröse Schauspielleistung hin, bei der es eine Freude ist ihm zuzusehen. Der lässige Rebell mit Herz und Verstand machte ihn zur unvergessenen Legende.

Eine abschließende Vermutung: Vielleicht steckte ein wenig von „Jim Stark“ sogar in James Dean selbst. Vielleicht lies genau dieser Umstand ihn seine Rolle so glaubhaft und dicht spielen. Lies ihn auch die Nähe zu gefährlichen Autorennen suchen, bei welchen er schließlich auch wenige Monate nach Abschluss der Dreharbeiten den Tod fand.


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Originaltitel: Rebels without a Cause
Drama – USA 1955
Darsteller: James Dean, Natalie Wodd, Sal Mineo
Regie: Nicholas Ray





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